Fragen & Antworten

Allgemeines

Nein! Tierärzte ohne Grenzen e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 1991 in der tierärztlichen Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit tätig ist. Unsere Projekte im ostafrikanischen Raum haben das Ziel, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern, deren Leben von der Nutztierhaltung abhängt.

Natürlich nicht! Als gemeinnütziger Verein kann jedeR bei uns Mitglied werden, uns und unsere Arbeit als ordentliches Mitglied oder in Form einer Fördermitgliedschaft unterstützen. 

Tierärzte ohne Grenzen e.V. finanziert seine Projekte zu einem überwiegenden Teil aus öffentlichen Zuwendungen von Regierungen und internationalen Institutionen. Unsere wichtigsten Zuwendungsgeber sind die Europäische Kommission, ECHO (European Commission Humanitarian Aid & Civil Protection), UNDP (United Nations Development Fund), USAID (United States Agency for International Development) und FAO (Food and Agriculture Organization). Die restlichen Kosten werden mit privaten Geldern gedeckt. Spenden aus der Bevölkerung und von Unternehmen sind daher eine unabdingbare Unterstützung, um die Projekte nachhaltiger gestalten zu können.

Hilfsgüter werden entweder in dem entsprechen Krisengebiet erworben oder kommen aus benachbarten Regionen. Diese Vorgehensweise spart Zeit und vor allem Kosten. Sie gewährleistet, dass die Hilfsgüter den entsprechenden regionalen und kulturellen Bedürfnissen entsprechen. Es unterstützt zudem die Wirtschaft der Krisenregion.

Bei einer Spende bis 200 Euro erkennt das Finanzamt die Kopie des Überweisungsträgers oder Ihren Kontoauszug als Spendenbeleg an. Bei einer höheren Spende erhalten Sie automatisch eine Spendenbescheinigung zugesandt.

Unterstützen

Tierärzte ohne Grenzen e.V. besitzt umfassende Kenntnisse in der Entwicklungszusammenarbeit und bei der Durchführung von Projekten. Wir arbeiten überwiegend mit Personal vor Ort in den Projektgebieten zusammen. Spenden an Tierärzte ohne Grenzen e.V. sind daher die effektivste Möglichkeit, unsere Projekte nachhaltig zu unterstützen.

Bei Interesse regelmäßig zu spenden (entweder per Dauerauftrag oder Einzugsermächtigung), können Sie eine Fördermitgliedschaft eingehen und damit regelmäßig ausführliche Informationen zu unseren Projekten erhalten. Sie unterstützen uns dabei, die Projekte vorausschauender zu planen und damit kostengünstiger gestalten zu können oder flexibel auf äußere Widrigkeiten wie z.B. eine anhaltende Dürre reagieren zu können.

Hier können Sie sich über aktuelle Stellenangebote und Praktika informieren. Wir suchen immer Unterstützung und freuen uns über jede/n, die/der über unsere Ziele & Arbeit informieren und bei uns mithelfen möchte.

Leider nein. Rechtliche Bestimmungen verbieten uns, einzelne Personen oder Familien humanitär oder finanziell zu unterstützen. Tierärzte ohne Grenzen e.V. kann ausschließlich Hilfe in seinen Projektgebieten im Zuge der Entwicklungszusammenarbeit leisten.

 Verstoßen wir – selbst in der besten Absicht – gegen diese Bestimmungen, kann es dazu führen, dass der Verein seine Gemeinnützigkeit verliert. Damit wäre unseren Projekten, in denen wir Menschen unterstützen, die von der Nutztierhaltung leben, die finanzielle Grundlage entzogen.

 Wir bitten daher um Verständnis, dass wir keiner Einzelfallhilfe nachgehen können.

Nein. Es ist uns leider nicht möglich, Sachspenden entgegen zu nehmen.Die Kosten für Verpackung, Transport und Zollgebühren sind oft höher als der Wert des Gutes selbst. Zudem entstehen erhebliche Probleme bei den Grenzformalitäten. Es ist nicht möglich, den Inhalt jedes einzelnen Paketes zu prüfen. Die Folgen sind, dass keine korrekten Frachtpapiere erstellt werden können, die für einen Grenzübertritt nötig sind und somit die Einfuhrbestimmungen in unseren Projektländern missachtet würden.

Die Sachspenden entsprechen häufig nicht den regionalen Bedingungen.

Die Bereitstellung unterschiedlicher Sachspenden lässt keine gerechte Verteilung in unseren Projektgebieten zu.

Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, bitten wir Sie um eine Geldspende, die wir dazu benutzen, Hilfsgüter in Grenzgebieten einzukaufen. Gern können Sie auf unserer Seite Spenden & Unterstützen das Online-Spendenformular nutzen. 

Ob eine Spendensammelaktion oder der Verkauf eines Produktes zu Gunsten unserer Arbeit – die Möglichkeiten sich zu engagieren sind vielfältig. Sprechen Sie uns an und wir unterstützen Sie bei der Planung Ihrer Aktion.

