Agrarwirtschaft

Die Integration von Tierhaltung und Ackerbau ist uns ein wichtiges Anliegen: Die Förderung von Zugtieranspannung, die Verwendung von Dung im Ackerbau, die Nutzung von landwirtschaftlichen Nebenprodukten zur Tierernährung, der gegenseitige Respekt sind wichtig für eine friedliche Koexistenz von Tierhaltern und Ackerbauern.

In vielen Regionen Ostafrikas ist aufgrund der klimatischen Bedingungen kaum Ackerbau möglich. Der Regen fällt zu unregelmäßig und bleibt während Dürreperioden oft über lange Zeiträume ganz aus.

Wo Ackerbau betrieben werden kann, passiert dies meist in kleinerem Umfang und noch kaum mechanisiert. Viele Menschen nutzen zur Bearbeitung des Bodens sehr einfache Werkzeuge. Um die Nahrungsmittelversorgung für mehr Menschen zu sichern, liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit auf der Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft. Schon kleine Veränderungen können viel bewirken: So etwa die Nutzung von Ochsen und Eseln als Zugtiere. Tierärzte ohne Grenzen hat in einigen Projekten eiserne Pflüge eingeführt, die Kleinbauern in ihrer Nutzung geschult und die Ochsen und Esel in der Arbeit mit dem Pflug trainiert. Dadurch konnten die Landwirte in der Region Gogrial East im Südsudan ihre bebaute Fläche von 0,5 auf 1,5 ha/Familie erhöhen und so erheblich zu einer verbesserten Versorgung mit Nahrungsmitteln beitragen.

Weitere Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität sind verbesserte Schädlings- und Unkrautkontrolle sowie Schulungsmaßnahmen, in denen die Kleinbauern den Anbau ihnen bislang unbekannter Obstbäume oder Gemüsesorten lernen.