Esel brauchen unsere Aufmerksamkeit
Ein Rückblick auf den Welttag der Esel 2026 in Somaliland
© Tierärzte ohne Grenzen
Der Welttag der Esel wird jedes Jahr am 8. Mai begangen. Seit seiner Einführung im Jahr 2010 würdigt er die Widerstandsfähigkeit und Bedeutung dieser oft unterschätzten Tiere. Gleichzeitig macht der Aktionstag auf die zahlreichen Gefahren aufmerksam, denen Esel weltweit ausgesetzt sind.
Auch wenn der 8. Mai inzwischen einige Wochen zurückliegt, bleibt seine Botschaft aktuell – besonders in Somaliland. Dort sind Esel für viele Familien weit mehr als Arbeitstiere: Sie transportieren Wasser, Brennholz, Lebensmittel und Baumaterialien und tragen damit wesentlich zum Einkommen und zum täglichen Leben ihrer Besitzer bei.
Gemeinsam für den Schutz der afrikanischen Esel
In Hargeisa stand der Welttag der Esel 2026 unter dem Motto:
„Der Erhalt des afrikanischen Esels liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung.“
Organisiert wurde die Veranstaltung von Tierärzte ohne Grenzen e.V. gemeinsam mit dem Ministerium für Viehwirtschaft und ländliche Entwicklung, dem Social and Animal Welfare Service sowie weiteren Partnerorganisationen und lokalen Akteuren.
Im Mittelpunkt standen das Wohlergehen von Arbeitseseln und die Folgen des illegalen Handels mit Eselshäuten. Dieser Handel bedroht nicht nur die Eselbestände in Somaliland, sondern auch die Lebensgrundlagen der Menschen, die auf die Tiere angewiesen sind.
Während des Aktionstages informierten Fachkräfte Tierhalter*innen über eine bessere Versorgung und einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Tieren. Insgesamt erhielten 80 Esel eine tiermedizinische Behandlung, darunter Entwurmungen und die Versorgung von Wunden.
Auch junge Menschen wurden einbezogen: An der Qule Aadan Secondary School erfuhren Schüler*innen mehr über die Bedeutung von Eseln und ihre Bedürfnisse. Darüber hinaus würdigte die Veranstaltung Menschen, die sich mit besonderem Engagement für den Schutz und das Wohlergehen der Tiere einsetzen.
In Somaliland – wie auch in anderen Regionen Ostafrikas – sichern Esel täglich den Transport von Wasser, Lebensmitteln und Baumaterialien – und damit die Lebensgrundlage vieler Familien. Ihr Wohlergehen verdient deshalb besondere Aufmerksamkeit.
© Tierärzte ohne Grenzen
Es braucht langfristiges Engagement
Der Aktionstag knüpfte an die gemeinsame Projektarbeit von Tierärzte ohne Grenzen e.V. und Brooke East Africa in der Region Maroodjex an. Das Projekt zur Verbesserung des Eselwohls und zur wirtschaftlichen Stärkung von Haushalten lief von April 2025 bis März 2026 und baute auf einer bereits seit 2019 bestehenden Zusammenarbeit auf.
Sein Ziel war es, die Lebensbedingungen von Arbeitseseln in Hargeisa, Gabiley und Wajaale nachhaltig zu verbessern. Dazu gehörten eine bessere tiermedizinische Versorgung, Schulungen für lokale Tiergesundheitshelfer und Tierhalter, eine verlässlichere Futter- und Wasserversorgung sowie zusätzliche Einkommensmöglichkeiten für die betroffenen Haushalte.
Denn Armut, wiederkehrende Dürren und eingeschränkter Zugang zu tiermedizinischer Betreuung wirken sich unmittelbar auf das Wohlergehen der Tiere aus. Verbesserungen sind deshalb nur dann dauerhaft, wenn Tiergesundheit und wirtschaftliche Sicherheit gemeinsam betrachtet werden.
Der Welttag der Esel schafft dafür wichtige Aufmerksamkeit. Entscheidend ist jedoch, was über den Aktionstag hinaus geschieht: wenn Wissen weitergegeben, lokale Strukturen gestärkt und Verantwortung gemeinsam übernommen wird.
Gesunde und gut versorgte Esel bedeuten weniger Tierleid – und zugleich mehr Sicherheit und Stabilität für die Familien, deren Lebensgrundlage von ihnen abhängt.