Sudan

Die ersten Hinweise auf eine Besiedelung des Staatgebietes Sudan gehen bis auf das Jahr 5000 v. Chr. zurück und macht das Land zur ältesten Hochkultur des afrikanischen Kontinenten. Heute ist der Sudan eine der vielfältigsten Nationen Afrikas und mit 1,8 Mio. Quadratkilometern der drittgrößte Flächenstaat Afrikas und etwa fünfmal so groß, wie Deutschland.

Unsere Projektarbeit im Sudan auf einen Blick

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    geschulte
    Tiergesundheits-
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Ein Land mit tausend Gesichtern

Die demografische und geografische Vielfalt des Sudans ist eine der komplexesten in Afrika. Mehr als 50 ethnische Gruppen mit 160 einheimischen Sprachen teilen innerhalb der Grenzen des Sudans das Land. Auch landschaftlich zeigt sich der Sudan als wandelbar, mit tropischen Savannen im Süden bis hin zur trockenen Wüste im Norden.

Die wohl älteste Hochkultur Afrikas

Die erste Besiedelung des Gebietes des heutigen Sudans wird auf 5000 v. Chr. geschätzt. In den folgenden Jahrhunderten wurde das Gebiet entlang des Nils, damals bekannt als Nubien von vielen antiken Hochkulturen geprägt. Noch heute zeugen Pyramiden und königliche Friedhöfe, aber beispielsweise auch eine der weltweit ältesten bekannte Art der Keramik, von der Geschichtsträchtigkeit dieses Landes.

Natürliches Erbe

Der Sudan ist reich an natürlichen Ressourcen und einer faszinierenden Flora und Fauna. Geprägt von seinem mediterranen Klima, ist der Sudan besonders bekannt für den Anbau von Zitrusfrüchten und Äpfeln.

Auch Landschaftlich hat der Sudan einiges zu bieten: Das Naturspektakel des Dinder National Parks ist mit einer Fläche von 7.123 Quadratkilometern, ein von der Ramsar-Konvention anerkanntes Naturschutzgebiet und bekannt für seine außergewöhnlichen Beobachtungsstationen für mehr als 180 Vogelarten.

Eine der einzigartigsten Landschaften des Sudans ist der Jebel Marra. Die Vulkangruppe in der Region Darfur erstreckt sich über eine Fläche von 12.800 km. Die Berge erreichen eine Höhe von 3.042 Metern über dem Meeresspiegel und sind durchzogen von malerischen Wasserfällen und vulkanischen Seen.

Die neue „Kornkammer“ Afrikas?

Das sudanesische Ackerland von 170 Mio. Hektar wird von Entwicklungsexperten als ein verstecktes Juwel beschrieben, das das Potenzial hat, die neue „Kornkammer“ Afrikas und des Nahen Ostens zu werden. Experten schätzen, dass die Gebiete in der Lage wären, bis zu 40 % des weltweiten Nahrungsmittelbedarfs zu decken.

Der Nil und das Rote Meer bieten dem Sudan auch die Möglichkeit ein bisher wenig genutztes Standbein in der Fischereiindustrie zu fassen und das mit einem geschätzten Fischvorrat von 110.000 Tonnen.

Die sudanesische Land- und Viehwirtschaft macht ca. 90 % der Gesamtexporte aus. Verstärkt werden die Exporte durch die dominierende Position des Landes als einer der Top-5-Produzenten von Erdnüssen und Sesam weltweit, wobei der berüchtigte Gedarif-Sesam die Führung in der Markenqualität und Weltklasse übernimmt.

Gesellschaft

Sozialer Zusammenhalt und Religion sind tief in der sudanesischen Kultur verwurzelt. Dies manifestiert sich in traditionellen Bräuchen, wie dem Feiern von gesellschaftlichen Ereignissen und Feiertagen. So z.B. das Teilen des Iftar im Ramadan mit den Armen als eine Form der sozialen Solidarität und „Nafeer“, die sudanesische Tradition des gemeinsamen Arbeitens aller Gemeinschaftsmitglieder für gemeinsame Bedürfnisse. Nafeer ist gemäß der UNESCO-Konvention von 2003 als Element des sudanesischen lebenden/immateriellen Kulturerbes gelistet.

Ein Land im Wandel

In den Jahren 2018-2019 erlebte der Sudan eine von Frauen und Jugendlichen angeführte Revolution gegen die Militärregierung, die im April 2019 zu einem Staatsstreich und schließlich im September 2019 zur Übergabe der Exekutivgewalt an eine hybride militärisch-zivile Verwaltung führte. Etwa die Hälfte der Aktivist:innen der Revolution im Sudan waren Frauen, die für Demokratie, Freiheit und Gleichberechtigung kämpften. Kandaka, der Titel einer der alten nubischen Kriegerköniginnen, wurde zum Synonym für die weiblichen Revolutionäre, die an allen Fronten der Revolution eine wichtige Rolle spielten.


© Tierärzte ohne Grenzen e.V.

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Deshalb sind wir im Sudan:

Von den schätzungsweise 42 Mio. Sudanes:innen im Land leiden etwa 4,8 Mio. unter Ernährungsunsicherheit. Alleine 2,3 Mio. Kinder gelten als unterernährt. Insgesamt 5,5 Mio. Menschen benötigten 2019 dringend humanitäre Hilfe. Im Jahr 2019 bestätigte die internationale Organisation zur Klassifizierung von Ernährungssicherheit (IPC) die Befürchtung, dass der sudanesische Bundesstaat Dschanub Kurdufan unter einer akuten Ernährungsunsicherheit leiden und besonders viele Kinder gefährdet sein würden. Aus diesem Grund führen wir im Sudan vor allem Projekte zur Sicherung von Ernährung und Einkommen durch.

Neustart für befreite Kindersoldaten im Sudan

Gemeinsam mit UNICEF haben wir eine Reintegrationsstrategie entwickelt, um mehr als 1.500 Mädchen und Jungen, die aus den Fesseln des Konflikts befreit werden konnten einen Neustart zu ermöglichen.

Zum Projekt


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Kontakt / Länderdirektion

Esmael Tessema

Sudan
Landesdirektor

Tel.: +249 (0)963 70 77 00

Esmael@vsfg.org

Als Tierarzt mit einer Spezialisierung in Entwicklungsstudien und ländlicher Entwicklung, besitzt Esmael Tessema das Know-how zur Schaffung von Existenzgrundlagen und der mittel- und langfristigen Stärkung der Resilienz und Förderung einer nachhaltigen Entwicklung.

Esmael Tessema ist seit 2012 Teil des Teams.

„Meine Motivation schöpfe ich aus dem Wunsch, mich für die Menschen in Not zu engagieren und etwas Nützliches für sie zu bewirken.“