Gelungener Wandel im Omo-Tal: Zeig einem Mann, wie man fischt...

...und du ernährst ihn sein Leben lang: Ein Bericht über stabilere Existenzen durch verbesserte landwirtschaftliche Bearbeitungsmethoden und Fischfang in Äthiopien.

Die Dassanetch sind ein Hirtenvolk, das im Grenzgebiet zwischen Äthiopien und Kenia im Omo-Tal lebt. Die Viehzucht ist die Lebensgrundlage der meisten Familien, die traditionell schon seit vielen hundert Jahren nomadisch und halbnomadisch leben. Auch wenn im Omo-Tal an sich landwirtschaftlich nutzbares Land zur Verfügung steht, führen die schwankenden klimatischen Bedingungen (z.B. unzuverlässiger Regenfall) und mangelndes Wissen über verbesserte

Anbautechniken dazu, dass der Ertrag aus den bearbeiteten Flächen sehr gering ist.
Um den Menschen zu helfen, ihre Einkommensquellen zu diversifizieren und so weniger abhängig von der Viehwirtschaft zu sein, führte Tierärzte ohne Grenze e. V. gefördert von UKAID durch die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ein Projekt zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Anbaumethoden durch.

Hauptziel des Projektes war es, die Widerstandsfähigkeit der Agropastoralisten und Pastoralisten zu stärken. Dies sollte sowohl durch eine Verbesserung der Ernährungssicherheit (effizientere und nachhaltigere Methoden im Ackerbau und im Fischfang) aber auch durch verbesserte Vorbereitung auf Dürreperioden geschehen.

Da Frauen bei Katastrophen wie Dürren die am stärksten Betroffenen sind, hat das Projekt auch gezielt versucht diese zu unterstützen. Dies wurde beispielsweise durch die Instandsetzung von Getreidemühlen erreicht, eine Arbeit, die die Frauen sonst von Hand erledigen mussten.

Obwohl Fisch in ausreichenden Mengen vorhanden ist, praktizieren nur wenige Menschen den Fischfang. Grund dafür ist unter anderem die kulturell bedingte Einstellung, dass Fisch das Essen „der Armen“ ist, die kein Vieh haben, wie auch das mangelnde Vorhandensein geeigneter Ausrüstung. Für das Projekt wurden 50 Haushalte ausgewählt und mit diesen 5 Fischereigruppen gebildet. Diese wurden im Fischfang, der Fischverarbeitung und -zubereitung geschult. „ Schon fünf Monate nach dem Training konnte ich vier Mutterziegen zu kaufen, genug zu essen für die ganze Familie und Schulmaterial für die Kinder“, berichtet Tobos, einer der Begünstigten des Projektes.

Beispiel für weitere sichtbare Erfolge des Projektes nach knapp einem Jahr waren eine gestiegene Anzahl von Einschulungen, eine deutlich Zunahme von bewässerten Feldern und eine gestiegene Akzeptanz von Fisch als Grundnahrungsmittel.

Den kompletten Bericht aus dem Projekt können sie hier auf Englisch nachlesen.