Tropentag 2019: 18.-20. September

Der Tropentag ist eine entwicklungsorientierte und interdisziplinäre Konferenz und befasst sich mit Fragen der Ressourcenbewirtschaftung, Umwelt, Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Ernährung und verwandten Wissenschaften im Zusammenhang mit der ländlichen Entwicklung, der nachhaltigen Ressourcennutzung und der weltweiten Armutsbekämpfung.

Maria Victoria Larrateguy stellt die Arbeit der lokalen Tiergesundheitshelfer vor.

Dieses Jahr hat der Tropentag in Kassel stattgefunden und wurde von den Universitäten Kassel und Göttingen organisiert. Diesjähriges Konferenzthema ist "Filling gaps and removing traps for sustainable resources management" gewesen.

Land- und Forstwirtschaft sichern die Lebensgrundlage von 3,6 Milliarden Menschen weltweit, meist in sub-/tropischen Regionen. Globale Veränderungsphänomene, insbesondere Bevölkerungswachstum, Land-Stadt-Migration und Klimawandel mit ihren gesellschaftspolitischen, wirtschaftlichen und ökologischen Folgen erhöhen den Druck auf die natürlichen Ressourcen. Wissenschaftsbasierte Lösungen für die nachhaltige Bereitstellung von Nahrungsmitteln und Non-Food-Gütern durch Land- und Forstwirtschaft sind vielfältig und berücksichtigen ökologische, technische, soziale, wirtschaftliche und politische Aspekte.

Auf der Konferenz wurden interdisziplinäre wissenschaftliche Lösungen vorgetragen, um vorhandene Hindernisse für ein nachhaltiges Ressourcenmanagement zu überwinden, Lücken zu schließen, Stolperfallen zu identifizieren und diese zukünftig in Angriff zu nehmen. Defizite gibt es nach wie vor bei der Bildung, der Verantwortung und dem Einkommen zwischen Frauen und Männern. Ebenso mangelt es an Vermarktungsmöglichkeiten zwischen ländlichen und urbanen Landwirten und Landwirtinnen sowie der Vernachlässigung relevanter Interessensgruppen, um nur einige Beispiele aufzuzählen.  

Tierärzte ohne Grenzen e.V. hat sich mit einem Beitrag auf der Konferenz beteiligt und war Teil einer der geführten Postertouren. Unser Mitglied Maria Victoria Larrateguy hat die Arbeit und das Wirken von lokalen Tiergesundheitshelfern/Comunity Animal Health Workers in einer Poster-Präsentation vorgestellt und mit dem interessierten Fachpublikum diskutiert. Tiergesundheitshelfer spielen im globalen Süden eine wichtige Rolle in den Gemeinden, die von der Nutztierhaltung leben. Sie betreuen die Tiere, haben viele Herausforderungen zu bewältigen und sind in der Lage, grundlegende Tierkrankheiten zu erkennen und zu behandeln. Dafür werden sie mit Ausrüstung, wie Spritzen, Nadeln, Impfstoffen und Medikamenten, ausgestattet.

 

Allgemeine Infos zur Konferenz:

Die interdisziplinäre Konferenz zur Forschung in den Bereichen tropische und subtropische Landwirtschaft, Management natürlicher Ressourcen und ländliche Entwicklung (TROPENTAG) wird gemeinsam von den Universitäten Berlin, Bonn, Göttingen, Hohenheim, Kassel-Witzenhausen, dem ZALF e.V., der Universität Gent (Belgien), der Tschechischen Universität für Biowissenschaften Prag (Tschechische Republik), der BOKU Wien (Österreich) und dem Rat für tropische und subtropische Forschung (ATSAF e.V.) in Zusammenarbeit mit dem GIZ Advisory Service on Agricultural Research for Development (BEAF) organisiert.