Wetterphänomen „El Niño“ setzt Ostafrika schwer zu: Äthiopien leidet unter schlimmster Dürre seit 1984

„El Niño“ ist ein Wetterphänomen, welches alle zwei bis sieben Jahre auftritt. Der Name bedeutet in seinem Ursprungzusammenhang „Christkind“. Peruanische Fischer gaben dem Wetterereignis, das zur Weihnachtszeit zum Ausbleiben der Fischschwärme führte, diesen Namen.

Kern des Phänomens ist ein Abschwächen der Passatwinde über dem Pazifik,was zu einer Veränderung der Meeresströmungen führt. Passatwinde treiben normalerweise warmes Wasser Richtung Westen vor sich her, was wiederum zu einem Auftrieb von kaltem nährstoffreichem Wasser im Ostpazifik führt und damit den großen Fischreichtum vor den Küsten Südamerikas erklärt.

Infolgedessen verändern sich die auch die Temperaturen und Niederschlagsmuster. An der Westküste Südamerikas beispielsweise kommt es zu heftigen Stürmen und Regenfällen, währendgleichzeitig die Länder im Westpazifik, beispielsweise Australien und Indonesien, unter vermehrter Trockenheit leiden. Die verheerenden Buschfeuer dieses Jahr auf Indonesien beispielsweise waren unter anderem Folge der durch „El Niño“ ausgelösten extremen Trockenheit.

Der diesjährige „El Niño“ ist der stärkste seit 15 Jahren, und die mit ihm zusammenhängenden Wetterkapriolen haben Wissenschaftlern zufolge ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. Seine Auswirkungen sind schon jetzt weltweit zu spüren.

Vor allem Ostafrika ist stark von Auswirkungen des „El Niño“ betroffen. Währendheftige Regenfälle in manchen Regionen zu Überflutungen und Erdrutschen führen, leiden andere Gegenden unter extremer Trockenheit. Nordäthiopien beispielsweise leidet unter der schlimmsten Dürre seit 1984, während südliche Teile des Landes von starken Überschwemmungen und Sturzfluten betroffen sind, die über 100 000 Menschen in ihrer Existenz bedrohen.

Auch in den Projektgebieten von Tierärzte ohne Grenzen ist die Lage angespannt: Ein Mangel an Wasser und Futter hat dem Viehbestand vieler Pastoralisten schwer zugesetzt und zu einem drastischen Anstieg der Preise für Milch und Fleisch geführt. Die Ernährungssicherheit vieler Menschen ist gefährdet, fast 100 000 Menschen sind zur Zeit als akut gefährdet eingestuft (IPC-Stufe 3) und die Lage wird sich voraussichtlichin den nächsten Monaten weiterhin zuspitzen.

Tierärzte ohne Grenzen e.V. wird mit allen Mitteln versuchen,Menschen dabei unterstützen ihre Existenz zu sichern und das Überleben ihrer Herden zu sichern: Unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende