LEISOM

Maßnahmen zur Milderung einer Nahrungsmittelkrise

Hintergrund

Die Europäische Union betrachtet mit Sorge den weltweiten Anstieg der Nahrungsmittelpreise. Besonders arme Menschen, die einen Großteil ihres Einkommens für ihre Ernährung aufbringen müssen, sind hart davon betroffen. Deshalb wurde im Jahr 2008 eine neue Budget-Linie der Vereinten Nationen eingerichtet, die „Food Facility“ heißt. Weltweit wurde dazu ein Betrag von mehr als 1 Milliarde Euro zur Verfügung gestellt. Für Somalia wurde eine Summe von 4 Millionen Euro an die Afrikanische Union vergeben, die Tierärzte ohne Grenzen mit der Teil-Implementierung beauftragt hat (770.000 Euro). Der Export von Fleisch und Lebendvieh ist der größte somalische Wirtschaftszweig. Mit den Einnahmen aus diesen Verkäufen kann theoretisch mehr als die Hälfte der somalischen Bevölkerung mit Getreide versorgt werden. Auf den arabischen Märkten konkurriert somalisches Vieh mit Einfuhren aus Australien und Neuseeland. Durch den vermehrten Einsatz von Impfungen soll die Exportfähigkeit verbessert werden. Rampen zum Verladen von Vieh sollen die Transporteffizienz steigern.

Ziel unserer Arbeit

In diesem Projekt soll die Ernährungs- und Einkommensgrundlage von Nutztierhaltern verbessert werden, um die Auswirkungen der Nahrungsmittelkrise abzufedern. Dieses Ziel soll durch Impfungen der kleinen Wiederkäuer sowie durch eine Verbesserung der Vermarktungsstrukturen erreicht werden. 

Aktivitäten und Ergebnisse

Die Impfungen wurden von somalischen Tierärzten und Helfern unter Kontrolle von Tierärzte ohne Grenzen durchgeführt. Mehr als 500.000 Schafe und Ziegen erhielten Impfungen gegen PPR (peste des petits ruminants – Pest der kleinen Wiederkäuer), knapp 230.000 Ziegen wurden gegen CCPP (Contagious caprine pleuropneumonia) geimpft. Knapp 240.000 Nutztiere wurden behandelt. Die Vermarktungsstrukturen wurden optimiert; so wurden zum Beispiel Laderampen gebaut, die ein sicheres und schnelleres Verladen der Tiere garantieren. Damit wird auch der Transportstress der Tiere verringert.