Jubiläumsveranstaltung der “Brussels Development Briefings”

Die Reihe entwicklungspolitischer Fachgespräche in der belgischen Hauptstadt fand breits zum 30. Mal statt. Schwerpunkt diesesmal: Wie kann sich die Landwirtschaft gegen Krisen wappnen. Antworten sind gerade für Pastoralisten in Ostafrika wichtig. Das Fazit von Tierärzte ohne Grenzen fällt jedoch ernüchternd aus.

Anfang März 2013 nahm Tierärzte ohne Grenzen an den 30. Brussels Development Briefings statt, einer Reihe zweimonatlich in der belgischen Hauptstadt stattfindender entwicklungspolitischer Fachgespräche. Dort trafen sich über 100 Teilnehmer aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und praktischer Entwicklungszusammenarbeit, um die „Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft in Zeiten von Krisen und Schocks” zu diskutieren.

Im Kern ging es darum, Ansätze und Instrumente einer Landwirtschaft zu identifizieren, die sich zum einen frühzeitig gegen Krisen und Katastrophen wappnet, zum anderen nach einer Katastrophe aus sich heraus zur alten Stärke zurück findet. Eine Lösung dieser Probleme ist gerade für Pastoralisten in Ostafrika, also den TOG-Projektregionen, wichtig, da sie sowohl klimatisch als auch politisch in Regionen leben, die besonders anfällig für Krisen sind.

Leider gelang es im Rahmen der Veranstaltung aber nicht, zu greifbaren Ergebnissen zu kommen. Aus Sicht von Tierärzte ohne Grenzen war der Pastoralismus zwar ein Thema und in einzelnen Beiträgen wurden auch positive Aspekte skizziert, konkrete Ansatzpunkte, die die Lebensgrundlage der Pastoralisten verbessern könnten, fehlten jedoch. Sehr kritisch sieht Tierärzte ohne Grenzen zudem, dass dem nigerianischen Landwirtschaftsminister breiter Raum zur Darstellung seiner klassischen Politik eingeräumt wurde, während alternative Ansätze der Landwirtschaft wie sie von ToG, anderen Kleinbauernorganisationen und Autoren des Weltagrarberichtes gefordert werden, komplett fehlten.

Auch deshalb ist der Einsatz von Tierärzte ohne Grenzen für die Belange der Pastoralisten weiterhin wichtig und notwendig.