Internationale Grüne Woche 2013: Tierärzte ohne Grenzen vertritt die Interessen der Kleinbauern und Hirtenvölker in Ostafrika

407.000 Menschen besuchten dieses Jahr die Internationale Grüne Woche in Berlin, 80 Ministerinnen und Minister fast aller Kontinente gaben der weltgrößten Agrarmesse die Ehre. Mit einem eigenen Messestand war Tierärzte ohne Grenzen e. V. (ToG) bei all diesem Trubel sichtbar vertreten.

ToG-Mitarbeiterin Gladys Anya während der Demonstration "Wir haben Agrarindustrie satt" vor dem Berliner Hauptbahnhof.

Bereits zum vierten Mal präsentierte die Organisation ihr Engagement am Horn von Afrika dem internationalen Publikum. Die Zwergzebukuh Lisa und ihr Kalb Romy zogen dabei viele neugierige Schaulustige an. Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) war erneut unser Gastgeber. Zusammen mit diesem Verband gaben wir auf dem Erlebnisbauernhof ein umfassendes Bild von dem Berufsbild und den Einsatzmöglichkeiten eines Tierarztes.

TiermedizinstudentInnen, MitarbeiterInnen von ToG im Inland und Ausland sowie viele EhrenamtlerInnen gaben zehn Tage lang allen Interessierten am Messestand unermüdlich Auskunft über die Lebensweise der Hirtenvölker in Ostafrika, ihre Herausforderungen und Chancen, denen sie in Zeiten von Globalisierung und Klimawandel tagtäglich begegnen. Unsere ReferentInnen diskutierten zudem vom 17. bis zum 19. Januar auf dem „Global Forum for Food and Agriculture“, der politischen Auftaktveranstaltung der Grünen Woche, die Möglichkeiten von verantwortlichen Investitionen in der Landwirtschaft als möglichen Schlüssel zur weltweiten Ernährungssicherung.

Show-Kochen mit Gladys

Auf der großen Bühne des Erlebnisbauernhofs war unsere kenianische Mitarbeiterin Gladys Anya gleich zweimal zum „Show-Kochen“ zu Gast. Während sie in diesem Rahmen Ugali (eine Art Maisbrei) zubereitet, berichtet sie dem Publikum, dass dieses Gericht nicht mehr täglich auf den Tellern aller kenianischen Familien zu finden ist. Zu stark sind die Nahrungsmittelpreise auf dem Weltmarkt angestiegen. Wie man die Ernährung vor diesem Hintergrund gerade auch für Babys und Heranwachsende aufwerten kann, war das Thema des Fachgesprächs von ToG auf der großen Bühne. ErnährungswissenschaftlerInnen und ToG-VertreterInnen referierten, wie die Ernährung durch tierische Proteine in Entwicklungsländern gerade für Kleinkinder verbessert werden kann. Dies stellt seit jeher ein Kernanliegen von ToG dar.

Massendemonstration „Wir haben Agrarindustrie satt“

Auch für dieses Anliegen sind wir gemeinsam mit vielen anderen Initiativen unterschiedlichster Größen und Branchen auf die Straße gegangen. 25.000 Menschen demonstrierten am Eröffnungswochenende der Grünen Woche für eine ökologische und soziale Reform der Agrarpolitik. ToG war mit dabei, da - wie Gladys Anya nach der Demo auf dem Konzert der Kampagne „Deine Stimme gegen Armut“ sagte - die Europäische Union durch ihre derzeitige Agrarpolitik das Recht auf Nahrung vieler Familien in Kenia und in anderen Entwicklungsländern verletzt.(KR)

Schauen Sie sich HIER einen Konzert- und Interviewmitschnitt an.