Spendenkonto

Tierärzte ohne Grenzen
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So wirkt Ihre Spende

Ihre Spende aus dem Aktionstag "Impfen für Afrika!" unterstützt die Arbeit von Tierärzte ohne Grenzen. In 2016 fördert unser Verein damit insbesondere drei Projekte zur Bekämpfung von Fluchtursachen im Südsudan. Die lang andauernden Konflikte und klimatischen Veränderungen der letzten Jahre haben zu einer Spirale der Armut, Hunger, Krankheit und Gewalt geführt - eine scheinbar perspektivlose Situation, die viele Menschen zur Flucht innerhalb des Südsudans sowie ins Ausland bewegt. Tierärzte ohne Grenzen trägt durch seine Projekte in verschiedenen Regionen des Südsudans zur nachhaltigen Existenzsicherung, Verbesserung der Lebensumstände und dadurch zur Bekämpfung von Fluchtursachen bei.

Flüchtlingsfamilie mit selbstgefangenem gebratenem Fisch
Dokumentation von Behandlungen

Bekämpfung von Fluchtursachen im Südsudan

Laut UNHCR sind fast 2,3 Millionen Menschen (Stand Dez. 2015) aus dem Südsudan auf der Flucht - das ist fast ein Fünftel (19%) der gesamten südsudanesischen Bevölkerung. Die Schwierigkeit der Situation zeigt sich besonders, wenn man bedenkt, dass 1,5 Millionen - also mehr als die Hälfte - dieser Flüchtlinge so genannte Binnenflüchtlinge sind, also Flüchtlinge im eigenen Land. Diese Binnenflüchtlinge, die oft nur mit einem Bündel Besitz unterwegs sind, treffen auf der Flucht auf Gemeinden, die selbst kaum das nötigste zum Überleben haben. Dies bedeutet eine extreme Belastung für die Menschen im jüngsten Staat der Erde; ein Staat, der durch politische und bewaffnete Konflikte krisengeschüttelter kaum sein könnte und dessen Einwohner nach einer gemeinsamen Erhebung von Tierärzte ohne Grenzen, der Johanniter und des südsudanesischen Gesundheitsministeriums gebietsweise noch immer  an den Folgen von Unterernährung leiden und gerade in den Flüchtlingslagern aufgrund katastrophaler hygienischer Bedingungen sterben. In unseren Projekten soll den Menschen kurz- und langfristig eine Perspektive im Land selbstaufgezeigt werden.

Ernährung sichern und Einkommen schaffen


Dabei ist ein wesentliches Mittel für Tierärzte ohne Grenzen die Verteilung von Saatgut und Fischereiausrüstungen. Die Menschen ist unseren Projekten werden zudem mit den nötigen Handwerkzeugen ausgestattet und im Rahmen einer nachhaltigen Landwirtschaft in den richtigen Anbau der Pflanzen eingewiesen. So haben die Teilnehmer nicht nur mittelfristig wichtige Grundnahrungsmittel zur Verfügung, sondern erlangen auch das nötige Wissen, um langfristig unabhängig von externer Hilfe zu sein. Um den Menschen möglichst vielfältige Mittel zur Verfügung zu stellen und damit ihre Widerstandsfähigkeit gegen sich ändernde klimatische Bedingungen zu stärken, werden in wassernahen Dörfern auch verstärkt Fischereiwerkzeuge verteilt, eingebettet in eine grundlegende Ausbildung zur Fischerei bzw. zum nachhaltigen Fischfang.

Wir teilen Gärtnereiausrüstung aus...
...und leiten die Bauern beim Anbau an.

