Wüstenheuschreckenplage am Horn von Afrika

Seit Juni 2019 wütet am Horn von Afrika eine verheerende Heuschreckenplage. Ausnahmezustände, die unsere Arbeit vor Ort gefährden – unvorhersehbare Auswirkungen auf unsere Projekte.

Zu den uns ständig begleitenden Herausforderungen, wie etwa Dürren, Überschwemmungen, Vertreibung und Ernährungsunsicherheit gehört neben dem momentanen Ausbruch von COVID-19, seit Mitte letzten Jahres auch eine Heuschreckenplage. Die Situation am Horn von Afrika erinnert an eine Passage aus dem Neuen Testament. Denn dort wütet seit Juni 2019 eine der schlimmsten Heuschreckenplagen, die die Region je erlebt hat. In Äthiopien ist es die schlimmste Plage der letzten 25 Jahre, in Kenia gar der letzten 70 (FAO).

Die Wüstenheuschrecke gehört zu den verheerendsten Wanderplagen. Ein Heuschreckenschwarm kann aus bis zu 150 Millionen Heuschrecken pro km2 bestehen und auf dieser Fläche in kürzester Zeit das Äquivalent an Pflanzen vernichten, die etwa 35.000 Menschen über ein Jahr ernähren könnten.

In einem Statement der Locust Alliance heißt es, dass „die gefährdeten und vertriebenen Menschen in Ostafrika gerade erst beginnen sich von der schweren Dürre und den Überschwemmungen zu erholen. Da die Höhe der humanitären Mittel weit unter dem liegt, was zur Bewältigung der bestehenden Krisen erforderlich ist, wird der vorausgesagte Verlust an Feldfrüchten und Viehfutter durch die Heuschreckeninvasion die Ernährungsunsicherheit potenziell noch verschärfen und die Existenzgrundlage von Hunderttausenden weiterer Menschen bedrohen" (Sarah King, NRC). Seitdem wurde ins besondere Kenia erneut von starken Fluten getroffen.                

Eine bedeutende Herausforderung für Tierärzte ohne Grenzen e.V.:

 In Marsabit County, Kenia, einem Einsatzgebiet von Tierärzte ohne Grenzen e.V., sind 81% der Bevölkerung pastorale und weitere 16% agro-pastorale Haushalte und sind somit 100% von landwirtschaftlichen Aktivitäten – v.a. der Wanderviehhaltung – abhängig. Die ohnehin von Ernährungsunsicherheit geprägte Region ist somit besonders von der Plage bedroht. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden bereits 45.000 Hektar Weideflächen zerstört, außerdem könnten bis zum Ende der Plage bis zu 75% der Ernte verloren gehen.

Als Organisation, die humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit leistet, wären im Fall der Wüstenheuschreckenplage viele Wege der Unterstützung denkbar. Ziel unserer Arbeit wäre es, nachhaltige Maßnahmen in der Vorbereitung und Prävention zu umzusetzen, um sicherzustellen, dass unsere Zielgruppen, auch in Zukunft auf derartige Krisen vorbereitet zu sind. Um dies realisieren zu können, bitten wir um Ihre Unterstützung von Tierärzte ohne Grenzen e.V., damit wir in Situationen wie dieser angemessene Interventionsmaßnahmen vorbereiten und koordinieren können.

Auch hier sind wir auf Ihre Spende angewiesen! Jeder Beitrag zählt! VIELEN DANK!

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