Fakten zum Projekt
Laufzeit: 03/2010 - 02/2011
Zuwendungsgeber: USAID/OFDA, ToG
Partner: VSF Belgium, VSF Suisse
Land: Sudan
Themenbereich: Tiergesundheit
Abkürzungen
EVSP - Emergency Veterinary Support Project
OFDA - Office of U.S. Foreign Disaster Assistance
ToG - Tierärzte ohne Grenzen
USAID - United States Agency for International Development
VSF - Vétérinaires sans Frontières
EVSP II
Tierärztliche Nothilfe im Südsudan
Hintergrund
Rund 4,8 Millionen Menschen im Südsudan leben von der Tierhaltung. Milch, Eier und Fleisch sind unverzichtbare Nahrungsmittel für die Menschen. 20 Jahre Krieg haben die rudimentär vorhandene Veterinärstruktur vollends zerstört, sodass viele Tierkrankheiten auftreten. Seuchen wie Brucellose, Milzbrand und Tuberkulose, in Europa weitestgehend getilgte Zoonosen, sind oft auftretende Probleme. Endoparasiten, wie zum Beispiel Würmer, sind bei den Jungtieren sehr häufig und es stehen selten wirksame Arzneimittel zu ihrer Bekämpfung parat. Ektoparasiten, hier insbesondere Zecken, sind als Krankheitsvektoren weit verbreitet. Von Tieren stammende Nahrungsmittel sind deshalb oft kontaminiert, sodass sich die Menschen durch den Verzehr mit den Krankheiten infizieren können. Brucellosebakterien und Tuberkulose können in unpasteurisierter Milch mehrere Wochen überleben. Die allgemeine Keimbelastung von Milch und Fleisch stellt ein Hygieneproblem in der Ernährung dar. Tierärzte ohne Grenzen hat sich zum Ziel gesetzt, die Tiergesundheit zu verbessern und dadurch mehr und vor allen Dingen gesunde Nahrungsmittel für die Menschen zu schaffen.
Ziel unserer Arbeit
Neben der Verbesserung der Tiergesundheit war es Ziel des Projektes, den Zugang zu gesundheitlich unbedenklichen Tierprodukten zu sichern und dadurch die Gesundheit und den Ernährungsstatus der Menschen zu verbessern. Dies geschah hauptsächlich über die Ausbildung von Tiergesundheitshelfern, Impfungen, grundlegende Behandlungen und Fleischbeschau. Zudem wurde die Bevölkerung über die Gefahren, die von tierischen Nahrungsmitteln ausgehen können, informiert. In den Aufklärungsveranstaltungen, die unter anderem in Schulen und Kirchen stattfanden, lernten die Menschen, wie man diese Gefahren erkennt und durch allgemeine Verbesserung der Hygiene im Umgang mit Nahrungsmitteln tierischer Herkunft vermeidet.
Aktivitäten und Ergebnisse
Im Projektgebiet Jonglei State mit den Bezirken Bor, Twic East, Duk und Pibor wurden sechs bestehende Tierapotheken mit Medikamenten ausgestattet sowie die Infrastruktur verbessert. Milchverkäuferinnen in städtischen Gebieten nahmen an Schulungen teil. Tiergesundheitshelfer wurden in Fleischinspektion ausgebildet, Fleischer nahmen an Trainings zu hygienischem Umgang mit Fleisch und Fleischprodukten teil. 115 Tiergesundheitshelfer erhielten Auffrischungskurse und wurden mit Medikamenten ausgestattet. Impfkampagnen wurden durchgeführt und Tiere gegen häufig auftretende Krankheiten behandelt, z.B. Trypanomisiasis (Schlafkrankheit des Rindes), bakterielle Infektionen behandelt und Ektoparasiten bekämpft. Marktverkäufer nahmen an Hygieneschulungen teil.


