Fakten zum Projekt
Laufzeit: 02/2009 – 04/2011
Zuwendungsgeber: EU
Partner: VSF Suisse
Land: Somalia
Themenbereich: Lebensmittelhygiene
Ihre Spende
5 € kostet eine Milchkanne mit 2,5 l Fassungsvermögen.
10 € kostet ein Kittel für einen Mitarbeiter eines Schlachthauses.
100 € kostet die jährliche Prophylaxebehandlung für 50 Ziegen.
Mit 500 € kann ein kleines Schlachthaus komplett ausgestattet werden.
Abkürzung
SALES - Supporting Activities of Livestock Entrepreneurs
VSF - Vétérinaires sans Frontières
SALES
Projekt zur Unterstützung somalischer Viehhalter
Hintergrund
Mudug ist eine Region in Zentralsomalia. Seit dem Bürgerkrieg sind staatliche Dienste nur noch wenig vorhanden, so auch die Veterinärversorgung. Die größte Stadt der Region ist Galkayo mit einer geschätzten Einwohnerzahl von 500.000 Menschen. Die Viehhalter verdienen sich ihren Lebensunterhalt, indem sie Milch und Fleisch ihrer Tiere auf dem Markt verkaufen. Vor Beginn unseres Projekts fand der Verkauf unter freiem Himmel statt, die Bedingungen waren alles andere als hygienisch: Das angebotene Fleisch lag in der sengenden Sonne, war Fliegen und Staub ausgesetzt. Zum Transport von Milch wurden alte Plastikkanister verwendet, die zuvor Speiseöl, Chemikalien oder auch Motoröl beinhalteten. Solche Kanister sind schwer zu reinigen und für Lebensmittel generell ungeeignet. Darin transportierte Milch ist bakteriell stark verunreinigt. Das Wissen der Menschen über Milch- und Fleischhygiene war insgesamt unzureichend. Dadurch waren die Konsumenten der tierischen Produkte gesundheitlichen Risiken ausgesetzt.
Ziel unserer Arbeit
Es soll sichergestellt werden, dass Milch und Fleisch in einer guten Qualität angeboten werden und der Verzehr der Produkte für die Konsumenten gesundheitlich unbedenklich ist. Diese Ziele sollen mit Hilfe von Tiergesundheitsmaßnahmen sowie Hygieneschulungen für Milch- und Fleischhändler erreicht werden: Die Gefahr einer Krankheitsübertragung vom Tier zum Menschen über den Verzehr von Milch- und Fleischprodukten soll durch vorbeugende Maßnahmen wie z.B. Wurmkuren und Impfungen gesenkt werden. Die Tiergesundheitsmaßnahmen tragen ebenfalls dazu bei, dass die Produktivität der Tiere steigt. So können die Viehhalter nicht nur mehr Milch und Fleisch verkaufen, sondern durch die verbesserte Qualität auch einen höheren Preis für ihre Ware erzielen.
Aktivitäten und Ergebnisse
Zu den Aktivitäten und Ergebnissen im Jahr 2010 zählen der Bau von getrennten und überdachten Markthallen für Milch und Fleisch. Milchhändlerinnen absolvierten Schulungsmaßnahmen zum Thema Milchhygiene. Die Verteilung von mehr als 1.300 Milchkannen aus Aluminium hat entscheidend dazu beigetragen, die Milchhygiene zu verbessern. Die Kannen lassen sich gut reinigen und sind für den Dauergebrauch geeignet. Darüber hinaus wurden drei Schlachtstellen sowie zwei Veterinärapotheken gebaut und ausgestattet. Um eine verbesserte Tiergesundheit langfristig zu gewährleisten und so die Lebens- und Einkommensgrundlage der Menschen zu erhalten, wurden 45 Tiergesundheitshelfer ausgebildet bzw. absolvierten Auffrischungskurse und erhielten eine Basisausrüstung.
Erfolge
Vor Projektbeginn waren die Arbeitsumstände für die Verkäuferinnen und Verkäufer von Milch und Fleisch sehr schlecht, weil sie im Freien der sengenden Sonne, aber auch Wind und Regen schutzlos ausgeliefert waren. Jetzt können sie ihre Produkte in den neuen, überdachten Gebäuden verkaufen. Die Arbeitsumstände sind angenehmer und die hygienischen Bedingungen wesentlich besser als zuvor. Auch die Konsumenten der Milch haben eine qualitative Verbesserung bemerkt und honorieren sie: Sie sind nun bereit, pro Liter zwei somalische Schilling mehr zu bezahlen.


