Integrierte Entwicklungs- und Resilienzförderung in South Kordofan und Blue Nile
Die Integrated Development and Resilience Initiative (IDRI–SKBNS) unterstützt krisenbetroffene Gemeinschaften in den Bundesstaaten South Kordofan und Blue Nile mit einem inklusiven, multisektoralen Ansatz, der humanitäre Hilfe mit langfristigem Resilienzaufbau verbindet. Das Projekt stärkt die Ernährungs- und Nahrungssicherheit, Gesundheits- und tiermedizinische Dienste, ein nachhaltiges Management natürlicher Ressourcen sowie das friedliche Zusammenleben. Durch die Stärkung lokaler Gemeinschaften und Systeme hilft IDRI–SKBNS besonders gefährdeten Haushalten, ihre Lebensgrundlagen wiederherzustellen, Risiken zu bewältigen und Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen zu erhalten.
© Tierärzte ohne Grenzen
Das Projekt im Überblick
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Integrated Development and Resilience Initiative in South Kordofan and Blue Nile States (IDRI–SKBNS)
offizieller Titel
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BMZ – strukturbildende Übergangshilfe
Geber
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6.500.000 EUR
Budget
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2021 – 2026
Dauer
Hintergrund
Die anhaltende Krise im Sudan hat die ländliche Bevölkerung schwer getroffen, wobei die Bundesstaaten South Kordofan und Blue Nile besonders betroffen sind. Jahre andauernder Konflikte, unzureichender Investitionen und Umweltdegradation haben zu extremer Ernährungsunsicherheit, mangelhafter Infrastruktur und sozialer Fragmentierung geführt.
Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt IDRI–SKBNS, umgesetzt von Tierärzte ohne Grenzen in Partnerschaft mit World Relief und LM International, konzipiert, um chronische Verwundbarkeiten zu reduzieren und Perspektiven für langfristige Resilienz zu schaffen. Mit dem One-Health-Ansatz trägt die Initiative den miteinander verknüpften Bedürfnissen von Menschen, Tieren und Ökosystemen Rechnung.
Durch die Kombination aus akuter Versorgung und langfristiger Stärkung lokaler Systeme eröffnet das Projekt einen Weg hin zu Frieden, Stabilität und nachhaltiger Entwicklung in besonders fragilen Regionen.
© Tierärzte ohne Grenzen
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Projektbeschreibung und Ergebnisse
Das Projekt vereint Maßnahmen in den Bereichen Landwirtschaft, Tierhaltung, Fischerei, Gesundheit, Ernährung, Wasser-, Sanitär- und Hygienemaßnahmen (WASH) sowie Katastrophenvorsorge. Kleinbäuerinnen und -bauern erhielten verbessertes Saatgut, Werkzeuge, Schulungen und Zugang zu landwirtschaftlicher Beratung. Insgesamt wurden 54 Bauerngruppen unterstützt und 720 Landwirt*innen durch Kaskadenschulungen erreicht. Fünf Saatgutbanken wurden eingerichtet oder befinden sich im Aufbau, zudem wurden 114 Dorfberater*innen ausgebildet. Im Bereich Fischerei wurden acht Kooperativen wiederbelebt, 48 Fischer*innen erhielten fachliche Schulungen, weitere Trainings für Frauengruppen sind geplant.
Parallel dazu wurden 108 Gesundheits- und Gemeindemitarbeiter*innen zu Nahrungsmittelanreicherung und Säuglings- und Kleinkindernährung (IYCF) geschult, und 51 Mütter-Support-Gruppen gegründet. Maßnahmen zur Förderung von IYCF sowie Gesundheitsaufklärung fanden in Zusammenarbeit mit lokalen Gemeindestrukturen und staatlichen Gesundheitsbehörden statt.
Darüber hinaus wurden Gesundheits- und tiermedizinische Einrichtungen rehabilitiert, private tiermedizinische Apotheken unterstützt, 30 tiermedizinische Fachkräfte geschult und 170.000 Tiere geimpft. Mobile Kliniken, verbesserte Transportmöglichkeiten für gemeindebasierte Tiergesundheitshefler*innen sowie eine gestärkte tiermedizinische Infrastruktur trugen dazu bei, grundlegende Dienstleistungen wiederherzustellen. Im WASH-Bereich wurden 39 Wasserversorgungssysteme instand gesetzt, 43 Wasserkomitees geschult und Ersatzteile bereitgestellt. Im Rahmen des One-Health-Ansatzes wurden Arbeitsgruppen eingerichtet und Fachpersonal geschult – trotz Verzögerungen infolge des landesweiten Konflikts.
Abschließend wurden 12 gemeindebasierte Katastrophenvorsorgekomitees gegründet, Sensibilisierungs- und Vorbereitungstrainings durchgeführt und 50 Landwirt*innen im integrierten Management natürlicher Ressourcen geschult. Zusammengenommen stärkten diese Maßnahmen Resilienz, lokale Eigenverantwortung und friedliches Zusammenleben in Gemeinschaften, die mit den gleichzeitigen Herausforderungen von Klimastress und politischer Instabilität konfrontiert sind.
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Wirtschaftliche Wirkung und Nachhaltigkeit
Das Projekt hat wesentlich zur Wiederbelebung ländlicher Wirtschaftskreisläufe und zur Stärkung lokaler Systeme beigetragen. Durch die Unterstützung von landwirtschaftlichen Betrieben, Fischer*innen und pastoralen Gemeinschaften mit Sachmitteln, Schulungen und Marktanbindungen konnten Familien die Nahrungsmittelproduktion und einkommensschaffende Aktivitäten wieder aufnehmen. Verbesserte tiermedizinische und gesundheitliche Versorgung reduzierte die Anfälligkeit für Krisen, während berufliche Qualifizierungsmaßnahmen zur Diversifizierung der Haushaltseinkommen beitrugen.
Gemeindestrukturen wie Wasserkomitees, Mother Support Groups und Katastrophenvorsorgekomitees wurden befähigt, Verantwortung für zentrale Dienstleistungen zu übernehmen. Trotz operativer Herausforderungen infolge des anhaltenden Konflikts bieten diese Grundlagen lokaler Governance, Marktintegration und Dienstleistungsbereitstellung nachhaltige Perspektiven für eine fortgesetzte Resilienz in South Kordofan und Blue Nile.
Dieses Projekt wird durch die großzügige Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ermöglicht.