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Nothilfe: Unterstützung von Nutztierhaltern während einer Dürreperiode
Hintergrund
Marsabit ist ein Bezirk im Norden Kenias. Die meisten Menschen dort leben von der Tierhaltung. In den letzten Jahren gab es häufiger als zuvor lange und heftige Dürreperioden, sodass viele Tiere gestorben sind. Durch die Trockenheit steht zu wenig Gras zur Verfügung, es gibt kaum Wasser und wenn, ist es oft verunreinigt. Dazu kommen Parasiten, Krankheiten und Stress. Viele Herden wurden so stark dezimiert, dass die Tierhalter ihre traditionelle Lebensgrundlage damit nicht mehr bestreiten konnten und seitdem auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind. Die meisten Familien in dieser Gegend haben sich aufgeteilt: Während einige Familienmitglieder mit dem Vieh auf der Suche nach Wasser und Futter in bis zu 200 km entfernte Gebiete wandern, ziehen andere vom dünn besiedelten Land in stärker besiedelte Gegenden. Dort gibt es zwar Möglichkeiten, die Kinder in die Schule zu schicken, es besteht ein besserer Zugang zu Gesundheitsdiensten, Handelsstrukturen und Jobs. Doch die Trennung von den Tieren bedeutet auch, dass die Menschen auf deren täglichen Nahrungsbeitrag verzichten müssen – vor allem Milch ist ein wichtiger Bestandteil der Ernährung, insbesondere für Kinder. Zudem haben sie nicht die Möglichkeit, im Notfall einige Tiere zu verkaufen, um Geld für den Kauf von Grundnahrungsmitteln und anderen Notwendigkeiten zur Verfügung zu haben.
Aktivitäten und Ergebnisse
Während der Dürrezeit konnten die Tierhalter einen Teil ihrer Tiere verkaufen. Dies hat zwei Vorteile: Erstens ist für eine kleinere Herde die Chance größer, dass alle Tiere genug Wasser und Futter finden. Zweitens erhalten die Menschen durch den Verkauf der Tiere Geld, das ihre Lebenssituation unmittelbar verbessert. Jede Familie durfte bis zu vier Schafe oder Ziegen verkaufen. Mit eigens dafür angemieteten Transportern wurden jeweils 150 Tiere pro LKW nach Nairobi gebracht, um sie dort auf dem Markt zu verkaufen; anschließend erhielten die Tierhalter die Erlöse. Daneben wurden auch die Familienmitglieder unterstützt, die in stärker besiedelte Gebiete gezogen sind. Sie erhielten die Möglichkeit, durch Arbeiten wie Entschlickung von Staudämmen, Müllbeseitigung, Reparaturarbeiten an Zäunen sowie Entsandung verschiedener Gebiete Geld zu verdienen. Diese Form der Unterstützung nennt sich „Cash for Work“. Die katholische Diözese führte diese Komponente des Projekts für uns durch. Einige Personen, die aufgrund ihres Alters oder Gesundheitszustandes nicht arbeitsfähig waren, erhielten Geldzuwendungen. Tiergesundheitsmaßnahmen, vor allem Entwurmung, rundeten die Maßnahmen ab: Durch eine allgemeine Verbesserung der Tiergesundheit werden die Tiere widerstandsfähiger gegen äußere Faktoren wie Dürre. Insgesamt 600 Haushalte profitierten im Jahr 2009 von den Arbeitsmaßnahmen, 1.295 Haushalte von den Verkäufen der Ziegen und Schafe. 175.000 Tiere wurden entwurmt.
Durch diese Maßnahmen konnten 80% der betroffenen Menschen die Viehhaltung als ihre traditionelle Lebensgrundlage erhalten. Mit Hilfe der Tiergesundheitsaktivitäten und der Verkleinerung der Herden konnten die Tierverluste während der Dürreperiode gering gehalten werden. Die „Cash-for-Work“-Aktivitäten haben den Menschen geholfen, Versorgungslücken während der Dürreperiode zu schließen.