Zusätzlich werden insgesamt 20 unserer „Village Community Banking“-Gruppen (VICOBA) in der Region gestärkt, damit mehr Menschen in die Lage kommen, sich durch Mikrokredite eine zusätzliche Einnahmenquelle neben der Landwirtschaft zu erschließen. Von dem eingenommenen Geld können beispielsweise ergänzende Nahrungsmittel oder Medikamente gekauft werden. Ein weiterer Bestandteil der Projekte ist die Verteilung von Hühnern primär an von Frauen geleitete Haushalte (z.B. Witwen, alleinerziehende, Schwangere) und das Training in der Hühnerhaltung. So leistet Tierärzte ohne Grenzen nicht nur einen Beitrag zur Ernährungssicherung, sondern sorgt insgesamt auch für eine ausgewogenere Ernährung sowie zusätzliches eigenes Einkommen der Menschen. Nicht nur die Privathaushalte, sondern auch die kleinunternehmerische Wirtschaft der Region profitiert: Denn umso mehr Menschen ihre Waren auf den Märkten verkaufen, dadurch Geld verdienen und davon wieder andere Waren kaufen, desto stabiler können Nahrungsmittel und Waren angeboten und verkauft werden.

Ein besonderes Projekt aus den Dreien ist das „Integrierte Programm zur Ernährungssicherung in Jur River County. Es wird durch die Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert und wird von Tierärzten ohne Grenzen gemeinsam mit der Johanniter Unfall Hilfe durchgeführt. Das Projekt ist in drei Komponenten unterteilt, die in der Gesamtwirkung die durch Mangelernährung verursachten Krankheits- und Todesfälle reduzieren sollen. Wenn die Menschen sich vor Ort ausgewogen ernähren können, gibt es weniger Gründe zu fliehen. Damit wird durch das Projekteine wesentliche Fluchtursache bekämpft. Die beiden Komponenten „Nutrition“ - die Behandlung von akuter Unterernährung - und „Hygiene und Sanitärversorgung“ - also die Einrichtung von Sanitäranlagen, um die Infektionsraten von Krankheiten zu senken - werden von der Johanniter Unfall Hilfe anvisiert, während Tierärzte ohne Grenzen die Komponente der „Nahrungsmittelsicherheit“ übernimmt.

Die eingefahrene Ernte...
...kann sich sehen lassen!

Tiergesundheit bedingt Nahrungsmittelsicherheit

Um nachhaltig die Nahrungsmittelsicherheit im Südsudan zu verbessern, spielen die Tiere der Pastoralisten in der Region eine große Rolle, da ihre Eier, Milch und Fleisch insbesondere in infrastrukturschwachen Gebieten ohne regelmäßige Warenlieferungen wichtige Eiweißlieferanten sind und auch während Dürren oder Überschwemmungen die Menschen mit Nahrung versorgen können: Solange die Tiere gesund sind genügend Futter finden, ernähren sie die Menschen, auch wenn Ernten vernichtet wurden. Deshalb ist die veterinärmedizinische Versorgung der Nutztiere und Schulung der Tierhalter  in diesen Projekten ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Einerseits bauen wir stetig  unser Tiergesundheitssystem aus, indem wir vor Jahren angelernte Tiergesundheitshelfer weiterbilden, sowie neue Tiergesundheitshelfer ausbilden und diese mit den notwendigen veterinärmedizinischen Werkzeugen und pharmazeutischen Mitteln ausrüsten. Die Tiergesundheitshelfer bilden den Grundstein unserer veterinärmedizinischen Versorgung: Sie sind in der Lage die verschiedenen Nutztiere gegen die häufigsten Krankheiten zu impfen und bei Schädlingen wie Würmern Abhilfe zu schaffen. Unsere Tiergesundheitshelfer sind auch immer selbst erfahrene Tierhalter, die andere Tierhalter zum Beispiel in Fragen von Weide- und Futtermanagement  beraten können. Zusätzlich beraten wir insbesondere die Halter größerer Herden, um Krankheitsfällen und Seuchen vorzubeugen und damit die Nahrungsmittelversorgung durch die Herden sicherzustellen: Gesunde Tiere bedeuten gesunde Menschen.

