LFDP

Tierärztliche Versorgung in Jonglei State und Upper Nile State

Hintergrund

Der Friedensvertrag, den die Sudanesische Regierung und die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung 2005 unterzeichneten, beendete nach mehr als 20 Jahren den Bürgerkrieg im Südsudan und leitete eine Phase des Wiederaufbaus und der Entwicklung ein. Das „Livestock and Fisheries Development Project“ (LFDP) soll Menschen im Südsudan unterstützen, die von der Nutztierhaltung und der Fischerei leben. Neben anderen Nichtregierungsorganisationen wurde auch Tierärzte ohne Grenzen vom zuständigen Ministerium beauftragt, dieses Projekt zu implementieren.

Ziel unserer Arbeit

Das LFDP-Projekt wurde von Tierärzte ohne Grenzen in zwei Regionen durchgeführt: Jonglei State und Upper Nile State. Neben der Bereitstellung von Medikamenten und Impfstoffen lag die Hauptaufgabe von Tierärzte ohne Grenzen darin, tierärztliche Dienstleistungen aufrechtzuerhalten und wenn möglich zu verbessern. Das Tiergesundheitssystem auf Dorfebene sollte gestärkt und Tiergesundheitshelfer sollten aus- bzw. weitergebildet werden.

Aktivitäten und Ergebnisse

Insgesamt wurden 24.476 Nutztiere behandelt. Die Therapien umfassten dabei hauptsächlich Maßnahmen gegen Parasitosen (Magen-Darm-Würmer), Zecken, Brucellose und CBPP (Lungenseuche des Rindes), sowie Wundbehandlungen. Zusätzlich wurden 63.250 Tiere geimpft, und zwar gegen Hämorrhagische Septikämie (HS), Lungenseuche des Rindes (Contagious Bovine Pleuropneumonia, CBPP) und Pest der kleinen Wiederkäuer (peste des petits ruminants, PPR). 31 neue Tiergesundheitshelfer wurden ausgebildet, 178 Tiergesundheitshelfer absolvierten Auffrischungskurse. Weiterhin wurden Schulungen zur Hühnerhaltung, Fleischbeschau und -hygiene sowie zur Milchhygiene durchgeführt. Besonderer Wert wurde bei den Schulungen zur Milchhygiene darauf gelegt, Konsumenten besser vor bakteriell verunreinigter Milch zu schützen, um die Übertragung von Zoonosen, vor allem Brucellose, zu vermeiden. Zoonosen sind Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können.