Der Dürre begegnen: Drei Projekte im Norden Kenias
Tierärzte ohne Grenzen e.V. beteiligt sich seit 2008 an drei Projekten im Norden Kenias, mit denen den negativen Folgen von Dürren begegnet wird. Der Norden Kenias und die angrenzenden Regionen der benachbarten Länder Somalia, Uganda und Äthiopien sind wiederkehrend von starken Dürren betroffen, denen oftmals sintflutartige Überschwemmungen folgen, die durch heftige Regenfälle im Hochland Äthiopiens verursacht werden.
Aufgrund der extremen klimatischen Bedingungen, die durch das Wetterphänomen ‚El Niño’ erklärt werden, sind diese Gebiete nur sehr eingeschränkt für die Feldwirtschaft geeignet. Der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt von der Tierhaltung. In Dürrezeiten ist der Verlust an Tieren hoch, die Konflikte um die wenigen Wasserstellen verschärfen sich und eine Vielzahl an Menschen erleidet extremen Hunger oder den Verlust ihrer Lebensgrundlage. Wird das Ausmaß einer Dürre in vollem Umfang sichtbar, ist die Hilfe von außen zwar wichtig, erfolgt aber häufig zu spät. Die schlechte Infrastruktur in den Regionen verschlimmert die Situation zudem.
Dürren lassen sich nicht verhindern, aber ihre negativen Auswirkungen lassen sich eindämmen. Seit 2008 beteiligt sich Tierärzte ohne Grenzen e.V. an drei Projekten, die es der lokalen Bevölkerung vor Ort ermöglich sollen, den Folgen von Dürren besser zu begegnen.
Alle drei Projekte, an denen sich Tierärzte ohne Grenzen e.V. beteiligt, werden von der Europäischen Union (ECHO und Europäische Kommission) gefördert. Im Juli besuchte Peter Zangl, der Generaldirektor von ECHO, zusammen mit dem Leiter der Afrikastelle (ACP Staaten) Cees Wittebrood, sowie dem Botschafter der Europäischen Union, Eric van-der-Linden, die Projektgebiete, um sich über das Ausmaß der Dürre und die getroffenen Vorkehrungen zu informieren.
Ziel der Projekte ist die Verbesserung der Lebenssituation der lokalen Bevölkerung durch eine Verminderung der Auswirkungen von Dürren.
Als Aktivitäten stehen der Aufbau eines regionalen Frühwarnsystems sowie der Bau von Dämmen und anderen Wasserstellen im Mittelpunkt. So wird auch das Konfliktpotenzial, das sich aus der herrschenden Wasserknappheit ergibt, gemindert. Darüber hinaus entstehen private Dienstleistungssysteme (kommunale Kleinkreditsysteme, Feldschulen für Nomaden, Tiergesundheitssysteme), die alternative Einkommensquellen schaffen und die Versorgung mit Basisdiensten verbessern.
