Transparenz

Wir sind eine Organisation, die mit Spenden aus der Bevölkerung arbeitet. Tierärzte ohne Grenzen e.V. ist es ein Anliegen, dass unsere Tätigkeiten und Zuwendungen transparent dargestellt werden.

 

Tierärzte ohne Grenzen e.V. beteiligt sich an der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ und hat deren Selbstverpflichtung unterzeichnet. Für einen seriösen Umgang mit Spendengeldern  erhalten wir das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen, kurz DZI.

WIRKUNGSBEOBACHTUNG IN DER PROJEKTARBEIT

Tierärzte ohne Grenzen e.V. stellt sicher, dass die gewünschten Veränderungen in den Projektregionen unter sorgsamer Verwendung der bereitgestellten Projektgelder erwirkt werden. Dies wird durch verschiedene Mechanismen und über die Dauer der gesamte Laufzeit eines jeden Projektes gewährleistet.

Die Wirkungsbeobachtung ist integraler Bestandteil bei der Projektplanung, sie wird von Anfang an mit berücksichtigt. Des Weiteren ist bei der Planung die Partizipation der relevanten lokalen Akteure maßgeblich. Die Ziele des Projekts und die vereinbarten Wirkungen werden zusammen mit den Vertretern der Zielgruppe erarbeitet. Die Bedarfsanalyse der Zielgruppe ist eine Voraussetzung, um die konkreten Projektaktivitäten bestimmen und ausgestalten zu können. Insbesondere die der Frauen, Kinder und Älteren werden hier in den Blick genommen. Die definierten Projektziele und Maßnahmen werden mit Indikatoren versehen. Diese Wirkungsindikatoren dienen dem Nachweis, ob die geplanten Aktivitäten zielführend waren und die gewünschten Veränderungen erreicht wurden. Für jeden Projektantrag muss es eine Interventionslogik geben - eine logische und klar nachvollziehbare Verbindung zwischen der Zielsetzung und den beabsichtigten Maßnahmen.

Auf Basis der Interventionslogik wird ein Beobachtungsplan für das Projekt entwickelt. Tierärzte ohne Grenzen e.V. und seine Partner prüfen systematisch und kontinuierlich, ob die Umsetzung der Aktivitäten zu den Ergebnissen und Zielen führen, die beabsichtigt und gewünscht sind. Alle Resultate werden dokumentiert, analysiert, diskutiert und dienen dem Projektmanagement als Grundlage für die Steuerung der weiteren Maßnahmen. Die Methoden dafür sind vielfältig und werden je nach Bedarf und Angemessenheit ausgewählt. Registriert wird u.a. die Anzahl der verteilten Güter oder durchgeführten Impfungen. Oder es werden Tests nach Schulungen durchgeführt, um feststellen zu können, ob eine Einstellungsänderung innerhalb der Zielgruppe stattgefunden hat. Durch zusätzliche Instanzen für Rückmeldungen kann auch die Akzeptanz eines Projektes erfasst werden. Regelmäßige Konsultationen mit lokalen Behörden nehmen zudem Entwicklungen auf der übergeordneten Ebene mit auf.

Jedes Projekt von Tierärzte ohne Grenzen e.V. wird abschließend untersucht und bewertet. In Abhängigkeit von der Projektgröße erfolgt dies durch eigenes Personal oder externe Dienstleister. Geprüft wird, ob die beabsichtigten Zielsetzungen erreicht worden sind. Dazu dienen zählbare Größen, wie die Anzahl der geimpften Tiere oder statistische Informationen, wie der Bevölkerungsanteil, dem nun ausreichend Nahrung zur Verfügung steht. Es wird geprüft und reflektiert, wie effizient und effektiv die durchgeführten Maßnahmen gewesen sind und somit das eigene Management - die Art und Weise, wie das Projekt umgesetzt worden ist oder mit anderen Programmen zusammenwirkt. Zudem wird geschaut, ob der gewünschte Lerneffekt bei der Zielgruppe eingesetzt hat und somit angenommen werden kann, dass auch nach Projektende, Wissen und Fähigkeiten genutzt werden können. Hier geht es um Aspekte der Nachhaltigkeit von erzielten Veränderungen. Alle Erkenntnisse sind in Berichten festgehalten. Sie werden mit den Geldgebern geteilt und fließen in die Planung zukünftiger Projekte ein.

