Fakten zum Projekt
Laufzeit: Phase II: 07/2009 - 06/2010, Phase III: 07/2010 - 12/2011
Zuwendungsgeber: ECHO, ToG
Partner: VSF Belgium, VSF Suisse
Land: Kenia
Themenbereich: Dürreprävention
Ihre Spende
Mit 5 € bis 10 € können Fußbälle gekauft werden, um Fußballspiele zwischen verfeindeten Gruppen zu organisieren. So können sie sich spielerisch kennen lernen und Vorurteile abbauen.
Mit 20 € bis 100 € können unterschiedlich große Bewässerungsausrüstungen für Farmer gekauft werden.
Abkürzungen
ICRD - Improved Community Response to Drought
ToG - Tierärzte ohne Grenzen
VSF - Vétérinaires sans Frontières
ICRD II und III
Verbesserte Vorbereitung auf Dürreperioden
Hintergrund
Ileret liegt im Osten Kenias im Chalbi Disctrict. Die Gegend ist sehr abgelegen und Tierärzte ohne Grenzen ist die einzige Nichtregierungsorganisation in einem großen Umkreis. Die Gegend ist extrem heiß und trocken und gehört zur Wüstenvegetation. Dort leben die Volksstämme Dasanach und Gabraa, die seit vielen Generationen verfeindet sind. In der Vergangenheit gab es immer wieder Kämpfe um Ressourcen wie Wasser und Weideland. Auch mit weiteren Volksstämmen im äthiopischen Grenzgebiet gab es immer wieder Konflikte. Mehr als 90% der Bevölkerung leben von der Viehhaltung. Sie halten hauptsächlich Rinder, Schafe, Ziegen und Kamele. Obwohl die Tierhaltung ihre einzige Lebensgrundlage ist, haben sie keinerlei Zugang zu Tiergesundheitsdiensten. Es gab in dieser Gegend bisher keine Leistungen zur Entwicklungszusammenarbeit außer Nahrungsmittelhilfe, die die Menschen jedoch in eine Abhängigkeit zwang.
Aktivitäten und Ergebnisse
2009 wurden Ressourcen- und Notfallpläne für Dürresituationen ausgearbeitet. Es wurden Treffen mit Vertretern verfeindeter Volksstämme abgehalten, um gemeinsame Nutzungspläne für Wasserstellen und Weideland zu erarbeiten und den Stämmen Gelegenheit zu geben, sich besser kennenzulernen. Durch diese Treffen haben die Konflikte zwischen den Volksgruppen merklich abgenommen. Gab es früher statistisch gesehen noch drei Mal pro Monat einen Überfall zwischen den Gruppen, kommt es heute noch alle drei Monate einmal zu einem solchen Zwischenfall. Mehrere Schulen zur Erwachsenenbildung, so genannte Pastoral Field Schools, wurden gegründet. Darin bilden die Menschen Gruppen, in denen sie über Themen sprechen, die ihren Alltag betreffen. So tauschten sie sich z.B. über Möglichkeiten für Einkommen schaffende Maßnahmen aus: Was bei einer Person erfolgreich war, wurde von anderen übernommen. Auch Tiergesundheit ist ein wichtiges Thema, bei dem alle Gruppenmitglieder ihre Erfahrungen miteinander teilen und voneinander lernen. Sogenannte VICOBA-Gruppen (VICOBA steht für Village Community Banking) wurden ebenfalls gegründet. Zudem nimmt die Ausbildung von Tiergesundheitshelfern einen wichtigen Stellenwert ein. Bisher wurden elf Tiergesundheitshelfer ausgebildet.
Stimmen aus dem Projekt
„Frieden ist eine sehr gute Sache. Wir können jetzt ohne Angst bis North Horr gehen und die Lastwagen der Gabraa können zu uns kommen und für uns Nahrung auf dem Markt in Foras verkaufen. Früher hätten wir ihre Lastwagen hier nicht geduldet, aber wir wussten nicht, dass uns etwas entging.“
Lomiede Arkoi aus dem Stamm der Dasanach
„Es war sehr gut, uns auf einem Friedenstreffen mit dem Stamm der Hammar aus Äthiopien zusammenzubringen. Ich erinnere mich daran, dass auf einem Workshop jemand sagte, er habe bisher gedacht, Hammar wären keine Menschen, sondern Tiere, weil sie Mitglieder unseres Volkes sofort töteten, wenn sie sie sahen. Aus diesem Grund hassten unsere Leute sie sehr, aber jetzt habe ich sie getroffen und festgestellt, dass die Hammar genau solche Menschen sind wie wir, mit denen man sprechen und sich einigen kann.“
Chief Gufu aus dem Stamm der Gabraa
