Unser Motto: Wenn Tiere Leben bedeuten

Wir engagieren uns, um die Lebensbedingungen von Menschen in Ostafrika zu verbessern. Dort arbeiten wir mit Menschen zusammen, deren Lebensunterhalt auf Tierhaltung und der Herstellung tierischer Produkte beruht bzw. eng damit verknüpft ist. 

Tierärzte ohne Grenzen e.V. verfügt über eine umfangreiche Expertise in mehreren Bereichen. Auf den folgenden Seiten können Sie sich über die einzelnen Themenschwerpunkte, Projektländer und Aktivitäten informieren und ein ausführliches Bild unserer Arbeit gewinnen. 

Auf einen Blick

Unsere Themenschwerpunkte

Tierärzte ohne Grenzen verfolgt eine ganzheitliche Strategie und engagiert sich neben Tiergesundheit in vielen weiteren Bereichen.

Unsere Einsatzländer

Ostafrika bildet den regionalen Schwerpunkt für die Arbeit von Tierärzte ohne Grenzen e.V.

Unsere Projekte im Überblick

Hier finden Sie Porträts zu ausgewählten Projekten sowie eine Komplettübersicht aller laufender Aktivitäten in den einzelnen Ländern.

Stimmen aus den Projekten

Vor vier Monaten erhielt ich von Tierärzte ohne Grenzen 3 Geißen, und schon 2 Monate später gebaren alle drei jeweils Zwillinge - nun habe ich schon 9 Ziegen, die genug Milch für die ganze Familie geben." 

Asma Hassan, Pastoralistin (Kordofan Südstaat, Sudan)

Während der Dürre im Jahr 2015 verlor ich 45 Ziegen, 12 Kamele und alle 20 Rinder, die ich besaß. Mir blieben nur noch 15 Ziegen und 3 Kamele. Ohne die Hilfe von Tierärzte ohne Grenzen hätte ich am Ende auch mein restliches Vieh verloren." 

Abrahim Abanugus, Pastoralist (Erebti/Äthiopien)

Ich wurde für das 'Access to Food'-Projekt von Tierärzte ohne Grenzen ausgewählt. Als einkommenslose Versorgerin meiner Familie hat uns das Projekt vor Hunger und den Konsequenzen des Klimawandels bewahrt."

Khalif, Witwe (Alle-amin Flüchtlingslager/Somalien)

Dank des Projekts beteiligten sich alle Gemeinden, die das Land am Kuhal Berg nutzen, an offenen Gesprächen und diskutierten, wie sie das knappe Weideland und die kostbaren Wasserquellen nutzen sollten. [...] Wir danken Tierärzte ohne Grenzen und der GIZ, dass sie unseren Friedensdialog ermöglicht haben."

Lepalo Lengungu, Mitglied des Environmental Management Commitee (Larachi/Kenia)

Meldungen aus den Projekten

| Topmeldung

Nothilfe in Südsomalia: Hunger lindern und ein Leben in Würde ermöglichen

Projektmitarbeiter Zacharias schaut zufrieden auf sein Notebook. Vor ihm ist die E-Mail, auf die er so sehr gehofft hat. Er arbeitet seit einem...

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Überfall auf das Guadiang-Viehlager im Südsudan

In den ländlichen Gebieten von Ostafrika ist das Leben der Menschen sehr eng mit ihren Tieren verbunden. Die meisten Menschen sind Wanderviehhirten,...

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Welttag für die Bekämpfung der Wüstenbildung & Dürre

Heute findet der „Welttag für die Bekämpfung der Wüstenbildung und Dürre“ statt. Tierärzte ohne Grenzen e.V. hat in der Afar-Region Äthiopiens ein...

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Glossar

Tiergesundheitshelfer sind Menschen aus unseren Projektgebieten, die von ihren Dorfgemeinschaften für diese Aufgabe ausgewählt werden. Sie erhalten eine 14-tägige praktische und theoretische Ausbildung durch einen Veterinär. 

Diese findet meist mit Hilfe von Schaubildern statt, denn viele angehende Tiergesundheitshelfer können nicht lesen und schreiben. Nach der Ausbildung sind sie in der Lage, grundlegende Tierkrankheiten zu erkennen und zu behandeln. Dafür werden sie mit Ausrüstung wie Spritzen und Nadeln, Impfstoffen und Medikamenten ausgestattet. Dazu gehören ein hitzestabiles Antibiotikum, ein Entwurmungsmittel, ein Mittel gegen die Schlafkrankheit der Rinder, Puder gegen Läuse, Augensalbe, Wundöl und ein Mittel gegen Zecken.

