52 ausgebildete Tiergesundheitshelfer:innen für South Omo

Die South Omo Region in Äthiopien leidet unter immer wiederkehrenden Dürreperioden. Mensch, Tier und Umwelt sind unausweichlich betroffen. Die Sterblichkeitsrate der Viehbestände steigt, es herrscht große Ernährungsunsicherheit und das Weideland kann durch die Trockenheit in weiten Arealen nicht mehr bewirtschaftet werden. Eine der Konsequenzen: steigende Infektionsraten und Mangelerscheinungen bei Mensch und Tier. Ziel ist es demnach, die Anpassungsfähigkeit der am stärksten gefährdeten Gemeinden gegenüber derartigen Krisen zu stärken. Den große Not leidenden Haushalten wird der Zugang zu einer nachhaltigen Grundversorgung ermöglicht. Mit der Projektarbeit erhöhen sich die Chancen auf eigenes Einkommen und so auf ein sicheres Leben. Die lokalen Behörden in South Omo werden zudem in ihrer Fähigkeit, Risiken für Naturkatastrophen zu handhaben, gestärkt.


© Tierärzte ohne Grenzen e.V.

Widerstandsfähigkeit gegenüber Krisensituationen

Ziel dieses Projekts ist es, die Anpassungsfähigkeit der am stärksten gefährdeten Gemeinden gegenüber diversen Krisensituationen zu stärken. Den große Not leidenden Haushalten ermöglichen wir den Zugang zu einer nachhaltigen Grundversorgung, wodurch sich die Chancen auf eigenes Einkommen und so auf ein sicheres Leben erhöhen. Außerdem wurden die lokalen Behörden in South Omo zudem in ihrer Fähigkeit, Risiken für Naturkatastrophen zu handhaben, durch uns gestärkt.

Impfungen für über 770.000 Tiere

Das Projekt strebt vor allem eine optimierte, nachhaltige Tierhaltung und Lebensmittelproduktion an. Bisher haben 119 Kamelhalter:innen und weitere 559 Haushalte an einer Ausbildung zu nachhaltiger Tierhaltung teilgenommen. Dies beinhaltete u. a. die verstärkte Überwachung von Tierkrankheiten. Hierfür wurden 52 Tiergesundheitshelfer:innen ausgebildet, um die Viehhalter:innen in dieser Aufgabe zu unterstützen. So konnten bereits über 770.000 Tiere in South Omo geimpft werden. Weiterhin bekamen zwei Veterinärkliniken in der Region veterinärmedizinische Hilfsgüter und Kühlkettenausrüstungen, um Impfstoffe über lange Transportwege sicher liefern zu können.

„Heute habe ich keine Nachteile mehr, als weibliche Tiergesundheitshelferin in dieser Region zu arbeiten. Viele bevorzugen mich sogar, da ich mich besonders gut mit aktuellen Krankheiten, den richtigen Dosierungen und Behandlungsmethoden auskenne. Mittlerweile möchten viele ihre Tiere nur noch von mir behandeln lassen. Darauf bin ich stolz.“

Goyte Wado, Tiergesundheitshelferin
(auf dem Foto mit ihren Patient:innen zu sehen)


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Reaktiviertes Weideland und Tierhandel

Mit dem Projekt haben wir außerdem die Reaktivierung und Bewirtschaftung von bisher nährstoffarmem und ausgetrocknetem Weideland ermöglicht. Dazu gehören z. B. das gemeinschaftliche Kartieren und Analysieren der Ressourcen innerhalb verschiedener Interessengruppen. Um das Vieh während der Dürreperioden mit Wasser versorgen zu können, haben wir acht Wasserstellen eingerichtet bzw. modernisiert. Mithilfe einer Kampagne haben wir wichtige Informationen über den Handel von Vieh auf dem Markt verbreitet. Kommuniziert wurde diese Kampagne über u.a. über lokale Radiosender, Mundpropaganda und öffentliche Diskussionsrunden sowie eine eigens errichtete Genossenschaft für den Viehhandel.

Fischerei – ein neues wirtschaftliches Standbein

Als alternative Lebensgrundlage haben wir zudem die lokale Fischerei aufgebaut. Hierfür wurde Fisch zunächst als Ressource für die Region mit Blick auf die Wertschöpfungskette und den Markt analysiert. So kam es zur Einrichtung und Stärkung von drei Fischereigenossenschaften und Schulungen für die Fischer:innen über den Aufbau von Kapazitäten sowie die Unterstützung durch neue Ausrüstungen.


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Anpassung an den Klimawandel

Extreme Wetterereignisse wie Dürren und schwere Überschwemungen sind in Ostafrika keine  Seltenheit. Durch die Veränderung der klimatischen Bedingungen werden sie zunehmend häufiger und langwieriger.

Sie treffen die verwundbare Landbevölkerung besonders hart und haben meist den Verlust der Lebensgrundlage und Hunger zur Folge.

Steigerung der Widerstandsfähigkeit und Produktivität von Nutztieren durch Veterinärmedizinische Dienstleistungen und effektive Wasser- und Futtervorratshaltung sind wichtige Maßnahmen in der Vorbereitung auf Dürreperioden. Außerdem spielt das nachhaltige Management von Ressourcen eine große Rolle. Dazu gehören u.a. die Anpassung des Weidemanagements an klimatische Veränderung, die Rehabilitierung von Weideland nach Übernutzung und den Aufbau von Verwaltungsystemen, die Katastrophenvorsorge, -management und “Early Recovery“ ermöglichen.

Weitere Handlungsfelder