Welttollwuttag 2017

Seit fast zehn Jahren ist Tierärzte ohne Grenzen e.V. einer der Hauptakteure bei der Tollwutbekämpfung in Kenia. Durch vorbeugende Impfungen und intensive Aufklärungsarbeit ist es uns gelungen, in unserer Projektregion die Zahl der Hundebisse und Ausbrüche von Tollwut bei Menschen deutlich zu reduzieren.

Ihre Spende rettet Leben! © Tierärzte ohne Grenzen e.V.

Seit Projektbeginn wurden in den Gebieten Narok und Kajiado bereits über 64.200 Hunde geimpft. Doch unsere Arbeit ist noch nicht getan.

Steven Letuan Kiyipapi stammt aus der Gemeinde Olemegili. Als einer der ersten Teilnehmer des Projektes teilt er seine Erfahrungen mit uns:

In unserem Dorf haben wir viele Nutztiere, besonders Schafe, die uns durch den Verkauf von Fleisch und Milch als Einkommen dienen. Wir wohnen in der Nähe von dichten Büschen, wodurch wir oft von Hyänen und Leoparden bedroht werden und besonders bei Nacht auf den Schutz durch die vielen Hunde angewiesen sind.

Für uns als Pastoralisten ist es ganz natürlich, auf der Suche nach Weideland und Wasser von Ort zu Ort zu ziehen und dabei unsere Hunde mitzuführen. Früher infizierte sie eine seltsame Krankheit. Innerhalb kürzester Zeit wurden sie aggressiv und griffen unsere Kinder sowie unser Vieh an. Manche bissen sogar in Bäume und anderen Gegenstände. Sie schäumten aus dem Mund und rannten orientierungslos herum. Wir haben die Fälle dem lokalen tierärztlichen Büro gemeldet. Diese sagten uns zwar, dass es sich um Tollwut handle, das Impfmittel aber noch nicht verfügbar sei. Also entschieden wir uns dazu, jeden auffälligen Hund zu töten. Das ist natürlich überhaupt nicht gut, da unter diesen Hunden oft auch gesunde Tiere waren. Aber das war die einzige Möglichkeit, um in Sicherheit zu leben.

Dann kam Tierärzte ohne Grenzen e.V. in unsere Region und bot kostenlose Impfungen für unsere Hunde an. Ich mobilisierte die umliegenden Dörfer, damit so viele Hunde wie möglich geimpft werden konnten. Außerdem hörten wir, dass das Projekt weitläufige Regionen abdeckte, was uns noch mehr motivierte. Seit dem Beginn der Impfungen haben sich die Tollwutfälle drastisch reduziert. Wir sehen und hören nichts mehr von aggressiven Hunden. In unseren Dörfern wurden die Hunde laut der Impfpässe dreimal geimpft: 2009, 2012 und 2014. Dieses Jahr müssen sie wieder geimpft werden.

Bitte kommt bald wieder, um die nächsten Impfungen durchzuführen. Denn gesunde Hunde bedeuten für uns eine sichere Gemeinschaft.

Auch Sie können Steven helfen, sodass er und seine Gemeinde keine Angst mehr haben müssen.

Bitte spenden Sie, damit wir unseren Kampf gegen Tollwut weiterführen können und Kenia bis 2030 tollwutfrei wird. Egal, ob 15, 30 oder 50 € - Ihr Beitrag ermöglicht es uns, weiterhin Schutzimpfungen durchzuführen und somit viele Tier- und Menschenleben zu retten.

­Hintergrund zum Welttollwuttag:

Laut Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gilt Deutschland seit 2008 als "tollwutfrei". Ein funktionierendes Impfsystem und eine gute medizinische Versorgung haben dazu beigetragen, dass die Krankheit hierzulande keine Gefahr mehr darstellt. Jedoch ist Tollwut in anderen Teilen der Welt eine noch sehr reale Bedrohung für die Menschen.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jedes Jahr mehr als 55.000 Menschen an Tollwut, etwa 95 % davon in Afrika und Asien. Hunde sind dabei die häufigste Infektionsquelle für den Menschen: 99 % der Todesfälle bei Menschen sind auf die Virusübertragung durch Bisse tollwütiger Hunde zurückzuführen. Um Tollwut weltweit kostengünstig einzudämmen, empfiehlt die WHO die vorbeugende Impfung von Hunden.