Aktuelle Studie zu Deutschlands Engagement in der NTDs-Forschung

19.07.2024

Deutschland erhöht zwar seine Forschung zu vernachlässigten Tropenkrankheiten, liegt jedoch unter dem Durchschnitt der zehn führenden Länder weltweit. Nach der aktuellen Studie, vom Bundesforschungsministeriums in Auftrag gegeben, sind mehr und langfristige Investitionen erforderlich. Die Untersuchung wurde am 27. Juni 2024 vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Berlin vorgestellt.

Weltkarte vernachlässigter Tropenkrankheiten

© DNTDs

Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit leiden laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an vernachlässigten Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTDs). Diese Krankheiten betreffen vor allem Bevölkerungsgruppen, die in extremer Armut leben und keinen Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser und angemessener Hygiene haben. Die WHO listet derzeit 21 dieser Krankheiten, darunter lebensbedrohliche Zustände wie Schlangenbissvergiftungen und Infektionen durch Würmer, Einzeller, Bakterien oder Viren. Trotz bestehender Behandlungsmöglichkeiten oder Impfungen sind diese in den meisten betroffenen Ländern schwer erhältlich oder unerschwinglich.

Im Jahr 2018 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erstmals eine Analyse zum Beitrag deutscher Institutionen in der Forschung und Entwicklung zu NTDs in Auftrag gegeben. Diese Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, dem Deutschen Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten e.V. und weiteren renommierten deutschen Forschungsinstitutionen durchgeführt. Die aktuelle Erhebung ist die erste nach der Unterzeichnung der Kigali-Erklärung durch die Bundesregierung im Jahr 2022, in der sich Deutschland verpflichtet hat, den globalen Kampf gegen NTDs zu unterstützen.

Wir freuen uns, dass unser Vorstandsvorsitzender Christian Griebenow und unser Aufsichtsratsmitglied Prof. Dr. Norbert Mencke an dieser wichtigen Studie mit einem Beitrag zu Nahrungsmittelübertragene Trematoden-Infektionen beteiligt waren.

Griebenow & Mencke:

„Verglichen mit der Forschung zu anderen NTDs und angesichts der globalen Bedeutung von lebensmittelbedingten Trematoden ist der deutsche Beitrag weltweit sehr gering, insbesondere im Vergleich zu endemischen Ländern wie China und Thailand.“

v.l.n.r. Christian Griebenow, Prof. Dr. Jürgen May (Vorstandsvorsitzender des BNITM), Prof. Dr. Norbert Mencke

Diese Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer verstärkten und strukturierten Förderung der NTD-Forschung in Deutschland, um einen wirkungsvollen Beitrag im globalen Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten zu leisten. Wir von Tierärzte ohne Grenzen setzen uns weiterhin dafür ein, diese Forschung voranzutreiben und die Lebensbedingungen der betroffenen Bevölkerungsgruppen zu verbessern.

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