Aufruf zur Solidarität mit europäischen Milchbauern

Landwirtschaftsverbände und Milcherzeugergemeinschaften aus Afrika sowie internationale Nichtregierungsorgainsationen unterstützen den Protest europäischer Milchbauern gegen den Milchpreisverfall. Auch Tierärzte ohne Grenzen e.V. ruft zur Solidarität auf und unterstützt die Proteste.

Seit 2009 haben europäische Milchbauern bereits zum dritten Mal mit extrem niedrigen Milchpreisen zu kämpfen. Hauptgründe hierfür sind die Deregulierung des EU-Milchmarktes bzw. das Ende der Milchquoten, die dadurch indirekte Unterstützung großer exportorientierter Milchviehbetriebe sowie die EU-Sanktionen gegen Russland im Rahmen der Ukraine-Krise, die auch Exportverbote von landwirtschaftlichen Produkten enthalten. Mit einem Milchpreisverfall von bis zu 25 % steht die Existenz kleinbäuerlicher Betriebe vielerorts vor dem Aus.

Der damit eingehende Verlust von Arbeitsplätzen und Existenzgrundlagen im ländlichen Raum sowie der an sich wirtschaftsstarken, kleinbäuerlichen Strukturen muss verhindert werden.

Wir unterstützen den Appell europäischer Kleinbauern, die Milchproduktion den europäischen Bedürfnissen anzupassen und somit Überproduktion und Billigexporte in Länder des Südens zu reduzieren. Denn die Exporte billiger Milchprodukte in andere Länder können dort den lokalen Milchmarkt ebenso zerstören wie in Europa.
Dies steht im direkten Gegensatz zu den Bemühungen afrikanischer Länder und internationaler Nichtregierungsorganisationen wie Tierärzte ohne Grenzen, Kleinbauern und Pastoralisten in Afrika eine stabile Existenzgrundlage zu sichern.

Lesen sie den genauen Wortlaut des Protestschreibens von VSF International hier.