COVID-19-Notstand in Somalia: Tierärzte ohne Grenzen betreibt Aufklärung durch Illustrationen

Um die Ausbreitung des Coronavirus in Somalia einzudämmen und die Sicherheit der lokalen Mitarbeitenden und Teilnehmenden der Projekte gewährleisten zu können, haben wir gemeinsam mit CEFA, einer italienischen NRO, die im Bereich der Ernährungssicherheit und nachhaltiger Entwicklung arbeitet, über die Möglichkeiten einer Intervention im Land nachgedacht und ein COVID-19-Aufklärungsprogramm gestartet.

Im letzten Jahr wurde Somalia von einer bis heute andauernden Wüstenheuschreckenplage und heftigen Überschwemmungen schwer getroffen, die zur Verwüstung der Infrastruktur und der Zerstörung von bereits über 10.000 Hektar Land geführt haben. Die Ernten sind Schätzungen zufolge im Vergleich zum letzten Jahr bereits um etwa 60% zurückgegangen, weshalb sich das Problem der Ernährungssicherheit deutlich verschärft und die Zahl der Binnenvertriebenen dramatisch zugenommen hat.

In diesem Zusammenhang hat die Ausbreitung des Coronavirus zweifellos die allgemeine Situation verkompliziert, die durch anhaltende Klimaschocks, Bürgerkrieg und die jüngste Heuschreckeninvasion gekennzeichnet ist. Das Gesundheitssystem wurde durch den seit mehreren Jahrzehnten andauernden Bürgerkrieg verwüstet, die Intensivpflegekapazität der Krankenhäuser ist sehr begrenzt und das Stromnetz funktioniert nur sporadisch. Es wird auch vermutet, dass die Zahl der Infizierten aufgrund der wenigen durchgeführten Tests höher ist, als in den Medien berichtet wird.

Um auf den aktuellen Notstand reagieren und für unsere Projekte relevante Aktivitäten fortsetzen zu können, haben wir es uns gemeinsam mit CEFA zur Aufgabe gemacht, neue Richtlinien und Konzepte für die Sicherheit der Menschen in unseren Projektgebieten zu entwickeln.

In der Region Puntland haben wir besonders Kleinbauern in Coronavirus-Präventions- und Kontrollmaßnahmen geschult und mit individuellen Sicherheitsvorrichtungen ausgestattet. Darüber hinaus haben wir im Rahmen eines ländlichen Entwicklungsprojekts von CEFA eine Sensibilisierungskampagne gestartet, um die Verbreitung des Virus mithilfe der Sprache von Illustrationen einzudämmen.

Der Künstler Claudio Calia hat zehn der wichtigsten Verhaltensregeln entworfen und mit Botschaften auf Englisch und Somali versehen. Die Illustrationen haben wir dann in sozialen Netzwerken verbreitet und haben bereits in den ersten 5 Tagen mehr als 260.000 Menschen in Kenia und Somalia erreichen können.

Die Aufklärung über Verhaltensmaßnahmen kann in dieser Krise Leben retten und so ist es unser Ziel, mit dieser Sensibilisierungskampagne so viele Menschen wie möglich zu erreichen, vor allem in den Regionen, in denen die Menschen besonders auf unsere Hilfe angewiesen sind.