Unsere Projektländer

Unsere geographische Verortung umfasst die Region östlich des Nils beziehungsweise östlich des Ostafrikanischen Grabenbruchs. Dieser Raum Ostafrikas weist eine große kulturelle Heterogenität durch die verschiedensten Volksgruppen auf. Repräsentativ für eine homogene Kulturtradition ist dagegen die Küste. Sie ist vor allem von der Gesellschaftsform der Swahili aus Ostarabien und Indien beeinflusst.

Äthiopien

Äthiopien ist immer wieder von Dürren betroffen. Tierärzte ohne Grenzen e.V. unterstützt Menschen bei der Entwicklung von Strategien, wie man in Dürrezeiten die Verluste für Mensch und Tier gering halten kann.

Somalia

Projekte in dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Land umzusetzen, bleibt nach wie vor eine enorme Herausforderung. Im Süden und in Zentralsomalia sind nur Nothilfeprojekte möglich. Im Norden jedoch kann auch Entwicklungshilfe stattfinden.

Pastoralisten in Marsabit, Kenia

Kenia

Das beliebte Urlaubsland Kenia ist in einigen Teilen stark vom Klimawandel betroffen. Wir helfen die Lebensbedingungen von nomadischen oder halbnomadischen Nutztierhaltern zu verbessern und so der Landflucht entgegenzuwirken.

Südsudan

50 Jahre Bürgerkrieg haben tiefe Spuren im Land hinterlassen. Trotz des Friedensvertrags 2015 kommt es immer wieder zu Gewaltausbrüchen mit der Folge, dass nun über 5 Mio. Menschen auf Nahrungshilfe angewiesen sind.

Sudan

Die humanitäre Lage im Sudan ist komplex und wird durch vielerlei Ursachen beeinflusst. Chronische Unterentwicklung und weit verbreitete Armut werden durch Naturkatastrophen verschärft. 

Deutschland

Schutz vor Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertagen werden, bietet die Impfung. Die am Aktionstag Impfen für Afrika! teilnehmenden Tierarztpraxen in Deutschland impfen ihr Haustier und spenden die Hälfte der Einnahmen an Tierärzte ohne Grenzen e.V.

Meldungen aus den Projekten

| Topmeldung

Welttollwuttag 2017

Seit fast zehn Jahren ist Tierärzte ohne Grenzen e.V. einer der Hauptakteure bei der Tollwutbekämpfung in Kenia. Durch vorbeugende Impfungen und...

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Nothilfe in Südsomalia: Hunger lindern und ein Leben in Würde ermöglichen

Projektmitarbeiter Zacharias schaut zufrieden auf sein Notebook. Vor ihm ist die E-Mail, auf die er so sehr gehofft hat. Er arbeitet seit einem...

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Überfall auf das Guadiang-Viehlager im Südsudan

In den ländlichen Gebieten von Ostafrika ist das Leben der Menschen sehr eng mit ihren Tieren verbunden. Die meisten Menschen sind Wanderviehhirten,...

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Glossar

Tiergesundheitshelfer sind Menschen aus unseren Projektgebieten, die von ihren Dorfgemeinschaften für diese Aufgabe ausgewählt werden. Sie erhalten eine 14-tägige praktische und theoretische Ausbildung durch einen Veterinär. 

Diese findet meist mit Hilfe von Schaubildern statt, denn viele angehende Tiergesundheitshelfer können nicht lesen und schreiben. Nach der Ausbildung sind sie in der Lage, grundlegende Tierkrankheiten zu erkennen und zu behandeln. Dafür werden sie mit Ausrüstung wie Spritzen und Nadeln, Impfstoffen und Medikamenten ausgestattet. Dazu gehören ein hitzestabiles Antibiotikum, ein Entwurmungsmittel, ein Mittel gegen die Schlafkrankheit der Rinder, Puder gegen Läuse, Augensalbe, Wundöl und ein Mittel gegen Zecken.

