Landesinformation: Äthiopien

| Sprachen | Staatssprache ist Amharisch; Englisch, Französisch, Arabisch und Italienisch werden als Bildungssprachen gebraucht. Insgesamt werden rund 70 Sprachen gezählt. |
|---|---|
| Hauptstadt | Addis Abeba |
| Staatsform | repräsentative Demokratie |
| Gründung | Mit den heutigen Außengrenzen (ausgenommen Eritrea) wurde Äthiopien Ende des 19. Jahrhunderts gebildet. Seit 1995 ist Äthiopien Demokratische Bundesrepublik. |
| Staatsoberhaupt: | Präsident Girma Wolde Giorgis |
| Regierungschef: | Premierminister Meles Zenawi |
| Fläche | 1.100.000 km² |
| Einwohner | ca. 80,71 Millionen |
| Währung | Äthiopischer/s Birr |
Äthiopien
Äthiopien ist der größte Tierproduzent in Afrika. Es gibt etwa 35 Millionen Rinder, 18 Millionen Ziegen und 24 Millionen Schafe, daneben einen kleineren Anteil von Kamelen, Pferden und Eseln (insgesamt ca. 3,5 Millionen). Der Handel mit Tieren macht 20% des Bruttosozialprodukts aus.
Tiergesundheit ist in Äthiopien also ein wichtiges Thema: Einerseits, um den Menschen ihre wichtige Einnahmequelle zu sichern. Andererseits, um auch die Gesundheit der Menschen zu schützen, denn einige Tierkrankheiten sind auf den Menschen übertragbar. Besonders in den ländlichen Regionen ist es jedoch schwierig, Tiergesundheitsdienste zu gewährleisten. Tierärzte ohne Grenzen hat deshalb mit der Ausbildung von Tiergesundheitshelfern (siehe S. 8) begonnen, die in den Dörfern Maßnahmen zur Tiergesundheit durchführen können.
Äthiopien ist immer wieder von Dürre, aber auch von Überflutungen betroffen. Tierärzte ohne Grenzen unterstützt die Menschen, die von der Nutztierhaltung leben, deshalb bei der Entwicklung von Strategien, wie man in Dürrezeiten die Verluste für Mensch und Tier gering halten kann, etwa durch effektiveres Weidemanagement. Auch Aktivitäten zur Friedenssicherung sind wichtiger Projektbestandteil, denn in Dürrezeiten ziehen die jungen Männer mit den Herden in weiter entfernte Gegenden, um Weidegrund und Wasser für die Tiere zu finden. Dies führt zwangsläufig zu Konflikten über knappe Ressourcen mit den dort lebenden Pastoralisten.
Um den Menschen neben der Viehhaltung weitere Einkommensmöglichkeiten zu schaffen und sie unabhängiger von klimatischen Extremen zu machen, werden z.B. Kleinspargruppen, so genannte VICOBAS (Village Community Banking Groups) gegründet, die den Menschen - besonders den Frauen - Investitionsmöglichkeiten bieten. Schon Kleinigkeiten können helfen, ein größeres Einkommen zu erzielen: Wenn mit dem angesparten Geld z.B. ein Laster gemietet werden kann, können mehr Waren zum Verkauf zum entfernt gelegenen Markt transportiert werden. Im Hochland wird Tierärzte ohne Grenzen in der Qualitätssicherung für Wertschöpfungsketten im Bereich der Fleischproduktion und auch Milchherstellung aktiv werden.
