Unser Motto: Wenn Tiere Leben bedeuten

Wir engagieren uns, um die Lebensbedingungen von Menschen in Ostafrika zu verbessern. Dort arbeiten wir mit Menschen zusammen, deren Lebensunterhalt auf Tierhaltung und der Herstellung tierischer Produkte beruht bzw. eng damit verknüpft ist. 

Tierärzte ohne Grenzen e.V. verfügt über eine umfangreiche Expertise in mehreren Bereichen. Auf den folgenden Seiten können Sie sich über die einzelnen Themenschwerpunkte, Projektländer und Aktivitäten informieren und ein ausführliches Bild unserer Arbeit gewinnen. 

Auf einen Blick

Unsere Themenschwerpunkte

Tierärzte ohne Grenzen verfolgt eine ganzheitliche Strategie und engagiert sich neben Tiergesundheit in vielen weiteren Bereichen.

Unsere Einsatzländer

Ostafrika bildet den regionalen Schwerpunkt für die Arbeit von Tierärzte ohne Grenzen e.V.

Unsere Projekte im Überblick

Hier finden Sie Porträts zu ausgewählten Projekten sowie eine Komplettübersicht aller laufender Aktivitäten in den einzelnen Ländern.

Stimmen aus den Projekten

Ich wurde für alle erforderlichen veterinärmedizinischen Geräte geschult, um mich als CAHW (Community-based Animal Health Worker/Tiergesundheitshelfer) zu qualifizieren. Ich möchte mich bei TOGEV für diese großartige Möglichkeit bedanken. Jetzt kann ich meine Gemeinde mit Tiergesundheitsdienstleistungen unterstützen. Auch wenn dieses Projekt ausläuft, werde ich meine Arbeit fortsetzen. Das Dasenech Woreda Livestock and Fishery Resource Office unterstützt mich bei der Bereitstellung von Medikamenten, die ich für meine Arbeit brauche. Mein Leben hat sich durch meine Anstellung als CAHW grundlegend verändert.

Ich habe fünf Ziegen von TOGEV erhalten, einige von ihnen sind trächtig und andere säugen. Mir wurde auch gezeigt, wie man sich um sie kümmert, erkrankte Tiere isoliert und sie mit der Hilfe der Tiergesundheitshelfer angemessen behandelt. Es ist einfach großartig, meine kleinen Kinder bekommen jetzt Milch von den säugenden Ziegen. Ich möchte mich bei TOGEV für ihren Einsatz und die großartige Unterstützung bedanken.

Als Mitglieder der Allah Amin-Gruppe teilen wir uns die Arbeit untereinander auf: Einige Mitglieder verkaufen Milch auf dem Salahlay-Milchmarkt, andere kaufen Milch aus den umliegenden Dörfern, wieder andere nehmen sich einen Tag frei und bleiben bei ihren Familien oder kümmern sich um ihre persönlichen Angelegenheiten.

Meldungen aus den Projekten

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Interwiew mit Peter Marop - Agrarprojektleiter in Cueibet, Südsudan

Wir treffen uns mit Peter, einem südsudanesischen Staatsangehörigen aus Rumbek, nachdem er gerade von einem Besuch einer Gemüseproduktionsgruppe unter...

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Interview mit Addisalem Asrat Kebede - Koordinator für Viehzucht und Katastrophenvorsorge in Turmi, Äthiopien

Seit fast vier Jahren arbeitet Addisalem nun für TOGEV in Äthiopien als Koordinator für Nutztierhaltung und Katastrophenvorsorge im Rahmen des EU...

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Neuigkeiten vom Tollwut-Projekt in Nairobi

Wie bereits im Rahmen unserer Aktion Impfen für Afrika! kommuniziert, haben wir - nach dem großen Erfolg in der Massai Mara - unser Tollwut-Projekt...

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Glossar

Tiergesundheitshelfer sind Menschen aus unseren Projektgebieten, die von ihren Dorfgemeinschaften für diese Aufgabe ausgewählt werden. Sie erhalten eine 14-tägige praktische und theoretische Ausbildung durch einen Veterinär. 

Diese findet meist mit Hilfe von Schaubildern statt, denn viele angehende Tiergesundheitshelfer können nicht lesen und schreiben. Nach der Ausbildung sind sie in der Lage, grundlegende Tierkrankheiten zu erkennen und zu behandeln. Dafür werden sie mit Ausrüstung wie Spritzen und Nadeln, Impfstoffen und Medikamenten ausgestattet. Dazu gehören ein hitzestabiles Antibiotikum, ein Entwurmungsmittel, ein Mittel gegen die Schlafkrankheit der Rinder, Puder gegen Läuse, Augensalbe, Wundöl und ein Mittel gegen Zecken.

