Wenn Tiere Leben bedeuten
... lautet das Motto von Tierärzte ohne Grenzen. Wir setzen uns dafür ein, die Lebensbedingungen von Menschen in Ostafrika zu verbessern, deren Existenz von der Tierhaltung abhängt.
Da wir eine ganzheitliche Entwicklungszusammenarbeit anstreben, umfassen unsere Projekte nachfolgende Bereiche.
Tiergesundheit
In den ländlichen Gebieten Ostafrikas, in denen Tierärzte ohne Grenzen sich engagiert, ist das Leben der Menschen sehr eng mit dem ihrer Tiere verbunden.
Ernährungssicherung
Die Erhaltung der Tiergesundheit hängt in vielen Gebieten Ostafrikas unmittelbar mit der Nahrungsmittelversorgung der Menschen zusammen.
Lebensmittelhygiene
Viele Viehhalter nutzen Produkte wie Milch und Fleisch nicht nur zur eigenen Ernährung und der Versorgung ihrer Familien, sondern verdienen sich ihren Lebensunterhalt, indem sie Überschüsse auf dem Markt verkaufen. In Afrika findet der Verkauf häufig unter freiem Himmel statt, die Bedingungen sind meist alles andere als hygienisch.
Agrarwirtschaft
Die Integration von Tierhaltung und Ackerbau ist uns ein wichtiges Anliegen: Die Förderung von Zugtieranspannung, die Verwendung von Dung im Ackerbau, die Nutzung von landwirtschaftlichen Nebenprodukten zur Tierernährung, der gegenseitige Respekt sind wichtig für eine friedliche Koexistenz von Tierhaltern und Ackerbauern.
Dürreprävention
In Ostafrika kommt es regelmäßig zu lang anhaltenden Dürren, zum Teil folgen darauf schwere Überschwemmungen. Für die Menschen, die in den betroffenen Regionen leben, können Dürren zum Verlust ihrer Lebensgrundlage führen.
Einkommenssicherung
Aktivitäten zur Tiergesundheit schützen die Lebensgrundlage der Menschen, denn nur gesunde und produktive Tiere sichern ihnen Ernährung und Einkommen.
Friedensbildung
In den Projektgebieten von Tierärzte ohne Grenzen leben oft verschiedene Volksstämme in unmittelbarer Nähe zueinander. Der Kolonialismus hat Grenzen durch Gebiete gezogen, die zu traditionellen Viehtriebrouten gehören, und so zu Konflikten um Weidegrund und Wasserstellen geführt, die zum Teil bis heute andauern.

Meldungen aus den Projekten
Gesicherte Einkommen durch verbesserte Milchhygiene in Nordsomalia
Milch ist für die Menschen Nordsomalias eine lebenswichtige Ressource, nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Handels-Rohstoff. Schlechte Hygienezustände bei Transport und Lagerung vermindern jedoch die Qualität und führen zu Einkommenseinbußen. Mit einem Projekt von Tierärzte ohne Grenzen konnten nun die Hygienestandards in der Handelskette verbessert werden. [Weiterlesen]
FAO-Studie: 250.000 Hungertote nach Dürre in Somalia / Tierärzte ohne Grenzen: Warnsignale wurden ignoriert
Hannover - Mehr als eine Viertelmillion Menschen sind nach einer gestern vorgestellten Studie der Welternährungsorganisation FAO zwischen 2010 und 2012 am Horn von Afrika den Hungertod gestorben, insbesondere in Somalia. Nach Ansicht der Entwicklungshilfeorganisation Tierärzte ohne Grenzen ein trauriger Beleg dafür, dass Politik und internationale Gemeinschaft zu spät und zu verhalten reagiert haben. „Warnsignale gab es lange bevor die Hungerkatastrophe offiziell festgestellt wurde“, so Friederike Schulze Hülshorst, Expertin für Ernährungssicherung bei Tierärzte ohne Grenzen. „Hilfsgelder wurden aber erst bereitgestellt, als die Katastrophe bereits da war.“ [Weiterlesen]
