15.06.2011 | Aus den Projekten

Projekt zur Ernährungssicherung im Südsudan (PARIS): Gemüseanbau und Hühnerhaltung

Zwischen November und April fällt in Gogrial East im Südsudan kein Regen. Besonders gegen Ende dieser Trockenzeit leiden die Menschen Hunger, denn sie haben nur genug Nahrungsmittelvorräte, um alle zwei bis drei Tage etwas essen zu können.

Impfung eines Huhns im PARIS-Projekt

Doch mit etwas Geschick und Mühe ist es möglich, kleine Gemüsegärten sogar in diesen trockensten Monaten zu pflegen. Tierärzte ohne Grenzen hat in den letzten Monaten mit 98 Frauen aus Gogrial East zusammengearbeitet, deren Familien am schwersten vom Hunger betroffen waren. Sie haben Saatgut erhalten und gelernt, wie man daraus Gemüse zieht. Selbst wenn die Erträge klein sind, ermöglichen sie den Müttern, ihre Kinder in dieser schwierigen Zeit mit Vitaminen zu versorgen.

Um die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen, hat das Tiergesundheitsteam von Projektmanager Tinega Ongondi zusätzlich Hühner gegen die wichtigsten Krankheiten geimpft, zum Beispiel gegen Newcastle Disease. Bislang wurden in Gogrial East 852 Hühner geimpft. Hühner sind für die Ärmsten der Armen eine wichtige Proteinquelle – wer sich keine Kuh oder Ziege leisten kann und auf deren Milch verzichten muss, hat meist zumindest noch einige Hühner, die die Proteinversorgung durch Eier sichern können. Hühner sind anspruchslos in der Fütterung, lassen sich durch Zucht relativ schnell vermehren und verhelfen den Familien durch den Verkauf überschüssiger Eier zu einem kleinen Einkommen. In den kommenden Monaten werden im Rahmen des PARIS-Projekts Hühner auch an die Menschen verteilt, die bislang noch keine Hühner haben.