CBPP

Entwicklung eines modifizierten Impfstoffs gegen die Lungenseuche des Rindes

Hintergrund

Die Lungenseuche des Rindes ist keine tropische Krankheit. Sie war bis ins vorletzte Jahrhundert auch in Europa weit verbreitet und hat bis zu ihrer Ausrottung erhebliche wirtschaftliche Schäden verursacht. In Afrika ist die Krankheit noch stark verbreitet und sogar auf dem Vormarsch. Die meist chronisch auftretende Entzündung unter Einschmelzung des Lungengewebes verursacht hohe wirtschaftliche Schäden. Der Erreger gehört zu den Mycoplasmen (Mycoplasma mycoides).

Unsere Arbeit

Der vom schottischen Forschungsinstitut Moredun modifizierte Impfstoff wurde im Feld erprobt und in seiner Wirksamkeit und Verträglichkeit mit dem alten Impfstoff verglichen. Dazu wurden in der kenianischen Massai Mara je 45.000 Rinder mit dem alten bzw. dem modifizierten Impfstoff drei Jahre lang wiederholt geimpft und die Ergebnisse anhand von klinischen Symptomen und labordiagnostisch vergleichend ausgewertet.

Aktivitäten und Ergebnisse

Der Feldversuch wurde im August 2010 abgeschlossen. Die Wissenschaftler in Schottland und Kenia arbeiten derzeit an der Veröffentlichung der Ergebnisse. Neben den gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnissen hatten eine Kenianerin und eine Tansanerin die Chance, einen Doktortitel zu erwerben. Zudem sind einige Masterarbeiten an junge afrikanische Wissenschaftler vergeben worden. Somit konnten im Rahmen dieses Projektes einige Veterinäre dafür qualifiziert werden, die wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen.

Ohne der Veröffentlichung der wissenschaftlichen Ergebnisse vorgreifen zu wollen, ist durch die Feldversuche klar geworden, dass der neue Impfstoff die in ihn gesetzten Erwartungen nicht voll erfüllt. Dennoch erlauben die gewonnenen Erkenntnisse einen neuen Ansatz, der weiterverfolgt wird. Die nächste Phase des Projekts wird zurück an die Laborbank führen. Das Problem der Lungenseuche des Rindes bleibt also zunächst bestehen. Nicht nur die direkten Schäden am Tier, sondern auch Handelsbeschränkungen sind von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Daher ist es sehr wichtig, weiter an der Eindämmung von CBPP zu arbeiten.

Wir wünschen den Partnerorganisationen dabei viel Erfolg und hoffen, dass wir durch die Teilnahme an diesem Projekt ebenfalls einen Beitrag dazu leisten konnten, die Lungenseuche des Rindes einzudämmen. Denn die Kontrolle der Tierseuchen bleibt weiterhin Schwerpunkt unserer Arbeit.