Die Rolle von Tierärzte ohne Grenzen e.V. im Kampf gegen Tollwut in Kenia

Auch im Jahr 2018 engagiert sich Tierärzte ohne Grenzen e.V. dafür, dass das Ziel der United Nations weltweit Tollwut bis zum Jahr 2030 auszurotten, erreicht werden kann. Mit flächendeckende Massenimpfungen in ländlichen und städtischen Gebieten in Kenia sind wir auf dem richtigen Weg.

© Tierärzte ohne Grenzen e.V.

Für uns in Deutschland stellt Tollwut seit dem Jahr 2008 kein Problem mehr dar. Durch große Anstrengungen gilt Deutschland und der Großteil der westlichen Länder mittlerweile als tollwutfrei. In vielen anderen Teilen der Welt sieht es jedoch immer noch anders aus. Jedes Jahr sterben nach Schätzungen der „Global Alliance for Rabies Control“ mehr als 59.000 Menschen an den Folgen von Tollwut, die meisten davon in den armen, ländlichen Gebieten in Afrika und Asien. 40 Prozent davon sind Kinder.

In den letzten Jahrzehnten wurden sichere und effektive Impfstoffe entwickelt, die die Menschen, Tiere und den Viehbestand vor Tollwut schützen. Es ist daher absolut möglich, die immer noch große Anzahl derjenigen, die an Tollwut sterben, zu 100 Prozent zu verhindern.

Bis jetzt wurden die Bemühungen im Kampf gegen Tollwut auf verschiedene Regionen und Sektoren verteilt. Im Jahr 2015 setzte die Weltgemeinschaft das globale Ziel, bis 2030 die von Hunden übertragene Tollwut weltweit auszurotten. Die WHO (World Health Organization), OIE (World Organization for Animal Health), FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) und GARC (Global Alliance for Rabies Control) haben sich für das Ziel „Zero by 30“ zusammengeschlossen und in Zusammenarbeit mit weiteren globalen, regionalen und lokalen Stakeholdern einen Plan ausgearbeitet. Dieser sieht eine koordinierte Zusammenarbeit für Tollwut-Prävention vor, die durch ein ganzheitliches human- und veterinärmedizinisches Gesundheitssystem weltweit gestärkt werden soll.

Viele Studien der letzten Jahre zeigen, dass beinahe ausschließlich alle Opfer durch Hunde und deren Bisse infiziert wurden. Dies liegt unter anderem auch daran, dass viele Menschen mit denen wir arbeiten, in sehr engem Kontakt und auf kleinstem Raum mit ihren Hunden zusammenleben. Die Gefahr von Hunden gebissen zu werden ist dadurch vor allem bei Kindern um ein vielfaches höher. Dort setzen wir als Tierärzte ohne Grenzen an und engagieren uns durch unsere Expertise und Netzwerke bereits seit vielen Jahren dafür, den Ausbruch und die Verbreitung von Tollwut in Kenia zu stoppen bzw. einzudämmen.

Die kenianische Regierung hat ebenfalls das Ziel ausgerufen, bis zum Jahr 2030 tollwutfrei zu sein. Allerdings fehlt dem Staat in Hinblick auf viele andere soziale und wirtschaftliche Fragen schlichtweg das Geld, um eine gezielte und effektive Strategie zu entwickeln. Die Regierung ist daher auf NGOs wie Tierärzte ohne Grenzen angewiesen, die sowohl über die Infrastruktur und das Netzwerk als auch über das Personal für die Implementierung eines Tollwutprojektes verfügt. Die privaten Spenden sind ein elementarer Bestandteil für die Realisierung der allein aus Eigenmitteln finanzierten Kampagne. Unsere Organisation unterstützt den Plan der Regierung Kenias durch Massenschutzimpfungen in den Gebieten Narok South, Narok North, Kajiado in der Massai Mara und seit 2018 auch in einer Reihe von informellen Siedlungen in Nairobi County.

Im Fokus stehen dabei sowohl Hütehunde als auch Hunde in den städtischen Gebieten Nairobis, die meist als Wachhunde in den Siedlungen gehalten werden. Durch große Anstrengungen ist es gelungen, ein großes Gebiet tollwutfrei zu halten. Die Impfungen müssen dort aber auch je nach Impfstoff alle ein bis zwei Jahre wiederholt werden, um den Schutz aufrecht zu halten. Das hat dazu geführt, dass seit Jahren nur noch selten humane Todesfälle verzeichnet werden. Jedoch ist damit die Arbeit nicht getan: Tollwütige Hunde legen große Distanzen zurück und stoßen immer wieder in ungeimpfte Gebiete Kenias vor. Unser Projekt muss daher fortgeführt und auf weitere Regionen des Landes ausgeweitet werden. Unterstützen Sie uns mit einer Spende, damit wir unsere erfolgreiche Arbeit auch in Zukunft fortführen können.Alle Informationen dazu finden Sie auf unserer Homepage unter "Spenden".