Food Security

Sudan nach dem Bürgerkrieg: Ernährung sichern, Lebensbedingungen verbessern

Hintergrund

Der Bürgerkrieg im Sudan hat dazu geführt, dass viele Menschen ihre Heimat verlassen mussten und dadurch ihre traditionelle Ernährungsgrundlage – Land und Vieh – verloren haben. Dadurch sind viele von ihnen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Doch auch die Lebensbedingungen der Menschen, die am selben Ort bleiben konnten, hat der Krieg stark verändert. Vor dem Krieg wurden Nahrungsdefizite in knappen Jahren durch Tausch und Handel ausgeglichen: Die Menschen handelten zum Beispiel mit Trockenfisch, Vieh, Gemüse, Lehmgefäßen, Kohle, Feuerholz und Decken. Um diese Ware anbieten zu können, gingen sie auf Märkte in der näheren Umgebung, aber auch an weiter entfernte Orte. Durch den Krieg wurden viele Marktstrukturen zerstört, sodass diese Einkommensmöglichkeit nun fehlt und Nahrungsdefizite nicht mehr aus eigener Kraft ausgeglichen werden können. Eine weitere Herausforderung ist die Wiedereingliederung der ehemaligen Soldaten nach 20 Jahren Krieg. Sie haben keine weitere Qualifikation für einen zivilen Beruf. Besonders betroffen sind Kriegsrückkehrer, kinderreiche Familien sowie Familien, die Kriegsrückkehrer bei sich aufgenommen haben. Durch das Projekt sollen diese Menschen die Möglichkeit bekommen, sich wieder eine eigene Lebensgrundlage aufzubauen.

Aktivitäten und Ergebnisse

Knapp 500 Haushalte nahmen an dem Projekt teil (das entspricht ca. 3.000 Menschen). Sie erhielten Saatgut und Obstbaumsetzlinge und wurden in verbesserten Anbautechniken geschult. Mehr als 85% der beteiligten Bauern konnten durch den Verkauf der angebauten Produkte ihr Einkommen steigern und so ihre Situation verbessern. Die Menschen nutzten das gestiegene Einkommen, um Schulgebühren für ihre Kinder und Ausgaben für Gesundheit zu bezahlen. 73 Haushalte wurden mit Wasserpumpen ausgestattet, um die Bewässerung ihrer Farm zu gewährleisten. 100 Haushalte erhielten Hühner einer verbesserten Zuchtrasse, um die lokale Hühnerzucht zu verbessern und die Qualität und Menge von Fleisch und Eiern zu erhöhen. 281 Milchproduzenten und -verkäufer wurden in Milchhygiene und Milchvermarktung geschult. 33 Milchverkäufer haben Kleinkredite und Ausstattung erhalten. 46 Frauen wurden in Erkennung, Vorbeugung und Behandlung von Geflügelkrankheiten geschult und mit Medikamenten ausgestattet, um zukünftig die Hühner der Dorfgemeinschaft veterinärmedizinisch betreuen zu können. Verschiedene weitere Schulungsmaßnahmen in den Bereichen Obst- und Gemüseanbau sowie Führung von Kleinunternehmen wurden durchgeführt, weiterhin erhielten Jugendliche eine Ausbildung, Mitglieder der lokalen Verwaltung und lokaler Nichtregierungsorganisationen absolvierten Schulungen in Projektmanagement, Finanzmanagement und dem Stellen von Projektanträgen. Zudem wurden zwei „Sparvereine“ gegründet.