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20.09.2011 | Aus den Projekten, News

Hintergründe und Entwicklung der Lage am Horn von Afrika

Am 20. Juli 2011 riefen die Vereinten Nationen angesichts der dramatischen Lage am Horn von Afrika die erste Hungersnot des 21. Jahrhunderts aus.

Dürregebiet in Kenia 2011

Diese Klassifizierung galt zunächst für zwei Regionen Somalias, inzwischen sind drei weitere Regionen betroffen. Insgesamt leiden mehr als 12 Millionen Menschen in den Ländern Kenia, Somalia, Äthiopien, Dschibuti und Uganda unter extremer Dürre und Nahrungsmittelknappheit. Allein in Somalia sind inzwischen knapp 30.000 Kinder unter fünf Jahren gestorben.

Ein Ende der Krise ist nicht in Sicht. Neueste Erkenntnisse besagen, dass auch die nächste Regenzeit von Oktober bis Dezember 2011 im Mandera-Dreieck (dort treffen sich Kenia, Äthiopien und Somalia) wesentlich schwächer ausfallen wird als normal. Die Regenzeit von November bis Januar in Süd- und Zentralsomalia wird laut Prognose ebenfalls unterdurchschnittlich ausfallen. Die Katastrophe dürfte, zumindest in Somalia, also voraussichtlich bis weit ins Jahr 2012 anhalten. Mit der nächsten Ernte kann bestenfalls im August 2012 gerechnet werden (Quelle: UN OCHA). Besonders schlimm ist auch, dass viele Tausend Menschen ihre Viehherden und damit ihre kurz- und langfristige Lebensgrundlage verloren haben. Extrem wichtig ist es in dieser Situation, zu versuchen, dass so viele Menschen wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können. So wird nicht nur der Flüchtlingsstrom verringert. Die Menschen behalten auch die Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft. Deshalb muss vor allem versucht werden, den noch lebenden Viehbestand über die Dürre zu retten.

Um akut zu helfen, führt Tierärzte ohne Grenzen in Nordsomalia Wasserlieferungen für Mensch und Vieh durch. Mit Lastwagen bringen wir das Wasser zu den Menschen und Tieren, wo sie noch Weide finden. Während einer akuten Dürresituation ist auch die Verringerung der Herdengröße durch Schlachtungen wichtig. Tiere werden gekauft, geschlachtet und deren Fleisch an Bedürftige verteilt. Nur die Zuchttiere werden zurückbehalten. Mit ihnen kann später die Herde wieder aufgebaut werden. Das hat zwei Vorteile: Zum einen verhilft es den Menschen kurzfristig zu Nahrung und Einkommen. Zum anderen besteht ein geringerer Wasser- und Weidebedarf, wenn weniger Tiere um diese Ressourcen konkurrieren. „Cash for Work“-Aktivitäten bringen den Menschen Einkommen, um Nahrung zu kaufen. Impfungen und Entwurmung stärken die Abwehrkraft der Tiere. Mit diesen Maßnahmen hat Tierärzte ohne Grenzen e.V. schon Anfang 2011 begonnen, als die Dürrekatastrophe sich durch Ausbleiben der Regenzeit abzeichnete. „Langfristig setzen wir uns dafür ein, gemeinsam mit der somalischen Bevölkerung bessere Vorbereitungsmaßnahmen für Dürrezeiten zu treffen. Damit haben wir in Kenia Erfolge erzielt. Einführung eines Frühwarnsystems, Einbindung in Vermarktungssysteme, effizientere Wasser- und Weidenutzung und Gründung von Spargruppen sind einige der Maßnahmen, die den Menschen langfristig helfen können“, so äußert sich der Geschäftsführer von Tierärzte ohne Grenzen e.V., Dr. Wilhelm Dühnen. „Die Auswirkungen der Dürre zu überwinden, der Wiederaufbau der Herdengröße wird vier Jahre dauern.“

Unser Spendenaufruf für die Menschen in Ostafrika hat Sie bewogen, bisher 25.760,22 € (Stand: 20.09.2011) zu spenden. Dafür bedanken wir uns herzlich bei Ihnen, auch im Namen der Menschen, denen Ihre Spende hilft.

Weiterhin werden dringend Spenden benötigt. Wenn auch Sie spenden möchten, tun Sie dies bitte unter dem Stichwort „Dürre Ostafrika“, entweder einfach und sicher über unser Online-Spendentool oder per Überweisung:
Spendenkonto 043 43 43 300, Hannoversche Volksbank, BLZ 251 900 01