Reisebericht Marsabit 2018

Während eines viertägigen Aufenthalts in Afrika bereisten unser Managing Director Christian Griebenow und Matthias Hartmann (Desk Officer Finance) die Marsabit County Region in Kenia. Ziel des Besuchs war es, sich zusammen mit dem Programm Manager Kenia und Reiseorganisator Stephen Kimondiu ein aktuelles Bild der humanitären Situation, den Projekten von VSFG vor Ort, den WASH Bedingungen (Water Sanitarian Hygiene), sowie dem Viehbestand und der Tiergesundheit in der Region zu machen.

© Tierärzte ohne Grenzen e.V.

Zu Beginn der Reise trafen sich Christian, Matthias und Stephen mit Dr.Wario Sake, dem Chief Officer Livestock von Marsabit County, um über die Herausforderungen der ansässigen Pastoralisten und den jüngsten Ausbruch des Rift Valley Fevers und Milzbrand in der Region zu sprechen. Hierbei wurden neben der Wichtigkeit des One-Health Ansatzes für die Arbeit der Tierärzte ohne Grenzen, weitere Kooperationsmöglichkeiten diskutiert. Weiterer Programmpunkt des Tages war das Treffen mit Ann Daki, der Programm Managerin von CIFA (Community Initiative Faciliation and Assistance), eine der Partnerorganisationen des EUTH-Projekts in South-Omo und Marsabit County. Als schönen Abschluss des Tages besuchte die Reisegruppe am Nachmittag das Marsabit Dam Projekt im Marsabit National Park, das Marsabit City mit ihren 30.000 Einwohnern und die Umgebung mit Wasser versorgt.

Um sich vor Ort ein noch besseres Bild von der tiergesundheitlichen und humanitären Situation zu machen, besuchten Christian, Matthias und Stephen am zweiten Tag ihrer Reise verschiedene lokale und veterinärmedizinische Vertreter der Region. Im Gespräch mit Diba Denge dem Amtstierarzt von Marsabit, wurde deutlich, dass durch den Ausbruch des Rift Valley Fevers in Süd-Äthiopien und Milzbrand in South-Omo, viele Viehzüchter und -Händler in Marsabit unter Druck geraten. Im Gespräch erfuhren Christian, Matthias und Stephen dass dies bereits erhebliche Auswirkungen auf die humanitäre Situation der Region habe. Bereits 36 Menschen sind bislang am Rift Valley Fever gestorben. Die Krankheit hat darüber hinaus einen erheblichen Einfluss auf die Nahrungsmittelversorgung der Region. Es gäbe daher einen dringenden Bedarf an mehr Schutz der Tier- und humanitären Gesundheit in Marsabit County, so Denge.

Am frühen Nachmittag stand dann zusammen mit der Sozialdienstkoordinatorin von Marsabit Esther Chince der Besuch der Songa Women’s Group auf dem Programm, die in den letzten zwei Jahren im Kontext des SHARE Projekts von der VSFG Partnerorganisation CIFA unterstützt wurde. Die von allen „Mama Joyce“ genannte Vorsitzende Joyce Dafardai, lud zu Tee und Kuchen und gab ihrem Besuch einen eindrucksvollen Einblick in die Arbeit der Frauengruppe und der Entwicklungen in den letzten Jahren. Am Abend dann ließ die Reisegruppe den Tag am schönen Lake Turkana und der Loiyangalani Oase ausklingen.

Anknüpfend an den Besuch vom Vortag trafen sich Christian, Stephen und Matthias mit der Naretoi Women Group in Loiyangalani, der zweiten Frauengruppe, die im Kontext des SHARE Projekts von CIFA und Tierärzte ohne Grenzen unterstützt wird. Für Matthias und Christian war es erstaunlich zu sehen, wie zwei ganz unterschiedliche Frauengruppen trotz der sehr unterschiedlichen Bedingungen, erfolgreiche Arbeit leisten und mit Hilfe des SHARE Projekts viel erreicht werden konnte. Am Nachmittag ging es dann auf die Komote Halbinsel im Turkana See um dort eine Gruppe von Fischern zu treffen. Die Gruppe hatte -  ebenfalls im Kontext des SHARE-Projekts - Unterstützung in Form von sechs Motorbooten, Kühlboxen und einer Ausbildung in Lebensmittelhygiene und der Off-Shore-Fischerei erhalten. Dank dieses Projekts, ist es den Fischern nun möglich, frischen Fisch anstelle von Trockenfisch auf den umliegenden Märkten zu verkaufen. Ein wirklich toller Erfolg! Am Ende des Tages dann stand der Besuch des lokalen Büros der Tierärzte ohne Grenzen in North Horn an, wo Christian, Matthias und Stephen die örtlichen Büros und Schlafunterkünfte der Mitarbeiter besichtigten, bevor sie dann wieder sich auf den Weg nach Marsabit City und am nächsten Morgen mit dem Flieger der ECHO Humanitarian Flights zurück nach Nairobi machten.

Dank der großartigen Reiseplanung von Stephen und unseren Kollegen aus dem Team Kenia, konnten Christian und Matthias sehr gute Einblicke in die unterschiedlichen Projekte der Tierärzte ohne Grenzen in Kenia sammeln und wichtige Anstoßpunkte im Kontext einer weiteren, zukünftigen Zusammenarbeit mit unseren Partnern in der Region geben.