Projekte

Tiergesundheitshelfer sind Menschen aus unseren Projektgebieten, die von ihren Dorfgemeinschaften für diese Aufgabe ausgewählt werden. Sie erhalten eine 14-tägige praktische und theoretische Ausbildung durch einen Veterinär. Diese findet meist mit Hilfe von Schaubildern statt, denn viele angehende Tiergesundheitshelfer können nicht lesen und schreiben. Nach der Ausbildung sind sie in der Lage, grundlegende Tierkrankheiten zu erkennen und zu behandeln. Dafür werden sie mit Ausrüstung wie Spritzen, Nadeln, Impfstoffen und Medikamenten ausgestattet. Dazu gehören ein hitzestabiles Antibiotikum, ein Entwurmungsmittel, ein Mittel gegen die Schlafkrankheit der Rinder, Puder gegen Läuse, Augensalbe, Wundöl und ein Mittel gegen Zecken.

Die Ausbildungsdauer erscheint auf den ersten Blick sehr kurz. Dabei muss man aber bedenken, dass die Menschen bereits einen großen Wissensschatz über die richtige Haltung der Tiere und über Krankheitsbilder mitbringen, da dieser von Generation zu Generation weitergegeben wird. Schließlich spielen Nutztiere in unseren Projektgebieten eine große Rolle und Mensch und Tier leben sehr eng beieinander. Kinder helfen von klein auf bei der Versorgung und erwerben so im Alltag viel Wissen über die Tiere. Trotzdem kann man einen Tiergesundheitshelfer nicht mit einem Tierarzt vergleichen. Mit grundlegenden Behandlungen wie Wurmkuren oder vorbeugenden Impfungen kann vorort bereits viel erreicht werden.

Nach der Ausbildung betreuen Tiergesundheitshelfer die Tiere in ihrem Dorf und den umliegenden Dörfern. Viele absolvieren täglich weite Strecken zu Fuß. Deshalb statten wir sie mit Fahrrädern aus, damit sie die großen Distanzen zwischen den Dörfern leichter zurücklegen können. Einige Tiergesundheitshelfer eröffnen kleine Läden, in denen sie andere Tierhalter beraten und Medikamente ausgeben. Tiergesundheitshelfer erhalten die Möglichkeit, regelmäßige Auffrischungskurse zu absolvieren und sich weiter fortzubilden.

In unserem DMI-Projekt machen wir die Menschen mit dem VICOBA-Konzept vertraut. Die Abkürzung steht für Village Community Banking, was frei übersetzt so viel bedeutet wie Dorfgemeinschafts-Bankensystem. Dabei werden Gruppen von 35-60 Personen gebildet, die sich einmal wöchentlich treffen. Jeder Teilnehmer zahlt einen Mindestbetrag von umgerechnet ca. einem Euro für einen festgelegten Zeitraum (meist ein Jahr) in die Gemeinschaftskasse ein. Sobald die Ersparnisse sich genügend vermehrt haben, können die Mitglieder abwechselnd Anleihen daraus entnehmen. Die Kredite dienen als Startkapital für Einkommen schaffende Aktivitäten, z.B. Viehvermarktung, Hühner- oder Bienenzucht oder den Handel mit Salz, Zucker, Getreide und Aloe Vera-Pflanzen. Meist liegt die Kredithöhe bei etwa 50 €. Bei Rückzahlung werden 10% Zinsen auf das geliehene Geld gezahlt. Am Ende des Jahres erhält jedes Gruppenmitglied eine Auszahlung im Verhältnis zur Höhe seiner ursprünglichen Einzahlung. Die Gruppen schaffen so in kurzer Zeit durch gemeinsame Ersparnisse, was jedem Einzelnen nur schwer möglich wäre.

Die VICOBA-Gruppen haben noch eine weitere wichtige Funktion: In eine zweite kleinere Kasse zahlen die Mitglieder wie in eine gemeinsame Haushaltskasse ein. Sie ist für finanzielle Engpässe oder Notfälle gedacht. Wenn jemand auf Geld aus dieser Kasse angewiesen ist, muss er es nicht zurückzahlen. Er kann aber als Dank eine größere Summe einzahlen, wenn er finanziell wieder auf sicheren Füßen steht. So entsteht eine finanzielle Absicherung für alle Mitglieder.



Neben den genannten positiven Effekten stärken die Gruppen auch das Gemeinschaftsgefühl. Mitglieder sind seit der Einführung aufmerksamer gegenüber den Bedürfnissen der anderen geworden und teilen mit den am stärksten benachteiligten Menschen in ihrer Gruppe. Vor allem Witwen, Waisen und alten Menschen hat dies ein neues Gefühl der Zugehörigkeit gegeben. Sie haben in den Gruppen neue Familien gefunden. Eine Witwe sagte, dass die Gruppe nun ihr Mann sei, bei dem sie in Zeiten der Not Halt finden kann, sowohl in ökonomischer als auch in psychologischer Hinsicht. Insgesamt wurde das VICOBA-Konzept von den Menschen im DMI-Projekt begeistert angenommen.