Frauen sind durch ihre gesellschaftliche Stellung in unseren Projektgebieten in vielerlei Hinsicht benachteiligt: Sie haben einen untergeordneten sozialen Rang und wirtschaftlich weniger Rechte. Zusätzlich werden sie im Umfeld der immer wieder aufflammenden Bürgerkriege häufig Opfer von körperlicher und sexueller Gewalt.

Geht es um die Verwendung von Besitztümern der Familie, in etwa tierische Produkte, müssen Frauen zurückstecken. Als Opfer von körperlicher und sexueller Gewalt, die sowohl außerhalb als auch innerhalb der eigenen Familie stattfindet, erleiden Frauen täglich Unrecht. In Somalia kommt noch die weit verbreitete Praktik der Genitalverstümmelung hinzu, die meist schon im Kleinkindalter ohne Betäubung und unter prekären hygienischen Bedingungen vollzogen wird. Die betroffenen Frauen leiden ihr Leben lang.

Aus diesem Grund setzen wir uns seit einiger Zeit verstärkt für Geschlechtergerechtigkeit und die ökonomische Stärkung der Frauen ein. Wir wissen, dass davon auch die Kinder profitieren, denn die Mütter investieren ihre Einnahmen zum großen Teil in Ernährung, Gesundheit und Bildung ihrer Kinder. In unseren Projekten setzen wir neben der Unterstützung von kleinen Gewerben für die Frauen insbesondere auf einen gesellschaftlichen Dialog und die Einbeziehung von Dorfältesten, Sippen-Chefs und Ehemännern. Denn nur wenn die Männer die Vorteile von gestärkten Frauenrechten erkennen und diesen gesellschaftlichen Wandel akzeptieren, wird sich die Situation der Frauen langfristig verbessern.