SOM-MEAT II

Aufbau einer international konkurrenzfähigen Fleischindustrie

Hintergrund

Der Export von Lebendvieh ist mit Risiken verbunden. So auch im Handel Somalias mit seinen arabischen Nachbarn. Es gibt immer wieder Importsperren aus seuchenhygienischen Gründen, so in der Vergangenheit wegen Rinderpest, Maul- und Klauenseuche, Rift-Valley-Fieber und anderer Krankheiten. Dann gibt es einen Exportstau, die Einfuhr von Vieh wird auf der arabischen Halbinsel verweigert. Das ist bei einer Exportkapazität Somalias von zwei bis vier Millionen Schafen und Ziegen pro Jahr ein großes Problem. Verluste auf dem Seetransport und in der geforderten Quarantäne kommen ebenfalls vor. Der internationale Trend geht zum Handel mit geschlachteten Tieren. Die überall entstehenden Supermarktketten in den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Königreich Saudi-Arabien fordern Ware mit hohem hygienischem Standard. Somalia steht mit seinen Bemühungen, diese Forderungen zu erfüllen, erst am Anfang. Das von der FAO geführte Projekt soll dazu beitragen, den technologischen Rückstand Somalias aufzuholen. Die Aktivitäten richten sich auf Verbesserungen im Schlachtprozess, die Kontrolle und Verbesserung von Hygienestandards, Training und Ausrüstung von Schlachtern und Fleischkontrolleuren. In den Importländern unterstützt das Projekt die Vermarktung durch Hilfen für die Somali Meat Traders Association (SOMETA), Produktverbesserung und Marketing. Um auch den somalischen Konsumenten zu helfen, wurden ebenfalls Schlachtstellen für die Fleischvermarktung in Somalia (meist kleine Straßenschlachtereien) in die Untersuchungen mit einbezogen.  

Ziel unserer Arbeit

In der zweiten Projektphase sollen die Ergebnisse der ersten Phase konsolidiert und erweitert werden. Dazu soll die Öffentlichkeit über das Gesetz zur Fleischinspektion informiert und es sollen Gemeindeverordnungen zu Schlachtstellen und Fleischmärkten sowie zur Handhabung von Abfallprodukten entwickelt werden. Die Qualitätssicherungssysteme sollen messbar gemacht werden, indem ein Qualitätssicherungssystem und unterstützende Laboratorien eingeführt und die bisher erreichten Erfolge der ersten Projektphase durch finanzielle und technische Unterstützung erhalten und erweitert werden. Weitere Schulungen für Schlachter und Aufsichtspersonal der Schlachthäuser und Fleischmärkte sind wichtige angestrebte Aktivitäten. Speziell sollen Ausbilder trainiert werden, die in der Lage sind, die Schulungsmaßnahmen nach Projektabschluss selbständig weiterzuführen. Ein weiterer Projektschwerpunkt liegt auf der Verbesserung der öffentlich-privaten Partnerschaft (public-private partnership) und der Marketingstrategien für regionale und internationale Vermarktung.

Aktivitäten und Ergebnisse

2010 wurden unter anderem staatliche und private Institutionen dabei unterstützt, den somalischen Fleischhandel zu reglementieren. Zu diesem Zweck gab es Schulungen zu den Themen „Gesetz zur Fleischinspektion“, „tierärztliche Kontrolle und Überwachung“, „HACCP“ („Hazard Analysis and Critical Control Points“, deutsch: „Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte“; dies ist ein vorbeugendes System, das die Sicherheit von Lebensmitteln und den Schutz von Verbrauchern gewährleisten soll), „Hygienestandards in Schlachthäusern“, „GMP“ („Good Manufacturing Practice“, deutsch: „gute Herstellungspraxis“ bei der Herstellung von z.B. Lebensmitteln) sowie „GHP“ („Good Hygienic Practice“, deutsch: „gute Hygienepraxis“). Zudem wurden in verschiedenen Regionen Somalias Maßnahmen zur Basishygiene und grundlegenden Qualitätssicherung eingeführt. Weiterhin wurde der Zugang zu Märkten durch Produktmarketing in den Exportländern (hauptsächlich Vereinigte Arabische Emirate und Königreich Saudi-Arabien) verbessert. Die Schlachtnebenprodukte (Organe, Köpfe, Häute) verbleiben in Somalia und werden dort verwertet. Eine effizientere und bessere Nutzung dieser Schlachtteile ist ebenfalls Teil dieses Projektes.