Die Ausbildungsdauer erscheint auf den ersten Blick sehr kurz. Dabei muss man aber bedenken, dass die Menschen bereits einen großen Wissensschatz über die richtige Haltung der Tiere und über Krankheitsbilder mitbringen, der von Generation zu Generation weitergegeben wird. Schließlich spielen Nutztiere in unseren Projektgebieten eine große Rolle und Mensch und Tier leben sehr eng beieinander. Kinder helfen von klein auf bei der Versorgung und erwerben so im Alltag viel Wissen über die Tiere. Trotzdem kann man einen Tiergesundheitshelfer nicht mit einem Tierarzt vergleichen. Mit grundlegenden Behandlungen wie Wurmkuren und vorbeugenden Impfungen kann man aber schon viel erreichen.

Nach der Ausbildung betreuen Tiergesundheitshelfer die Tiere in ihrem Dorf und den umliegenden Dörfern. Viele absolvieren täglich weite Strecken zu Fuß. Deshalb statten wir sie mit Fahrrädern aus, damit sie die großen Distanzen zwischen den Dörfern leichter zurücklegen können. Einige Tiergesundheitshelfer eröffnen kleine Läden, in denen sie andere Tierhalter beraten und Medikamente ausgeben. Tiergesundheitshelfer erhalten die Möglichkeit, regelmäßige Auffrischungskurse zu absolvieren und sich weiter fortzubilden.

Bei diesem Ansatz erhalten Menschen für geleistete Arbeit einen Tageslohn (ca. 3 Euro/Tag) und oft auch eine warme Mahlzeit. Die Menschen verwenden ihren Lohn z.B. für Essen, für die medizinische Versorgung, für Kleidung oder für die Zahlung ausstehender Schulden. 

Die Arbeiten sind in der Regel Gemeinschaftsprojekte, beispielsweise das Entsanden von Wasserstellen oder die Instandsetzung von Schulen oder Straßen. Solche Maßnahmen sind besonders nach Naturkatastrophen oder in Zeiten von akutem Nahrungsmangel sinnvoll. Die Betroffenen werden mit einbezogen, sie können selbst aktiv werden, statt durch eine reine Hilfe in Form von Nahrungsmitteln in eine Bittsteller-Haltung gedrängt zu werden. Zusätzlich tun sie etwas Nützliches, das ihnen und ihrer Gemeinde direkt zugute kommt. Auch die lokale Wirtschaft wird durch „Cash-for-Work“-Maßnahmen gestärkt, denn mit dem erhaltenen Lohn können sich die Menschen vor Ort Lebensmittel kaufen, statt auf importierte Nahrung zurückgreifen zu müssen.

In unseren Projekten machen wir die Menschen mit dem VICOBA-Konzept vertraut, was frei übersetzt so viel wie Dorfgemeinschafts-Bankensystem bedeutet.

Dabei werden Gruppen von 35-60 Personen gebildet, die sich einmal wöchentlich treffen. Jeder Teilnehmer zahlt einen Mindestbetrag von umgerechnet ca. einem Euro für einen festgelegten Zeitraum (meist ein Jahr) in die Gemeinschaftskasse ein. Sobald die Ersparnisse sich genügend vermehrt haben, können die Mitglieder abwechselnd Anleihen daraus entnehmen. Die Kredite dienen als Startkapital für Einkommen schaffende Aktivitäten, z.B. Viehvermarktung, Hühner- oder Bienenzucht oder den Handel mit Salz, Zucker, Getreide und Aloe Vera-Pflanzen. Meist liegt die Kredithöhe bei etwa 50 €. Bei Rückzahlung werden 10% Zinsen auf das geliehene Geld gezahlt. Am Ende des Jahres erhält jedes Gruppenmitglied eine Auszahlung im Verhältnis zur Höhe seiner ursprünglichen Einzahlung. Die Gruppen schaffen so in kurzer Zeit durch gemeinsame Ersparnisse, was jedem Einzelnen nur schwer möglich wäre.

Die VICOBA-Gruppen haben noch eine weitere wichtige Funktion: In eine zweite kleinere Kasse zahlen die Mitglieder wie in eine gemeinsame Haushaltskasse ein. Sie ist für finanzielle Engpässe oder Notfälle gedacht. Wenn jemand auf Geld aus dieser Kasse angewiesen ist, muss er es nicht zurückzahlen. Er kann aber als Dank eine größere Summe einzahlen, wenn er finanziell wieder auf sicheren Füßen steht. So entsteht eine finanzielle Absicherung für alle Mitglieder.