Die Ausbildungsdauer erscheint auf den ersten Blick sehr kurz. Dabei muss man aber bedenken, dass die Menschen bereits einen großen Wissensschatz über die richtige Haltung der Tiere und über Krankheitsbilder mitbringen, der von Generation zu Generation weitergegeben wird. Schließlich spielen Nutztiere in unseren Projektgebieten eine große Rolle und Mensch und Tier leben sehr eng beieinander. Kinder helfen von klein auf bei der Versorgung und erwerben so im Alltag viel Wissen über die Tiere. Trotzdem kann man einen Tiergesundheitshelfer nicht mit einem Tierarzt vergleichen. Mit grundlegenden Behandlungen wie Wurmkuren und vorbeugenden Impfungen kann man aber schon viel erreichen.

Nach der Ausbildung betreuen Tiergesundheitshelfer die Tiere in ihrem Dorf und den umliegenden Dörfern. Viele absolvieren täglich weite Strecken zu Fuß. Deshalb statten wir sie mit Fahrrädern aus, damit sie die großen Distanzen zwischen den Dörfern leichter zurücklegen können. Einige Tiergesundheitshelfer eröffnen kleine Läden, in denen sie andere Tierhalter beraten und Medikamente ausgeben. Tiergesundheitshelfer erhalten die Möglichkeit, regelmäßige Auffrischungskurse zu absolvieren und sich weiter fortzubilden.

Bei diesem Ansatz erhalten Menschen für geleistete Arbeit einen Tageslohn (ca. 3 Euro/Tag) und oft auch eine warme Mahlzeit. Die Menschen verwenden ihren Lohn z.B. für Essen, für die medizinische Versorgung, für Kleidung oder für die Zahlung ausstehender Schulden. 

Die Arbeiten sind in der Regel Gemeinschaftsprojekte, beispielsweise das Entsanden von Wasserstellen oder die Instandsetzung von Schulen oder Straßen. Solche Maßnahmen sind besonders nach Naturkatastrophen oder in Zeiten von akutem Nahrungsmangel sinnvoll. Die Betroffenen werden mit einbezogen, sie können selbst aktiv werden, statt durch eine reine Hilfe in Form von Nahrungsmitteln in eine Bittsteller-Haltung gedrängt zu werden. Zusätzlich tun sie etwas Nützliches, das ihnen und ihrer Gemeinde direkt zugute kommt. Auch die lokale Wirtschaft wird durch „Cash-for-Work“-Maßnahmen gestärkt, denn mit dem erhaltenen Lohn können sich die Menschen vor Ort Lebensmittel kaufen, statt auf importierte Nahrung zurückgreifen zu müssen.

In unseren Projekten machen wir die Menschen mit dem VICOBA-Konzept vertraut, was frei übersetzt so viel wie Dorfgemeinschafts-Bankensystem bedeutet.

Dabei werden Gruppen von 35-60 Personen gebildet, die sich einmal wöchentlich treffen. Jeder Teilnehmer zahlt einen Mindestbetrag von umgerechnet ca. einem Euro für einen festgelegten Zeitraum (meist ein Jahr) in die Gemeinschaftskasse ein. Sobald die Ersparnisse sich genügend vermehrt haben, können die Mitglieder abwechselnd Anleihen daraus entnehmen. Die Kredite dienen als Startkapital für Einkommen schaffende Aktivitäten, z.B. Viehvermarktung, Hühner- oder Bienenzucht oder den Handel mit Salz, Zucker, Getreide und Aloe Vera-Pflanzen. Meist liegt die Kredithöhe bei etwa 50 €. Bei Rückzahlung werden 10% Zinsen auf das geliehene Geld gezahlt. Am Ende des Jahres erhält jedes Gruppenmitglied eine Auszahlung im Verhältnis zur Höhe seiner ursprünglichen Einzahlung. Die Gruppen schaffen so in kurzer Zeit durch gemeinsame Ersparnisse, was jedem Einzelnen nur schwer möglich wäre.

Die VICOBA-Gruppen haben noch eine weitere wichtige Funktion: In eine zweite kleinere Kasse zahlen die Mitglieder wie in eine gemeinsame Haushaltskasse ein. Sie ist für finanzielle Engpässe oder Notfälle gedacht. Wenn jemand auf Geld aus dieser Kasse angewiesen ist, muss er es nicht zurückzahlen. Er kann aber als Dank eine größere Summe einzahlen, wenn er finanziell wieder auf sicheren Füßen steht. So entsteht eine finanzielle Absicherung für alle Mitglieder.