Gesundheit im Einklang: One Health in Kenia

In North Horr, Marsabit County, Kenia lassen wiederkehrende Dürren und Springfluten die Menschen immer wieder in humanitäre Notlagen abgleiten. Die schlechte oder in den Gebieten der Wanderhirten zum großen Teil nicht vorhandene medizinische Versorgung von Menschen und Tieren verschärft diese Krisen zusätzlich. Zudem mangelt es an Wissen und Bewusstsein über die Einhaltung von grundlegenden Hygienestandards, die der Prävention von Krankheiten und dem Schutz vor Parasiten dienen. Wir begegnen diesen Herausforderungen in North Horr in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus dem humanmedizinischen Bereich und Umweltwissenschaften, ganz nach dem Konzept des transdisziplinären One-Health-Ansatzes.

Ein Pastoralist mit seiner Herde.
© Tierärzte ohne Grenzen e.V.

Projekt in Zahlen und Fakten

  • 20.772

    Erreichte Menschen

  • 542.759

    Behandelte Tiere

  • 37

    Ausgebildete Tiergesund-
    heitshelfer:innen

  • 1.992.372,30

    Gesamtbudget (Euro), durchgeführt
    in Kooperation mit CCM,TriM & DIST

Gesunde Tiere. Gesunde Menschen. Gesunde Umwelt.

Stärkung der Widerstandskräfte

Konkret werden in diesem One Health-Projekt die Widerstandskräfte von Menschen und ihren Tieren durch human- bzw. veterinärmedizinische Dienstleistungen gestärkt. Dabei handelt es sich schwerpunktmäßig um Interventionen, die Krankheiten verhindern sollen. Derartige Prävention ist insbesondere für arme Bevölkerungsgruppen essenziell, da die medizinische Versorgung oft weit entfernt und unbezahlbar ist

Verbesserung der human­ und veterinärmedizinischen Versorgung

Wir bilden in diesem Projekt Gemeindegesundheitshelfer*innen aus, sodass sie auch in abgelegenen Gebieten mithilfe mobiler Kliniken Menschen betreuen, impfen und behandeln können. So verbessern wir die tiermedizinische Betreuung und Versorgung, indem wir Gemeindemitglieder im Erkennen von Krankheiten schulen und so bei der Aufklärung der Bevölkerung und der Seuchenkontrolle mitwirken. Zudem unterstützen wir die kenianischen Behörden v. a. logistisch sowie mit Medikamenten, damit sie Impfkampagnen und Seuchenkontrollen möglichst flächendeckend durchführen können.

Schulungen zu Hygiene im Haushalt und in der Herstellung von tierischen Lebensmitteln vermitteln darüber hinaus Wissen zu Praktiken, durch die Krankheitsübertragungen verhindert werden und Ernährung sicherer und ergiebiger wird. Auf diese Weise können sich die Menschen zum einen besser vor Krankheiten schützen, die zwischen Tier und Mensch übertragbar sind, sogenannte Zoonosen (z. B. Wurmerkrankungen, aber auch Milzbrand oder Brucellose). Zum anderen hat der bessere Gesundheitszustand der Tiere einen positiven Einfluss auf die Nahrungsmittelversorgung und Einkommensgewinnung ihrer Besitzer:innen.

Anpassung an den Klimawandel

Durch die Vermittlung von einfachen aber effektiven Methoden der Wettervorhersage kann sich zudem frühzeitig auf drohende Dürreperioden eingestellt und entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Auch hier zeigt sich, dass Vorbereitung die effektivste Form des Katastrophenmanagements ist. Nur in transdisziplinären Partnerschaften ist es möglich, den diversen Herausforderungen unserer Zielgruppen zu begegnen und die Gesundheit und das Wohlergehen von Menschen, Tieren und ihrer geteilten Umwelt zu erhalten und zu verbessern.

Getrennte Wasserzugänge sind besonders wichtig, um die Gesundheit von Mensch und Tier zu schützen.
© Tierärzte ohne Grenzen e.V.
Eine Gruppe junger Frauen auf dem Weg, um Wasser zu holen.
© Juozas Cernius

Der One-Health-Ansatz

Die Erde ist ein zusammenhängendes Ökosystem in dem alle Lebewesen, ob Mensch, Tier und Pflanze in Wechselwirkung miteinander stehen. Zuletzt zeigten uns die Vogelgrippe, Ebola und die COVID-19-Pandemie, dass Krankheiten aus der Tierwelt die menschliche Existenz gefährden. Dem One-Health-Ansatz liegt zugrunde, dass Gesundheit zu schaffen und zu sichern komplex ist, und nur durch die Zusammenarbeit verschiedener Akteure und über verschiedene Sektoren hinweg erreicht werden kann.

Erfahre mehr zum One-Health-Ansatz

„Die Beziehung zwischen den Hirten und ihren Tieren ist eine enge! Von den Tieren hängt sowohl ihre Ernährungssicherheit sowie ihr gesamtes Einkommen ab. Eine Reihe an Krankheiten erschwert das Leben der Hirten und das ihrer Tiere zusätzlich. Brucellose z.B. wird durch den Verzehr von Rohmilch vom Tier auf den Menschen übertragen. (1/2)“
Zachary Akiding Sanger
Animal Health Supervisor
(One Health-Projekt, Kenia)
„Die Gesundheit von Mensch und Tier ist also in hohem Maße miteinander verbunden. Hier gibt es zwei Arten von Lösungen die ToGeV implementiert: Die erste besteht darin, die Hirten aufzuklären, die Milch der Tiere abzukochen, um die Infektionsrate der Krankheit beim Menschen zu verringern. Der zweite Punkt, den wir vorschlagen, ist die Impfung der Tiere. (2/2)“
Zachary Akiding Sanger
Animal Health Supervisor
(One Health-Projekt, Kenia)

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