Die Ziegen werden von Tierärzte ohne Grenzen entwurmt...
...und geimpft.

Aber auch andere Aktivitäten in unseren Projekten sollen die Nahrungsmittelversorgung in den Regionen verbessern. So versucht Tierärzte ohne Grenzen, die die Produktivität der Bauern (sogenannte Agro-Pastoralisten) zu erhöhen, damit  Überschüsse, die nicht für den Eigenbedarf gebraucht werden, auf den Märkten verkauft oder getauscht werden können. Denn die meisten Bauern bewirten ihre Felder noch per Handarbeit und sind somit einerseits in der Größe und in der Produktivität an die Grenzen ihrer eigenen Arbeitskraft gebunden. Um dauerhaft mehr Nahrungsmittel in den Regionen produzieren zu können, muss in kleinen verträglichen Schritten der Fortschritt in die Bewirtschaftung der Landflächen einziehen. Um die Bauern dabei zu unterstützen, werden wir daher ein Fortbildungssystem in den Regionen einführen. Dabei soll es einerseits um grundlegende Techniken zum richtigen Umgang mit Saatgut und Ressourcen wie Wasser gehen, und andererseits um die Steigerung der eigenen landwirtschaftlichen Produktivität durch die Nutzung von Ochsenkarren und -pflügen. Damit diese Maßnahmen möglichst viele Menschen erreichen, werden verschiedene Fortbildungsmöglichkeiten für Kleinbauern eingerichtet, gleichzeitig sollen in Luonyaker - einem Dorf, das schon seit 1998 von Tierärzte ohne Grenzen unterstützt wird -  ein Forschungszentrum und zwei größere Fortbildungszentren für  Pastoralisten entstehen, in denen dann größere Gruppen von Bauern und Tierhaltern geschult werden können, damit sie ihre Arbeit nachhaltiger und produktiver  gestalten können. Um diese an die lokalen Gegebenheiten angepassten Fortbildungsmaßnahmen zu ermöglichen und möglichst dauerhaft in der Region zu etablieren, konzeptioniert Tierärzte ohne Grenzen  nahezu alle Maßnahmen in Zusammenarbeit mit der Regierung, anderen Nichtregierungsorganisationen und privaten Beratern aus der Region. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter von Tierärzte ohne Grenzengrundlegende Lerninhalte sammeln und strukturieren, Ausbilder rekrutieren, Konzepte erproben, Räumlichkeiten ausfindig machen, Absprachen mit der Regierung machen und die Bauern miteinbeziehen. Nur wenn diese Aspekte ineinander greifen und funktionieren, können möglichst viele Menschen davon profitieren.

Von den geimpften Hühnern...
...profitieren insbesondere frauengeführte Haushalte.

Finanzierung nur mit Ihrer Hilfe

Doch damit alle drei Projekte mit ihren Projektaktivitäten reibungslos ablaufen, muss auch die Finanzierung gesichert sein. Die drei Projekte werden von großen Gebern gefördert: vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, von der Europäischen Union und durch das Kanadische Ministerium für globale Angelegenheiten. Doch für jedes Projekt muss unser Verein auch einen sogenannten „Eigenanteil“ der Projektfinanzierung übernehmen: Mit dieser Deckung von 10-25% der Gesamtprojektsumme sollen Organisationen ihre Unabhängigkeit und Handlungsfähigkeit beweisen. Aus diesem Grund sind wir auf Ihre Spenden angewiesen, um genügend Mittel für unsere Eigenanteile zu sammeln und so auch zukünftig die Projektfinanzierungen sicherstellen zu können.

Doch wenn uns dies gelingt, können wir einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, das Leben der Menschen im Südsudan zu verbessern und ihnen dabei helfen, ihr Land für folgende Generationen sicherer, und lebenswerter zu gestalten.

Hier können Sie sich für den Aktionstag anmelden.

 
Hauptsponsor
Merial
Mit freundlicher Unterstützung von
Synlab