Drohende Hungersnot im Südsudan: Flüchtlinge benötigen Hilfe

Zum Welttag der humanitären Hilfe macht die veterinärmedizinische Entwicklungs-hilfeorganisation Tierärzte ohne Grenzen auf die humanitäre Notlage im Südsudan aufmerksam: Aufgrund des anhaltenden Bürgerkrieges sind 4,6 Millionen Menschen im Südsudan von einer akuten Hungersnot bedroht. Die deutsche Organisation hat deshalb in den vergangenen Wochen seine Hilfsaktivitäten vor Ort ausgeweitet.

In der Provinz Western Bahr al Ghazal im Westen des Südsudans versorgt Tierärzte ohne Grenzen zusammen mit den Johannitern insbesondere unterernährte Kinder und schwangere Frauen. Die auf Landwirtschaft und Tierhaltung spezialisierte Organisation unterstützt die Bevölkerung in dieser Region durch das Verteilen von Nahrungsmitteln, Ziegen und Schafen sowie Saatgut zum Anbau von Grundnahrungsmitteln. Außerdem führt sie Schulungen zu verbesserten Anbaumethoden durch. „Dank dieser Maßnahmen können die Menschen in Jur River nun zweimal im Jahr eine Ernte einholen und lernen, wie sie die geernteten Lebensmittel länger haltbar machen und neues Saatgut gewinnen können“, sagt Friederike Schulze Hülshorst, Geschäftsführerin Deutschland von Tierärzte ohne Grenzen. Seit über 20 arbeitet der gemeinnützige Verein im heutigen Südsudan und hat durch die langjährige Arbeit vor Ort das Vertrauen der einheimischen Bevölkerung gewonnen. „Mit unserem integrierten Ansatz können wir den Menschen neben der akuten Nothilfe auch präventiv und langfristig helfen, um ihre Ernährungs- und Gesundheitssituation zu verbessern“, erklärt Schulze Hülshorst weiter.

Insgesamt 55.000 Menschen profitieren von den Aktivitäten der Organisation, die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziell gefördert werden. Doch im Hinblick auf über eine Million Binnenflüchtlinge im Land, steht der Südsudan vier Jahre nach seiner Staatsgründung vor immensen Herausforderungen. Die Versorgungslage im Land hat sich aufgrund des seit Dezember 2013 andauernden Bürgerkrieges kontinuierlich verschlechtert.

Die Lebensmittel- und Trinkwasserpreise steigen stetig an und die Menschen können sich kaum noch Nahrungsmittel leisten. Die Spirale aus Gewalt und Armut dreht sich immer weiter und unbestritten kann man von einer humanitären Katastrophe sprechen. „Die Menschen brauchen dringend weitere Hilfe“, so Schulze Hülshorst.

Tierärzte ohne Grenzen ruft deshalb zu Spenden auf:

Tierärzte ohne Grenzen e.V.
Stichwort: „Südsudan“
Spendenkonto: 43 43 43 300, Volksbank Hannover, BLZ 2519 0001
IBAN: DE53 2519 0001 0434 3433 00, BICVOHADE2HXX
oder online: www.togev.de/spende


Hinweis an die Redaktionen: Tierärzte ohne Grenzen Deutschland-Geschäftsführerin Friederike Schulze Hülshorst hat im September den projekterfahrenen Gesamtgeschäftsführer Dr. Wilhelm Dühnen aus Nairobi in Berlin zu Besuch. Beide Personen stehen für Interviews zur Verfügung, Tel. 030 – 280 447 37, E-Mail: judith.freund@togev.de

Weitere Informationen zur Arbeit von Tierärzte ohne Grenzen im Südsudan finden Sie hier.

Unter dem Motto „Wenn Tiere Leben bedeuten“ engagiert sich Tierärzte ohne Grenzen für Menschen in Afrika, die von der Nutztierhaltung leben. Da der Verein eine ganzheitliche Entwicklungszusammenarbeit anstrebt, umfassen die Projekte folgende Bereiche: Tiergesundheit, Ernährungssicherung, Lebensmittelhygiene, Agrarwirtschaft, Einkommens-sicherung, Dürreprävention und -bekämpfung sowie Friedensbildung.