Rückkehr in die Zivilgesellschaft – Kindersoldat*innen im Sudan

22.05.2024

Noch immer werden Kinder von ihren Familien getrennt, um Krieg zu führen. Nicht nur die Kriegserfahrungen selbst sind traumatisch für die jungen Menschen. Oft geht der Krieg auch nach der Rückkehr in die zivile Welt noch weiter, in ihren Köpfen.

Die Rekrutierung von Kindersoldat*innen und der Einsatz von Minderjährigen beim Militär oder in bewaffneten Gruppen ist nach geltendem Völkerrecht eine von insgesamt sechs schweren Kinderrechtsverletzungen.

In vielen Teilen des Sudan und im Südsudan ist die Rekrutierung von Kindersoldat*innen immer noch ein massives Problem und stellt eine enorme Belastung für die Menschen dar. Die Not und die Gewalt des Bürgerkrieges gehen mittlerweile einher mit permanenten wirtschaftlichen Problemen und Hungersnot. Nicht enden wollende Konflikte werden durch massive Folgen des Klimawandels ergänzt. Die Lage für die Menschen im Sudan und im Südsudan ist katastrophal geworden.

Noch immer werden Kinder von ihren Familien getrennt, um Krieg zu führen. Nicht nur die Kriegserfahrungen selbst sind traumatisch für die jungen Menschen. Oft geht der Krieg auch nach der Rückkehr in die zivile Welt noch weiter, in ihren Köpfen.

Im Jahr 2021 startete Tierärzte ohne Grenzen in Zusammenarbeit mit UNICEF ein 17-monatiges Projekt zur Wiedereingliederung von Kindern im Bundesstaat Südkordofan im Sudan. Neben praktischen Unterstützungsmaßnahmen erhalten die ehemaligen Kindersoldat*innen auch psychische Unterstützung, um mit der Verarbeitung ihrer Erlebnisse fertig zu werden. Außerdem erhalten sie Zugang zu Bildung, besuchen Schulen oder erhalten andere Arten von Ausbildungsmöglichkeiten. In allen Fällen, in denen es eine noch so kleine Chance gibt, wird versucht, eine Familienzusammenführung zu ermöglichen.

Anlässlich des Red Hand Days im Februar hat Tierärzte ohne Grenzen beschlossen, das Thema Kindersoldat*innen in den Fokus zu rücken. Mithilfe von Erfahrungsberichten, Texten, Interviews und einer Veranstaltung zu dem Thema möchten wir nicht nur unsere Arbeit vorstellen, sondern auch diesem weltweiten Problem und der Situation von Kindersoldat*innen Beachtung schenken.

Ein Text von Anke Pahlenberg

Anlässlich des Red Hand Days 2023, des Welttags gegen den Einsatz von Kindersoldat*innen, veranstaltet ToGeV am 10. Februar 2023 eine Filmvorstellung mit anschließendem Paneltalk im Sputnik Kino in Berlin.

Mit Vertreter*innen verschiedener NGOs und politischer Institutionen sowie Expert*innen der psychologischen Perspektive wollen wir die Reintegration aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Außerdem zu Gast sein wird Esmael Tessema, ToGeVs Landesdirektor des Sudans, der spannende Einblicke in die Projektarbeit des Vereins geben sowie ein Video-Interview des ehemaligen Kindersoldaten Abu Baker Altom Hassan mitbringen wird. Im Anschluss an die Filmvorstellung und die Gesprächsrunde wird es Zeit für einen Austausch und Ausklang im Foyer des Kinos geben.

Zur Veranstaltung

Der Red Hand Day 2023 wurde gefördert durch Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.