Dürrekatastrophe in Ostafrika: Trotz Regen kein Ende der Krise
Das Jahr 2011 wird in die Geschichte eingehen als das Jahr der ersten Hungerkatastrophe des 21. Jahrhunderts. Viele Wochen lang hat die Dürre- und Hungerkatastrophe in Ostafrika die Medien in Deutschland bestimmt. Nun ist es still geworden um dieses Thema.
Der Regen hat inzwischen eingesetzt. Damit sind die Probleme aber nicht gelöst. Mit den Nachwirkungen der Katastrophe werden die Menschen in Ostafrika noch lange zu kämpfen haben.
Wie ist die aktuelle Lage in den Projektgebieten von Tierärzte ohne Grenzen? Unsere Nothilfemaßnahmen (wir berichteten im Newsletter 03/2011) haben Wirkung gezeigt: Wir konnten dazu beitragen, dass viele Nutztiere überlebt haben. Damit ist das wichtigste Ziel der Maßnahmen erreicht, die Lebensgrundlage der Menschen ist gesichert. Mittlerweile hat es kräftig geregnet. Der Regen bringt gute Weide, sodass die geschwächten Tiere sich langsam wieder erholen. Wenn sie ein wenig an Gewicht gewonnen haben, können sie wieder tragend werden. Mit Jungtieren ist frühestens in einem halben Jahr zu rechnen, erst mit der Geburt neuer Jungtiere werden die Muttertiere wieder Milch geben. Die Nahrungsmittelkrise ist also noch nicht überwunden.
Mit der Rettung der Nutztiere haben wir als weiteres Ziel erreicht, dass die betroffenen Menschen in ihrer Heimat bleiben können. In Marsabit (Kenia) konnten die meisten Menschen vor Ort bleiben. Die „Cash-for-Work“-Aktivitäten und die Wasserlieferungen für Mensch und Tier waren erfolgreich. Auch in Puntland (Somalia) haben unsere Aktivitäten während der Dürre stabilisierend gewirkt, vor allem die Maßnahmen zur Tiergesundheit.
Wie geht es nun weiter? In allen betroffenen Projektregionen bieten wir weiter „Cash-for-Work“-Aktivitäten an. Auch kaufen wir weiterhin schwache und unproduktive Tiere auf, um so den Besitzern zu einem Einkommen zu verhelfen. Der Regen bringt neue Probleme mit sich: Seuchenausbrüche, Parasitosen und Lungenentzündungen machen den geschwächten Tieren momentan stark zu schaffen. In Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt vor Ort behandeln und impfen unsere Mitarbeiter und von ihnen ausgebildete Tiergesundheitshelfer die Tiere.
Für diese Aktivitäten benötigen wir nach wie vor dringend Ihre Unterstützung. Jede Spende hilft! Schon mit 20 € können in Somalia fünf Kamele entwurmt werden.
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