Kenia

Länderportrait & Stationen unserer Arbeit

Die Bevölkerung Kenias ist schnell gewachsen und wird für das Jahr 2019 auf 50,9 Millionen Menschen geschätzt. Mit einem Durchschnittsalter von 19 Jahren besteht der Großteil der Bevölkerung aus jungen Menschen. Im Jahr 2013 wurden  47 Counties gebildet, ein dezentrales Regierungssystem verabschiedet und die Verantwortlichkeiten für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung sowie die Finanzhoheit den Counties übertragen. Kenia ist das Wirtschafts-, Finanz- und Verkehrszentrum Ostafrikas mit einem realen BIP-Wachstum von über 5 % in den letzten acht Jahren und einem Anstieg von 79,3 Milliarden USD im Jahr 2017 auf 89,4 Milliarden USD im Jahr 2018.

Die Landwirtschaft ist nach wie vor das Rückgrat der kenianischen Wirtschaft. Sie trägt ein Drittel zum BIP bei und beschäftigt rund 75 % der kenianischen Bevölkerung, die zumindest teilweise im Agrarsektor einschließlich der Nutztierhaltung und Pastoralwirtschaft arbeitet. Mehr als 75 % der landwirtschaftlichen Produktion stammt aus kleinbäuerlicher, regengespeister Landwirtschaft oder tierischen Erzeugnissen, die sehr anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels sind. Pastoralisten leiden unter der Knappheit von Weiden und Wasser für ihr Vieh, während die Agro-Pastoralisten vor dem Problem stehen, ihre Ernte während der langen Trockenperioden vor den Viehhirten schützen zu müssen. Dies führt oft zu ressourcenbasierten Konflikten.

Im Laufe der Jahre hat TOGEV finanzielle Mittel von verschiedenen Geldgebern erhalten und Maßnahmen umgesetzt, um vulnerable Gemeinden in humanitären Notlagen oder bei der Verbesserung ihrer Lebenssituation zu unterstützen, sowie mit innovativen Methoden und Ansätzen deren Widerstandsfähigkeit zu stärken.  Die Haupteinsatzgebiete von TOGEV in Kenia sind die trockenen und halbtrockenen Gebiete. Die Nutztiere stellen hier die Existenzgrundlage, aber die Menschen sind chronisch von Tierseuchen, Dürren, Umweltzerstörung, schlechter Infrastruktur, extremer Armut und schwachen Institutionen betroffen. Es herrscht eine hohe Anfälligkeit der Pastoralisten gegenüber Ernährungsunsicherheiten und ressourcenbasierter Konflikte.

2018: auf einen Blick

6
Durchgeführte Projekte
186.879
Erreichte Hilfsbedürftige
93.510
Behandelte/geimpfte Tiere
30
Ausgebildete Tiergesundheitshelfer

Intervention zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit von Gemeinden bei Dürrekatastrophen

TOGEV erhielt Mittel von der Europäischen Union für das dreijährige Projekt in ausgewählten Gemeinden des Marsabit County. Das Projektziel war, die Ernährungssicherheit durch erhöhte Widerstandkräfte und verbessertes Reaktionsvermögen gegenüber Dürren zu verbessern. Zusammen mit dem National Office der kenianischen National Disaster Management Authority und in Zusammenarbeit mit lokalen NGOs unterstützte TOGEV Abstimmungsprozesse zwischen den Gemeinden und den lokalen Regierungen, um die Auswirkungen von Dürregefahren effektiv zu reduzieren.

Mithilfe eines gemeindeorientierten Ansatz wurden die Gemeinden dabei angeleitet, ihre wichtigsten Schwachstellen und mögliche Lösungen für diese Schwachstellen zu identifizieren. Daraufhin legten die Gemeinden die Prioritäten für die durchzuführenden Maßnahmen fest und entwickelten Notfallpläne sowie Aktionspläne. Zu den priorisierten Aktivitäten zur Reduktion des Katastrophenrisikos gehörten pastorale Feldschulen, die das Lernen auf Grundlage des lokalen Kontextes und bereits vorhandener Kenntnisse fördern.

Landesdirektor Kenia

Maurice verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Programmentwicklung und der Durchführung humanitärer und entwicklungspolitischer Maßnahmen. Er hat sich auf Ernährungssicherheit, Existenzgrundlagen, One Health sowie die Entwicklung von gemeindebasierten, öffentlichen und privaten Institutionen im pastoralen Umfeld spezialisiert. Maurice kam 2013 als Programmkoordinator für Kenia-Somalia zu TOGEV. Seit 2018 ist er Landesdirektor für das Kenia-Somalia-Programm.

Kontakt: mkiboye(at)vsfg.org