Durch Rollenspiel Nomaden verstehen

Am 17. Juli 2014 fand in der veterinärmedizinischen Bibliothek der FU Berlin die Eröffnung der Fotoausstellung "Chancen und Risiken der Tierhaltung in den Trockengebieten Kenias – Erfahrungen einer Gruppenstudienreise nach Kenia“ satt. Neben einem ersten Blick auf die Fotodokumentation der Studienreise gewährten Studierende des Fachbereiches Veterinärmedizin aus erster Hand Einblicke in ihre Erfahrungen und Erlebnissen während ihrer Reise.

Auch die Kenianischen Austauschstudenten nahmen an der Ausstellungseröffnung teil.

Die Reise nach Kenia war im Herbst 2013 vom Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität Berlin in Zusammenarbeit mit Tierärzte ohne Grenzen organisiert worden.

Die Fotografien der Ausstellung nehmen den Betrachter mit auf die Studienreise und geben einen umfassenden Einblick in das Leben der Menschen in den Projektgebieten von Tierärzte ohne Grenzen. Menschen, ihre Tiere und die Landschaften, in denen sie leben, waren somit auch auf Postkarten zu sehen, die die Studierenden passend zu den Fotomotiven hatten drucken lassen.

„Die Reise hat uns Studenten die Möglichkeit geschenkt, eine der schönsten Seiten der Tiermedizin näher kennenzulernen“, so Studienreiseteilnehmer Boaz Abraham, der seit Neustem auch im Vorstand von Tierärzte ohne Grenzen aktiv ist. „Wir konnten Erfahrungen und Eindrücke sammeln, die sonst für die Projektmitarbeiter von ToG Alltag sind. Das war sehr spannend!“

An der Eröffnung nahmen auch Tiermedizinstudierende aus Kenia teil, die im Herbst 2013 bereits am Austausch der Berliner Studierenden in Kenia beteiligt waren. Zusammen veranstalteten die Studierenden ein Rollenspiel, in welchem den Zuschauern die Problematiken und Risiken der pastoralen Tierhaltung veranschaulicht wurden. Für Boaz Abraham knüpften die Studierenden damit direkt an die Inhalte der Studienreise an: „Wir mussten uns mit Problemen auseinandersetzen, die für uns in Deutschland vielleicht fremd und weit weg sind, aber für die Nomaden in den semi-ariden Regionen Ostafrikas, den Projektgebieten von ToG, können sie den Tod bedeuten.“

Als Ausklang des interkulturellen Abends fand in den Räumen der Ausstellung anschließend ein Sektempfang statt. Daneben konnten großformatige Abzüge der ausgestellten Fotografien sowie Postkarten der Reise ersteigert werden. Der Erlös wurde zugunsten einer kirchlichen Einrichtung in den Projektgebieten von Tierärzte ohne Grenzen gespendet.

Eine Besucherin fasste den Abend treffend zusammen: „Wenn ich meine Augen zumache, nach den letzten 2 Stunden Rumschauen in der Ausstellung hier und ich eure Geschichten höre, fühlt es sich fast so an, als ob ich selbst da gewesen wäre. Ich kann fast die Menschen hören, die Natur riechen und die Schwierigkeiten und Herausforderungen nachvollziehen, mit denen sich die Nomaden konfrontiert sehen. Das muss ein verdammt hartes Leben sein, was sie da durchführen! Zum Glück haben sie NGOs wie ToG, die ihnen helfen können - auch wenn es oft leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.“