Wir feiern Geburtstag: Tierärzte ohne Grenzen e.V. wird 20
2011 ist ein wichtiges Jahr für Tierärzte ohne Grenzen.
20 Jahre ist es her, dass sich einige Studierende der Tierärztlichen Hochschule Hannover zusammenschlossen, um die „Tierärztliche Entwicklungshilfe-Organisation“ (TEO) zu gründen. Aus dieser Vereinigung ist 1997 Tierärzte ohne Grenzen e.V. hervorgegangen. Die Projektarbeit begann 1998 im Rahmen des Rinderpest-Eradikationsprogramms im Südsudan. Zu diesem Zeitpunkt schloss sich Dr. Frajo Siepelmeyer, heute Vorstandsvorsitzender von Tierärzte ohne Grenzen, der Organisation an: „Als ich 1998 zu ToG stieß, war das noch ein netter, aber ziemlich unorganisierter Haufen, geprägt durch das studentische Leben. […] ToG befand sich damals genau an dem Punkt, Projektverantwortung zu übernehmen oder nicht. Es ging um das erste Rinderpestprojekt im Südsudan, als Juniorpartner der Belgier. Und die Diskussion, ob oder lieber nicht, wurde durchaus kontrovers geführt. Einige waren der Meinung, die Organisation sei noch nicht so weit. Es war quasi der Sprung ins kalte Wasser“, erinnert sich Dr. Siepelmeyer.
Und der Sprung gelang. Heute hat sich Tierärzte ohne Grenzen zu einer Organisation mit 130 fest angestellten Mitarbeitern gemausert, die mehr als 20 Projekte in vier Ländern durchführt, im Sudan, in Kenia, Somalia und Äthiopien. Das Projektvolumen 2010 betrug mehr als vier Millionen Euro, die Spendeneinnahmen lagen 2010 erstmals über 300.000 Euro.
Auch das Regionalbüro in Nairobi, das 1999 eröffnet wurde und von dem aus die Projektarbeit in Ostafrika koordiniert wird, hat sich seitdem herausgemacht. Gladys Anya ist dort seit 2001 als Personalleiterin und Leiterin der Administration tätig. Sie erinnert sich noch an die ersten Tage, als es nur eine Handvoll Mitarbeiter gab, die sich einen einzigen Computer teilen mussten. „Wenn ich auf die Anfänge der Organisation zurückblicke, ist es großartig, Teil dieser großen Erfolge zu sein, die wir heute sehen – von ganz einfachen und gut strukturierten Tiergesundheitsprogrammen zu großen, komplexen Wiederaufbauprogrammen.“
Dr. Siepelmeyer fasst die letzten 20 Jahre des Vereins so zusammen: „Es ist schon sehr interessant, die Entwicklung einer Organisation zu beobachten, von einem bunten, vielleicht einem etwas belächelten Häufchen Illusionisten zu einem ernst zu nehmenden Partner in der Entwicklungszusammenarbeit. […] ToG ist nun erwachsen, und darauf dürfen wir auch ein wenig stolz sein.“


