Tiergesundheitshelfer

In vielen unserer Projekte spielt die Ausbildung von Tiergesundheitshelfern eine wichtige Rolle. Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff?

Tiergesundheitshelfer sind Menschen aus unseren Projektgebieten, die von ihren Dorfgemeinschaften für diese Aufgabe ausgewählt werden. Sie erhalten eine 14-tägige praktische und theoretische Ausbildung durch einen Veterinär. Diese findet meist mit Hilfe von Schaubildern statt, denn viele angehende Tiergesundheitshelfer können nicht lesen und schreiben. Nach der Ausbildung sind sie in der Lage, grundlegende Tierkrankheiten zu erkennen und zu behandeln. Dafür werden sie mit Ausrüstung wie Spritzen und Nadeln, Impfstoffen und Medikamenten ausgestattet. Dazu gehören ein hitzestabiles Antibiotikum, ein Entwurmungsmittel, ein Mittel gegen die Schlafkrankheit der Rinder, Puder gegen Läuse, Augensalbe, Wundöl und ein Mittel gegen Zecken.

Die Ausbildungsdauer erscheint auf den ersten Blick sehr kurz. Dabei muss man aber bedenken, dass die Menschen bereits einen großen Wissensschatz über die richtige Haltung der Tiere und über Krankheitsbilder mitbringen, der von Generation zu Generation weitergegeben wird. Schließlich spielen Nutztiere in unseren Projektgebieten eine große Rolle und Mensch und Tier leben sehr eng beieinander. Kinder helfen von klein auf bei der Versorgung und erwerben so im Alltag viel Wissen über die Tiere. Trotzdem kann man einen Tiergesundheitshelfer nicht mit einem Tierarzt vergleichen. Mit grundlegenden Behandlungen wie Wurmkuren und vorbeugenden Impfungen kann man aber schon viel erreichen.

Nach der Ausbildung betreuen Tiergesundheitshelfer die Tiere in ihrem Dorf und den umliegenden Dörfern. Viele absolvieren täglich weite Strecken zu Fuß. Deshalb statten wir sie mit Fahrrädern aus, damit sie die großen Distanzen zwischen den Dörfern leichter zurücklegen können. Einige Tiergesundheitshelfer eröffnen kleine Läden, in denen sie andere Tierhalter beraten und Medikamente ausgeben. Tiergesundheitshelfer erhalten die Möglichkeit, regelmäßige Auffrischungskurse zu absolvieren und sich weiter fortzubilden.