Die Ausbildungsdauer erscheint auf den ersten Blick sehr kurz. Dabei muss man aber bedenken, dass die Menschen bereits einen großen Wissensschatz über die richtige Haltung der Tiere und über Krankheitsbilder mitbringen, der von Generation zu Generation weitergegeben wird. Schließlich spielen Nutztiere in unseren Projektgebieten eine große Rolle und Mensch und Tier leben sehr eng beieinander. Kinder helfen von klein auf bei der Versorgung und erwerben so im Alltag viel Wissen über die Tiere. Trotzdem kann man einen Tiergesundheitshelfer nicht mit einem Tierarzt vergleichen. Mit grundlegenden Behandlungen wie Wurmkuren und vorbeugenden Impfungen kann man aber schon viel erreichen.

Nach der Ausbildung betreuen Tiergesundheitshelfer die Tiere in ihrem Dorf und den umliegenden Dörfern. Viele absolvieren täglich weite Strecken zu Fuß. Deshalb statten wir sie mit Fahrrädern aus, damit sie die großen Distanzen zwischen den Dörfern leichter zurücklegen können. Einige Tiergesundheitshelfer eröffnen kleine Läden, in denen sie andere Tierhalter beraten und Medikamente ausgeben. Tiergesundheitshelfer erhalten die Möglichkeit, regelmäßige Auffrischungskurse zu absolvieren und sich weiter fortzubilden.

Bei diesem Ansatz erhalten Menschen für geleistete Arbeit einen Tageslohn (ca. 3 Euro/Tag) und oft auch eine warme Mahlzeit. Die Menschen verwenden ihren Lohn z.B. für Essen, für die medizinische Versorgung, für Kleidung oder für die Zahlung ausstehender Schulden. 

Die Arbeiten sind in der Regel Gemeinschaftsprojekte, beispielsweise das Entsanden von Wasserstellen oder die Instandsetzung von Schulen oder Straßen. Solche Maßnahmen sind besonders nach Naturkatastrophen oder in Zeiten von akutem Nahrungsmangel sinnvoll. Die Betroffenen werden mit einbezogen, sie können selbst aktiv werden, statt durch eine reine Hilfe in Form von Nahrungsmitteln in eine Bittsteller-Haltung gedrängt zu werden. Zusätzlich tun sie etwas Nützliches, das ihnen und ihrer Gemeinde direkt zugute kommt. Auch die lokale Wirtschaft wird durch „Cash-for-Work“-Maßnahmen gestärkt, denn mit dem erhaltenen Lohn können sich die Menschen vor Ort Lebensmittel kaufen, statt auf importierte Nahrung zurückgreifen zu müssen.

In unseren Projekten machen wir die Menschen mit dem VICOBA-Konzept vertraut, was frei übersetzt so viel wie Dorfgemeinschafts-Bankensystem bedeutet.

Dabei werden Gruppen von 35-60 Personen gebildet, die sich einmal wöchentlich treffen. Jeder Teilnehmer zahlt einen Mindestbetrag von umgerechnet ca. einem Euro für einen festgelegten Zeitraum (meist ein Jahr) in die Gemeinschaftskasse ein. Sobald die Ersparnisse sich genügend vermehrt haben, können die Mitglieder abwechselnd Anleihen daraus entnehmen. Die Kredite dienen als Startkapital für Einkommen schaffende Aktivitäten, z.B. Viehvermarktung, Hühner- oder Bienenzucht oder den Handel mit Salz, Zucker, Getreide und Aloe Vera-Pflanzen. Meist liegt die Kredithöhe bei etwa 50 €. Bei Rückzahlung werden 10% Zinsen auf das geliehene Geld gezahlt. Am Ende des Jahres erhält jedes Gruppenmitglied eine Auszahlung im Verhältnis zur Höhe seiner ursprünglichen Einzahlung. Die Gruppen schaffen so in kurzer Zeit durch gemeinsame Ersparnisse, was jedem Einzelnen nur schwer möglich wäre.

Die VICOBA-Gruppen haben noch eine weitere wichtige Funktion: In eine zweite kleinere Kasse zahlen die Mitglieder wie in eine gemeinsame Haushaltskasse ein. Sie ist für finanzielle Engpässe oder Notfälle gedacht. Wenn jemand auf Geld aus dieser Kasse angewiesen ist, muss er es nicht zurückzahlen. Er kann aber als Dank eine größere Summe einzahlen, wenn er finanziell wieder auf sicheren Füßen steht. So entsteht eine finanzielle Absicherung für alle Mitglieder.