In den ländlichen Gebieten Ostafrikas, in denen sich Tierärzte ohne Grenzen e.V. engagiert, ist das Leben der Menschen sehr eng mit dem ihrer Tiere verbunden.

Nutztiere, vor allem Rinder, haben einen hohen kulturellen Stellenwert. Die Tiere liefern Nahrungsmittel und Rohstoffe für die Herstellung von Decken, Kleidung und Nutzgegenständen. Rinder und Hühner laufen zwischen den Hütten herum. Kinder spielen mit Hunden, Schafen und Ziegen, sie helfen von klein auf bei der Versorgung des Viehs mit. Oft trinken die Kinder die Milch der Ziegen direkt aus dem Euter. Krankheiten, wie Zoonosen, die vom Tier auf den Menschen übertragbar sind, haben unter diesen Bedingungen leichtes Spiel: Erkranken die Tiere, wird die Infektion häufig auch auf die Menschen übertragen. Tuberkulose, Brucellose und Bandwürmer sind weit verbreitet. Auch durch Hunde übertragene Tollwut stellt eine große Gefahr dar.

Vorbeugung ist deshalb extrem wichtig. Zwar besitzen die Menschen ein umfangreiches Erfahrungswissen zur Behandlung kranker Tiere, das über viele Generationen weitergegeben wurde. Allerdings fehlt es an modernen Medikamenten und Impfstoffen, die bereits dem Ausbruch vieler Krankheiten vorbeugen könnten. Daher sind die Menschen aufgeschlossen gegenüber der Arbeit von Tierärzte ohne Grenzen e.V., denn der Verein kann ihr Wissen in Bezug auf Tierkrankheiten ergänzen und ihnen die nötigen Arzneimittel zur Verfügung stellen.