14.03.2011 | Aus den Projekten

Projekt „La Niña“ zur Dürrebekämpfung in Kenia

Haben Sie schon einmal von den Wetterphänomenen „El Niño“ (Spanisch: „der Junge“) und „La Niña“ (Spanisch: „das Mädchen“) gehört?

Beide Namen bezeichnen klimatische Anomalien, allerdings mit gegenteiligen Auswirkungen: Wo „El Niño“ das gewohnte Klima durcheinander bringt, verstärkt „La Niña“ eher das Klima, das in einer Region normalerweise vorherrschend ist.

Im Norden und Nordosten Kenias, wo ein eher heißes und trockenes Klima herrscht, führt „La Niña“ derzeit zu einer Dürreperiode. Die kleine Regenzeit, die in diesem Gebiet normalerweise im Oktober und November eintritt, ist 2010 ausgeblieben, dies gilt voraussichtlich auch für die nun anstehende große Regenzeit von März bis Ende Mai. Deshalb hat die EU (ECHO – European Community Humanitarian Office) Geld für ein Projekt zur Dürrebekämpfung in den nord- und nordostkenianischen Regionen Turkana, Marsabit und Wachir zur Verfügung gestellt. Das Projekt „La Niña“ wird von OXFAM GB geleitet und beginnt im März 2011. Tierärzte ohne Grenzen Deutschland sowie unsere Schwesterorganisationen aus Belgien und der Schweiz sind Projektpartner. Das Projekt unterstützt Menschen, die von der Nutztierhaltung leben und von der Dürreperiode besonders stark betroffen sind.

Tierärzte ohne Grenzen wird gemeinsam mit lokalen Partnern, und zwar der Diözese Marsabit und den lokalen Nichtregierungsorganisationen PISP (Pastoralist Integrated Support Programme) und CIFA (Community Initiative Facilitation and Assistance), so genannte „Cash for Work“-Aktivitäten durchführen. Das heißt, die Menschen erhalten Geld für verschiedene Arbeiten in der Gemeinde (z.B. Ausbesserung von Wegen, Instandsetzung von Schulen oder Brunnen), um sich Lebensmittel kaufen zu können. Auch wird den Viehhaltern Gelegenheit gegeben, einen Teil ihrer Tiere zu verkaufen, um die Herdengröße zu verringern. Tierärzte ohne Grenzen organisiert den Transport, sodass jede Familie einige Tiere unentgeltlich zum Schlachttiermarkt in Nairobi befördern lassen kann.