Südsudan

Der Gemüseanbau während der Trockenzeit hift, Familien zu ernähren und Einkommen zu steigern

Wie viele andere im Südsudan haben die Bauern und Viehzüchter der Region Greater Bahr el Ghazal ihre Lebensgrundlagen durch Konflikte, Krieg und natürliche Katastrophen wie Überschwemmungen und langen Dürreperioden verloren. Händler haben ihr Gewerbe aufgrund der hohen Kosten, politischer Instabilität und der Inflation von 700% eingestellt. Der Zugang zu erschwinglichen landwirtschaftlichen Betriebsmitteln wie Saatgut und landwirtschaftlichen Geräten ist enorm schwierig geworden. Geringe Produktivität, Ernteausfälle, lange Hungerperioden, chronische Mangelernährung und Ernährungssicherheit sind die Folgen. 

Tierärzte ohne Grenzen hat deshalb die Gastgemeinden, Binnenflüchtlinge, Rückkehrer unterstützt, um die Lebensmittelproduktion zu steigern. Eine Intervention richtete sich spezifisch auf Gemüseanbautechnologien während der Trockenzeit. Das ist die Jahreszeit mit geringerer Arbeitsbelastung. Die Ziele waren:

  • eine regelmäßige Versorgung mit Gemüse und Salat zu gewährleisten und
  • die Vermarktung überschüssiger Ernteerträge von Gemüsebauern zu fördern, um zusätzliche Einkommen zu erzielen. 

 

Des Weiteren wurden Frauengruppen organisiert und ein Verein zum Gemüseanbau ins Leben gerufen. Die Frauen lernten Grundfertigkeiten (Umgang mit Werkzeugen und Gartengeräten wie Spaten, Hacken, Schubkarren und Gießkannen). Die „Tit Achor Vegetables Group“ im nördlichen Kuac, Gogrial West bestand aus fünf weiblichen Mitgliedern, die in erster Linie ein Einkommen aus dem Getreide- und Gemüseanbau erzielen wollten, um so zum Familieneinkommen beizutragen. Die Gruppe baute anfangs nur Hauptnahrungsmittel wie z.B. Hirse an.

Tierärzte ohne Grenzen war von dem Eifer, der Entschlossenheit und dem Potenzial so begeistert, dass entschieden wurde, die Frauen zusätzlich mit notwendigen Gerätschaften zu unterstützen. Sie erhielten zusätzlich eine Ausbildung im Gemüseanbau und in bewährten Ernteverfahren, welche auf den Anbau von lokal bekanntem Gemüse wie etwa Kuhbohnen, Tomaten und Okra ausgerichtet war. 

 

 

Unsere Gärten geben nun immer Erträge, egal ob während der Regen- oder der Trockenzeit. Wir sind die Hauptgemüseanbieter auf den lokalen Märkten. Tierärzte ohne Grenzen hat uns ermöglicht, unsere Erträge durch bewährte Anbauverfahren zu maximieren.

Adena Majok, Mitglied der Gruppe