Wirkungsbeobachtung ganz konkret

“LIVESTOCK EMERGENCY RESPONSE PROJECT II (LERP II)“ - NOTHILFE IM SÜDSUDAN

Südsudan, 2016. Die Lebensumstände für Wanderviehhirten sind extrem widrig. Das Nutzvieh bildet Lebensgrundlage und Ernährungssicherheit zugleich. Sie sind die Basis für das Überleben. Um dies für die Wanderviehhirten zu gewährleisten, wurde das Nothilfeprojekt initiiert und von 2016 bis 2017 verwirklicht.

Da im Südsudan vor allem Kühe als Nahrungsmittelquelle und auch als Einkommensgrundlage von essentieller Bedeutung sind, wurden diese Nutztiere geimpft, entwurmt und bei Bedarf veterinärmedizinisch versorgt. Auf diese Weise konnte die Widerstandsfähigkeit der Tiere gestärkt werden - die Herden wurden nicht durch Krankheiten dezimiert und überstanden größere Dürreperioden oder weite Migrationswege.

Mechanismen der Wirkungsbeobachtung während des Projekts

Das Monitoring verzeichnet kontinuierlich die laufenden Entwicklungen in der Projektregion. Im Projekt wurde sichergestellt, dass bekannte Risiken und unerwartete Einflüsse nicht nur frühzeitig erfasst wurden, sondern auch darauf reagiert werden konnte. So mussten unter anderem Zeitpläne und Veranstaltungsorte für Hilfsmaßnahmen angepasst werden, um in Bezug auf eine konfliktbedingte Vertreibung der Begünstigten, weitläufige Migrationsbewegungen der Tiere, Hyperinflation, politische Unruhen und Verzögerungen bei der Beschaffung von Materialien, reagieren zu können.

Fortlaufend wurden alle Daten zu den durchgeführten Aktivitäten, erreichten Meilensteinen und Ergebnissen gesammelt und ausgewertet. Gelistet ist ganz genau, welche Impfungen und Behandlungen der Tiere stattgefunden haben, wie häufig geimpft, entwurmt und untersucht wurde. Die Dokumentation beinhaltet ebenso alle Personen, die von den jeweiligen Maßnahmen profitierten. So konnte für das Projekt gewährleistet werden, dass sich die gewünschten Effekte eingestellt haben und die Hilfe bei den Betroffenen auch angekommen ist, die eine Unterstützung benötigten.

Bei der Umsetzung eines Projekts in der Größenordnung sind viele Mitarbeitende beteiligt. Dazu zählen jene, die im Feld die Maßnahmen umsetzten, Teilnehmerzahlen und Rückmeldungen der Begünstigten dokumentierten. Weitere, die diese projektbezogenen Daten zusammenstellten und mit Blick auf die festgelegten Indikatoren für die Beurteilung des Projektfortschritts analysierten. Zudem wertete der Projektmanager fortwährend neue Informationen aus dem Projektumfeld aus; Informationen aus Politik und Wirtschaft, Wettervorhersagen oder sicherheitsrelevante Fragen für das Einsatzteam vor Ort.

Auswertung des Projekts

Abschließend ist ein externer Experte – spezialisiert für Monitoring und Evaluation - beauftragt worden, das Projekt im Gesamten fachgerecht zu beurteilen. Dabei wurden Angemessenheit, Effizienz, Effektivität, Relevanz und Wirkung der Maßnahmen hinsichtlich der Bedarfe und der gesetzten Ziele geprüft und die Nachhaltigkeit der erzielten Veränderungen bewertet.

Die daraus resultierenden Erkenntnisse flossen in Nachfolgeprojekte ein. Empfehlungen sind gewesen: 

  • In allen weiteren Projekten auf strukturierte Weise mit lokalen Autoritäten zusammenzuarbeiten. Dies reduziere Sicherheitsrisiken und erhöhe die Möglichkeit früher von potenziellen Gefahren in Kenntnis gesetzt zu werden.
  • Handbücher für die Ausbildung der Tiergesundheitshelfer zu erstellen. Damit erhielten die vor Ort Ausgebildeten ein Nachschlagewerk mit einer komprimierten und einheitlichen Anleitung zur Diagnostik und Behandlung von Krankheiten in die Hände, um ihr Wissen bei Bedarf auffrischen zu können.

  • In den Einsatzgebieten, wo der Anbau von Feldfrüchten möglich ist, sollte dies parallel mit gefördert werden, um eine weitere Nahrungsmittel- und Einkommensquelle zu stärken.